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Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
UNDIVINE
A Deceitful Calm
UNDIVINE - A Deceitful Calm Na? Mal wieder den Kaffee auf? Die Welt ist scheisse und du könntest nur noch kotzen? Dann sind die Schweden UNDIVINE genau das richtige für dich. Denen geht es nämlich genauso und kanalisieren ihren Frust in aggressive Death(Black)-Groover, die einen nicht nur willig das Haupt schütteln lassen, sondern eben auch für die mentale Befriedigung sorgen. Keine ausgemalten Fantasie-Welten, die Welt gibt genug Abartiges her, dass man damit ganze Bücher füllen könnte. In Skandinavien gehört es zum guten Metal-Ton, der Kirche ordentliche Breitseiten zu verpassen, UNDIVINE gehen sogar dabei noch ein Stück weiter, stellen den Missbrauch eines Kindes durch den Pfaffen aus Sicht des Verführers dar, dass es einem wirklich den Magen umdreht und man instinktiv nach den Streichhölzern sucht.

Aber die Musik UNDIVINEs lebt nicht nur von den Texten, sondern vor allem von der mehr als soliden Umsetzung, wenn man von ein paar kleineren Schwächen absieht. Diese zu übersehen fällt nicht sonderlich schwer, zum einen existiert die Band gerade mal drei Jahre, und zu sehr grossen Teilen kann man hier auch rein gar nix dran herummeckern. Die Mischung Death-Black ist zwar nicht unbedingt neu, die heraushörbaren Vorbilder in dieser Kombination aber durchaus ungewöhnlich. Grob kann man das als Mischung aus AMON AMARTH und DISSECTION klassifizieren. Groovender, mitreissender und oft melodischer Death Metal bildet dabei, mit Ausnahme des letzten Songs "Catholic", stets die Grundlage, nur die Gitarren verweben statt typischer Death-Riffs hier und da schwirrende Melodieläufe, die stark an DISSECTION erinnern, in die durchdachten Songstrukturen.

Mit "The Chaos Prayer" gibt es dann direkt im zweiten Song richtig ordentlich auf die Mütze, womit sie auch gleich zeigen, dass sie auf das Vorbild AMON AMARTH nicht unbedingt angewiesen sind, das Stück ist wild und chaotisch, wildert dezent in aggressiven Coregefilden, auch "Cold Dead Heart" verlässt zu weiten Teilen diese Pfade. Mit "Catholic" beweisen sie dann, dass sie den Schwerpunkt auch locker in Richtung Black Metal verschieben können, nach einem getragenen Anfang wird es sehr intensiv, eindringlich, schwirrende Black-Melodieläufe über rhythmischen Drums und auch der Shouter, der den Rest der Scheibe growlend bestritten hat, zeigt, dass er auch ordentlich kreischen kann. Der Hit des Albums ist aber zweifellos der erste Song "My Silence", der sofort ins Ohr geht und da auch bleibt, als Ohrwurm, den man so schnell nicht wieder los wird mitsamt 'Fuck you all just leave me be'- Mitgröhl Refrain.

Obwohl man hier durchaus die Einflüsse gut heraushören kann, ist es UNDIVINE gelungen, diese auf eine sehr eigene Art zu verarbeiten. Die Songs sind keine plumpen Kopien und dass man zwei so unterschiedliche Vorbilder in funktionierende Songstrukturen einarbeiten kann, zeigt auch das Talent für das Songwriting, das UNDIVINE schon jetzt auf ihrem Debüt Wiedererkennungswert verleiht. Die oben erwähnten Mängel sind stellenweise die Drums, die in manchen Parts einfach wie ein Drumcomputer klingen, obschon hier ein echter Mensch die Felle quält. An diesen wenigen Stellen fällt auch der Sound negativ ins Gewicht, der wohl nur wenig Nachbearbeitung erfahren hat, und das Album über weite Strecken roh und rotzig wirken lässt, was UNDIVINE gut zu Gesicht steht.

Ob sich diese kleineren Schwächen in Zukunft ausbügeln lassen, kann man vermutlich schon bald herausfinden. "A Deceitful Calm" wurde bereits Ende 2006 eingespielt (also gerade eineinhalb Jahre nach Bandgründung), nur die Labelsuche verzögerte die VÖ so lange. Faul waren die Jungs in der Zeit aber nicht und haben schon den Nachfolger fertig eingetütet. Bis dahin kann man die Zeit hervorragend mit diesem Album überbrücken, schon alleine "My Silence" ist die Anschaffung dieses Silberlings Wert!


Tracklist:
01. My Silence
02. The Chaos Prayer
03. And the Word was War
04. In Lust and Disgust
05. Cold Dead Heart
06. A Vision Undivine
07. The Cleansing
08. Catholic
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Skull Weitere Infos: Skull

Label:
Aural Offerings Records

Band-Homepage:
www.undivine.se

Erscheinungsdatum:
30.05.2008

Verfasser:
Velvet

Autorwertung:
8 v. 10 Punkten
Info: so benoten wir ...

Leserwertung:
10 Punkte / 12 Votes

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Datum:
04.07.2008

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