Selten war ein Bandname so passend wie bei dieser Band. Obwohl, man müsste wohl eher sagen Projekt, denn für jedes Album sucht sich Mastermind und Gitarrist Bill Menchen, der „nebenbei“ auch noch in Bands wie FINAL AXE, REV SEVEN, SEVENTH POWER oder REDEEMER aktiv ist, neue Musiker, um seine Visionen musikalisch zu verpacken. „Full Steam Ahead“ ist bereits das dritte Album und obwohl im Labelinfo von zwei Klassikern die Rede ist, habe ich von der Band noch nie etwas gehört. Jedes ihrer Alben befasst sich thematisch mit dem Schicksal der Titanic, dem großen Schiff, das 1912 sank und über 1.500 Menschen den Tod brachte.
Musikalisch haben wir es hier mit klassischen Heavy Metal zu tun, der mehr als einmal an die glorreichen 80er Jahre erinnern möchte. Allerdings wirken die Gitarre und das Riffing etwas inkonsequent, da sie doch recht modern tönen. Der Gesang hingegen ist traditionell ausgefallen und erinnert an Jon Oliva von SAVATGE bzw. JON OLIVA´S PAIN. Gerade bei den Gitarren gibt es einige stilfremde Experimente zu hören. Der Songaufbau ist recht unmodern nach dem bekannten Strophe-Strophe-Bridge-Refrain-Solo-Refrain-Strophe- Muster.
Obwohl man es textlich vermuten könnte, handelt das Album lyrisch nicht ausschließlich von der Titanic. So haben sich mit „Upon The Cross“ oder „Dead Mens Bones“ auch zwei christlich motivierte Texte in das Konzept eingeschlichen. Das verwundert nicht, da TITANIC sich ganz klar zum Christentum bekennen.
Mit „Nightmare“ und „Come Home“ hat man zwei Songs mit Ex-STRYPER-Drummer Robert Sweet aufgenommen, mit dem Bill auch bei SEVENTH POWER zusammenarbeitet. „Nightmare“ ist etwas Hardrock- lastiger ausgefallen und es gibt einige tolle Melodien. Wen die Jungs mit „Come Home“ erschrecken wollen, ist mir aber unklar. Der Song ist gespickt mit Breaks und Rhythmuswechseln, so dass der Track überhaupt nicht zu den übrigen Songs passt.
TITANIC stehen mit „Full Steam Ahead“ ein bisschen zwischen den Stühlen, da sie sich nicht so recht entscheiden können, ob es nun traditionell oder modern sein soll. Dazu kommt, dass das Songwriting recht langweilig ausgefallen ist und die Songs sich ziemlich gleichen. Richtig herausragend sind eigentlich nur der mit Robert Sweet aufgenommene Track „Nightmare“, der eingängige Opener „Shovel The Coal“ sowie das rockige „Wisdom“. Wer geradlinigen, einfach gestrickten, modernen und melodischen Hardrock/Heavy Metal mag und nicht vor christlichen Texten davon schreckt, kann gerne mal reinhören.
Tracklist:
01. Shovel the Coal
02. Dead Men's Bones
03. Deep Down
04. Captain of the Ship
05.´Holy Ground
06. Sons of Thunder
07. Upon the Cross
08. The Wind
09. Wisdom
10. The Sea
11. Nightmare
12. Come Home



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