

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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ICE AGES
Buried silence |
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"Richie, laß mich doch mitmachen! Ich will doch nur dabei sein!" Ja, ein Zitat aus dem Ruhrpottfilm "Verlierer" mit einem großartigen Ralf Richter als "Richie". Nun, so ähnlich könnten auch Legionen von Musikern bei Herrn Richard Lederer, dem kreativen Kopf der österreichischen Dark Wave / Epic Projekte DIE VERBANNTEN KINDER EVAS und SUMMONING gebettelt haben. Aber nein, der gute Richard ledert hier auf dem zweiten Album von ICE AGES ganz für sich allein herum. Die totale Kontrolle.Ich bin nicht aus der Szene, für die das Album eigentlich produziert wurde. EBM, moderner Gothic, Dark Wave, Industrial, ich bin kein Insider und kann nicht mit Namen um mich werfen, die einen Conosseur des Genres in zügellose Verzückung versetzen sollten. Als dann, versuche ich es mal, ich armer Tropf. Hab mir das gute Stück ja selbst aufgehalst. Als erstes sticht mir die Stimme von Herrn Lederer ins Ohr. Ein dreckiges, verzerrtes Grollen, mit einigen elektronischen Effekten behaftet, jedoch nicht so sehr verfremdet, daß man nicht die reguläre "Gesangsstimme" des Maestros herauserkennen würde. Er liegt irgendwo bei den dämonischsten Gruftrocksängern der 80er, ich gebe mal Carl McCoy von den FIELDS OF THE NEPHILIM als Anhaltspunkt. Dann hat sich da noch ein wenig MOTÖRHEAD Lemmy reingemogelt. Abstrus? Fürwahr. Aber ich gehe hier rein von subjektiven Empfindungen aus, die mich im Moment des Hörens befallen und ich empfinde dabei sehr positiv. Der Rhythmusbereich wird von Maschinen beherrscht und die klingen auch wie eine pulsierende, pumpende, dröhnende Maschine. Als schlügen Hämmer auf Metallplatten, als tuckerte eine gewaltige Stanze in der Fabrikhalle, so werden Dich die Beats der Musik begrüßen, packen und in Trance versetzen. Die Synthies sind für die Melodien zuständig, von schrillem Quietschen bishin zu schwebenden Flächen und perlenden Synthieharfen. Es sind schöne, eingängige Melodien, zuweilen sehr melancholisch und angedunkelt, aber durchaus kompatibel mit elektronischem Pop. Ja, Pop, Elektropop. Lasst Euch nicht von der schmierigen, nach Maschinenöl duftenden Songoberfläche und der Stimme hinters Licht führen. Das hier hat die Klasse edelster New Wave / Elektropop / Düsterpop Geschichten aus den 80ern. Ich denke öfter an Bands wie TEARS FOR FEARS, DEPECHE MODE, nur eben in derberer, sehr spröder Form. Die verweichlichten Charthörer wird es daher wohl nicht interessieren. ICE AGES besitzt alles, was ich an dieser von mir noch unerforschten Musikrichtung mag. Mal ist der Sound energiereich und bedrohlich, wie beim majestätischen "Icarus", wo mächtige Beats über Dich hinfortstampfen und infernalische Synthesizermelodien das Feuer der Hölle heraufbeschwören. Ja, das ist gigantisch und es lebt. Es denkt. Es fühlt. Eine außer Kontrolle geratene künstliche Intelligenz in einer machtvollen Maschine. So verfremdet die Vocals auch sein mögen, hierbei merkt man besonders gut, mit welcher diabolischen Leidenschaft Herr Lederer seine Botschaften in die Ewigkeit hinausdonnert. Nun, ich bin gefangen, wie in Trance. Die Musik von ICE AGES ist dermaßen packend und hypnotisch, daß es einem unerfahrenen Wicht wie mir die Sinne rauben mag. Ist für Metalheads sicher ein absolut rotes Tuch, aber aufgeschlossene Freaks sind eingeladen, sich diesem Sound hinzugeben. Die Musik hat durchaus einen gewissen Sexappeal, wenn auch auf bizarre Weise. Und das kommerzielle Potential sollte nie vergessen werden. Ich sähe ICE AGES gerne höher in den Hitparaden, wo auf die ganze Plastikgülle gespiehen würde. Klasse Album! Tracklist: 01. Intro 02. Buried Silence 03. Regret 04. From Grey To… 05. Icarus 06. Through The Mirror 07. Essential Loss 08. Enemy Inside 09. Tormented In Grace 10. Curse ![]()
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"Richie, laß mich doch mitmachen! Ich will doch nur dabei sein!" Ja, ein Zitat aus dem Ruhrpottfilm "Verlierer" mit einem großartigen Ralf Richter als "Richie". Nun, so ähnlich könnten auch Legionen von Musikern bei Herrn Richard Lederer, dem kreativen Kopf der österreichischen Dark Wave / Epic Projekte DIE VERBANNTEN KINDER EVAS und SUMMONING gebettelt haben. Aber nein, der gute Richard ledert hier auf dem zweiten Album von ICE AGES ganz für sich allein herum. Die totale Kontrolle.




