Simples Drumming, straighte Riffs, Singalongmelodien, was kann das sein? US Fashionpunk natürlich! Aber dieser Band aus Arizona sofort einen Strick draus zu drehen wäre nun nicht fair. Jeder bekommt seine Chance.
Die drei Calabrese Brüder (sind echte Brüder, heißen auch wirklich so, anders als bei den RAMONES zum Beispiel) kennen ihre Punkrocksammlung auswendig. Hier ein wenig MISFITS, da ein wenig RAMONES, das ganze mit OFFSPRING und GREEN DAY abgeschmeckt, damit auch die Teenies was davon haben. Und ein bisserl schwermetallene Wucht in manchen Augenblicken beim Gitarrensound, das crossovert die Fanschichten. Naja, wer es glaubt.
Der Sound rotzt schon mal gar nicht. Verzerrte Gitarren sind noch lange nicht hart. Die Produktion ist sauber, für eine PUNKband viel zu sauber und eben modern. Gut, das Schlagzeug klingt außnahmsweise wie echt gespielt, was aber beim Punkrock auch frevelhaft wäre, wenn es dies nicht täte.
Die Songs an sich sind sehr geradlinig aufgemacht, haben fast durchweg "Oooooh" Chöre, einen Sänger, der sich zwischen dämonischem Glenn Danzig Pathos und nöliger Dexter Holland (von OFFSPRING) Quäkigkeit nicht entscheiden kann, aber dazwischen ganz gut liegt und schmissige, wenngleich stark abnutzungsgefährdete Melodien. Ein wenig Abwechslung kommt schon vor, nicht durchgehend wird im hohen Tempo gepoltert.
Nun, der moderne Alternativepunkgitarrensound gefällt einfach nicht. Mir jedenfalls. Das ist jetzt wieder eine sehr subjektive Betrachtungsweise, aber für mich halt ein Grund, die Scheibe nicht zu kaufen. Die Bodenständigkeit, der Duft der Straße, das fehlt mir hier einfach. Für ROCK AM RING Kids, die sich auf DANKO JONES und BLINK 182 einen runterholen und mal "echten Punk" ausprobieren wollen, damit sie die Mitschüler der 5c dementsprechend erschrecken können, ist das hier sicher eine gute Investition. Für Leute, die auf schnurgerade, melodische Rockmusik mit Punkeinfluß stehen auch. Für mich ist es okay. Ich ertappe mich immer wieder, wie mich einzelne Momente fesseln. Insgesamt aber ist es mir zu sehr Fashion. Also doch.
Vielleicht werden sich meine Ohren und meine Seele dereinst an dieses Album gewöhnt und es liebgewonnen haben, aber ich weiß nicht, ob es soviel Zeit in meiner Welt hat. Kein Totalausfall, sondern noch immer hauchzart über dem Durchschnitt.
Tracklist:
01. Death Eternal
02. Voices Of The Dead
03. Vampires Don‘t Exist
04. Inside This Coffin
05. Night In The Lonesome October
06. Come Alive
07. Children Of The Night
08. Saturday Night Of The Living Dead
09. The Young Princes Of Darkness
10. Darkness, Tell Us
11. Your Ghost
12. The House Of Mysterious Secrets



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