TODESBONDEN – bei dem Namen denkt man wohl eher an norwegischen Black Metal oder Studenten-Death-Metal aus Thüringen. Dass die Band aber aus Virginia stammt, ist eine Überraschung. Dass man dann auch noch erstklassigen Symphonic Epic Metal spielt, grenzt an einer Weltsensation! ‚Amerikanisch’ klingt auf „Sleep Now Quiet Forest“ soviel, wie eine Weißwurst etwas mit einem Hotdog zu tun hat. Das fasziniert und macht Lust auf mehr.
Mag man die Band mit alten THE GATHERING und heutigen holländischen Aushängeschildern des Tralala Metals vergleichen, man wird ihnen auf keinen Fall damit gerecht! Zu durchdacht, zu atmosphärisch, zu langlebig und einfach zu gut sind ihre Songs, die von der markanten Sängerin Laurie Ann Haus stammen, die ihre Stimme schon in progressiveren Bands gut trainiert und geweitet hat, so dass man sich auch auf Dauer mit ihr anfreunden kann, selbst wenn man nicht so sehr auf ‚Ischen Metal’ steht. Diese Frau bindet durch Weltoffenheit und ist wie geschaffen für die Musik TODESBONDENs. Denn die Musiker setzen sich selbst keine Grenzen und agieren manchmal auch in asiatischen Gefilden, die durch Lauries Stimme und ihrem orientalischen Einsatz manifestiert im Kopf bleiben. Aber nicht der Mittlere Osten hat die Amis inspiriert, sondern offensichtlich auch der Balkan bzw die Bands, die bereits die folkloristischen Mittel aus der europäischen Vielvölkerregion verwenden. ‚Trianon’, besonders der Geigeneinsatz, klingt verdammt nach SILENT SCREAM OF GODLESS ELEGY, was natürlich mein Herz hüpfen lässt, ist diese Band doch eine der vielen unterbewerteten Gruppen des Ostblocks, an die sich kein westliches Label wagt.
Das tragisch-klingende ‚Ghost Of The Crescent Moon’ betört die Ohren mit einem gänsehauterzeugenden Refrain, der auf so mancher Beerdigung (körperliche wie seelische seien hier einmal gleichgestellt und verharren im Einklang mit der Musik) die Tränen über stolz und zufrieden lächelnde Gesichter hüpfen lassen dürfte.
„Sleep Now Quiet Forest“ mag für manchen Musikliebhaber etwas ruhig ausgefallen sein, doch gibt man der Scheibe die nötige Zeit, entdeckt man die verborgene Klasse der restlichen nicht auf den ersten Hör grandiosen Songs, die im zweiten Drittel für Langlebigkeit garantieren. Prophecy werden jedenfalls auch mit dieser Veröffentlichung Käufer nicht enttäuschen. Und selbst eher mainstreamig ausgerichtete Hörer dürften Gefallen an TODESBONDEN finden – und eventuell sogar den Eingang zu weiteren Welten des guten Geschmacks.
Tracklist:
01. Surrender To The Sea
02. Surya Namaskara
03. Trianon
04. Aengus Og's Fiddle
05. Fading Empire
06. Ghost Of A Crescent Moon
07. Flow My Tears
08. Sailing Alone
09. Lullaby
10. Battle Of Kadesh
11. Sleep Now, Quiet Forest



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Weitere Infos: |
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Label:
Prophecy
Band-Homepage:
www.todesbonden.net
Erscheinungsdatum:
22.06.2008
Verfasser:
Trabi
Autorwertung:
9,5 v. 10 Punkten Info: so benoten wir ...
So benoten wir:
10 Punkte: künftiger Klassiker
9 - 9,5 Punkte: Hammeralbum
7 - 8,5 Punkte: gute Scheibe
5 - 6,5 Punkte: netter Durchschnitt
3 - 4,5 Punkte: unterdurchschnittlich, braucht kein Mensch!
1 - 2,5 Punkte: totaler Müll, nicht hörbar
0 - 0,5 Punkte: Rohstoffverschwendung
Leserwertung:
9.5 Punkte / 1 Votes
Gelesen:
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Datum:
05.07.2008
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