

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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ISKALD
Revelations of Reckoning Day |
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Auf diese CD war ich mehr als gespannt, hatten ISKALD doch schon mit ihrem Debüt "Shades of Misery" überall Höchstnoten abräumen können und auch bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Die Frage war also mehr als berechtigt, ob diese gerade mal 21 Jahre alten Musiker das Niveau würden halten können. Ich will es nicht spannend machen: ISKALD halten nicht nur das Niveau, sondern legen nochmal ordentlich obendrauf. Noch ein bisschen härter, noch ein bisschen kompromissloser, noch ein bisschen energetischer. Waren auf dem Debüt die Bestandteile Black und Thrash meist noch deutlich auseinander zu halten, ist das hier purer Black Metal der allerfeinsten Sorte!Oh nein, ihre Thrashanteile sind immer noch vorhanden, aber so nahtlos in die Songs eingewoben, dass es kaum noch Passagen gibt, die eindeutig dem Thrash zuzuordnen wären, dafür rocken die Songs noch mehr als auf dem Debüt. Ihre einstigen Vorbilder EMPEROR und IMMORTAL haben die Jungs bereits hinter sich gelassen, nicht, dass sie die Pfade verlassen hätten, aber im Vergleich zum gleichen Stadium dieser Bands auf jeden Fall. Man muss sich immer ins Gedächtnis rufen, dass die Jungs gerade mal 21 Jahre alt sind, aber Songs schreiben, als hätten sie 15 Jahre Erfahrung im Songwriting. Am Spiel gibt es sowieso nichts zu mäkeln, das ist lebendig wie nur irgendwas, genauso wie die Vocals. Und noch immer besteht die Band nur aus Simon Larsen und Aage Krekling. ISKALD sind Kinder der Generation Black Metal, man hört und spürt, wessen geistiger Nachwuchs hier trümmert, aber ISKALD kümmern sich nicht um angestaubte Szene-Regeln (die sowieso nicht in Norwegen aufgestellt wurden), das ist Black Metal einer Generation, die damit aufgewachsen ist ebenso wie mit dem Erbe der Kirchenbrände und antichristlicher Sozialisation. Gab es auf "Shades of Misery" noch ein atmosphärisches Intro, gibt es es hier nur ein kurzes, böses Knurren, bevor "Ruin of Mankind" aus den Boxen knüppelt. Massiv trümmert sich der Song mit interessanten Tempiwechseln zwischen gemässigten Blastparts und Midtempo-Groove durch den Untergang der Menschheit, die Vocals sind noch ein Stückchen bösartiger geworden. Auch "A Breath of Apokalypse" macht ähnlich aggressiv weiter, hat aber bereits eine dieser 'epischen', sehr düsteren Passagen, die einfach typisch für ISKALD sind und eine konstante Gänsehaut bereiten. Danach geht es weiter mit "Warriors of the Northern Twilight Part II" und der kratzt mal eben an der zehn Minuten Grenze. Wirklich toll ist, dass man den Song als geistigen Zwilling des Songs vom Debüt erkennt, er aber trotzdem anders ist. Wieder episch-intensive Passagen zwischen wildem Getrümmer mit enorm viel Melodie, die an ISKALD immer wieder faszinieren. "Endtime" ist ein knapp zweiminütiges Instrumental mit einer unheimlichen Orgel, das die richtige Stimmung für "The Orphanage" kreiert, das ein bisschen was vom ritualistischen Feeling von "When Hell Freezes Over" mitbringt, manchmal mit viel Rock'n'Roll', manchmal mit den gänsehauterzeugenden, fast leisen, aber thrilligen Klängen. "Det Stilner Til Storm" ist ein weiteres Stück aus der 'Warriors-Familie' und untermauert einmal mehr den typischen ISKALD-Sound, mitsamt der Fähigkeit der Riffs und Breaks und des irrsinnigen Drumspiels, dir eiskalte Schauer den Rücken runter zu jagen. "Tartarus" ist ein harscher, sehr rhythmischer, aber nicht übermässig schneller Song, wo es zwei Minuten lang mächtig auf die Glocke gibt, nicht ohne extrem dunkel zu sein. "Journey to Hel" (nein, das ist kein Schreibfehler) ist mein persönlicher Fave auf diesem Album, der dunklen Epik und dem Ritualistischen kann man sich einfach nicht entziehen, ein Song, der einem abermals konstante Gänsehaut bereitet, bitterkalt, intensiv, bedrohlich stösst er die Tore zu Hels Saal auf. Mit "Dommedag" wird das Album abgeschlossen, der fast verträumt wirkt in seiner in Dunkelheit schwelgenden, breiten Epik. ISKALD wissen wirklich zu faszinieren und dauerhaft zu fesseln. Da werden dir Gitarrenläufe um die Ohren gehauen, die sowieso schon endlos geil sind, und dann wird mit einem dezenten, aber extrem wirkungsvollen Break oder einer eingeworfenen Hookline eine Welle aus Gänsehaut ausgelöst, die dich dann so schnell nicht mehr loslässt. Schneidende, bitterkalte Riffs, ein kraftvoller Bass und mitreissende Drumlines tun ihr übriges, dass diese Songs sich tief in die Seele einfräsen und immer wieder gehört werden wollen. "Revelations of Reckoning Day" ist eine absolut natürliche Weiterentwicklung vom Debüt, wächst auch nach vielen Durchläufen noch beständig weiter und untermauert, dass sich hier was wirklich Grosses entwickelt. Absoluter Pflichtkauf - extrem packend! Tracklist: 01. Ruin of Mankind 02. A Breath of Apocalypse 03. Warriors of the Northern Twilight, Part II 04. Endtime (Instrumental) 05. The Orphanage 06. Det Stilner Til Storm 07. Tartarus 08. Journey to Hel 09. Dommedag ![]()
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Auf diese CD war ich mehr als gespannt, hatten ISKALD doch schon mit ihrem Debüt "Shades of Misery" überall Höchstnoten abräumen können und auch bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Die Frage war also mehr als berechtigt, ob diese gerade mal 21 Jahre alten Musiker das Niveau würden halten können. Ich will es nicht spannend machen: ISKALD halten nicht nur das Niveau, sondern legen nochmal ordentlich obendrauf. Noch ein bisschen härter, noch ein bisschen kompromissloser, noch ein bisschen energetischer. Waren auf dem Debüt die Bestandteile Black und Thrash meist noch deutlich auseinander zu halten, ist das hier purer Black Metal der allerfeinsten Sorte!




ISKALD - Shades of Misery