REVOLTING COCKS
Sex-O Olympic-O
Revolting Cocks - Sex-O Olympic-O Ich hatte vor gut fünfzehn Jahren mal das damals aktuelle Album der COCKS, hab es dann im Anfall von True Metal Standhaftigkeit weggegeben, weil mir deren New Wave Elektro Rock nicht mehr gefallen wollte. Und so geriet das Sideproject von MINISTRY langsam aber sicher in Vergessenheit bis, ja, bis jetzt.

Es ist September 2008, die Welt hat sich musikalisch mehrfach für mich gedreht und ist entscheidend größer geworden, Geschmacksdogmen und Genrebarrieren wurden überwunden. Und schon liegt wieder ein Album der COCKS auf meinem Tisch und kurze Zeit später in meinem Player. Ja, Klasse, sie haben sich kaum geändert, sind aber gegenüber 1993 oder 1994 schmissiger geworden.

Ich höre klassische Rock und Boogie Elemente heraus, gepaart mit gruftigem, aber auch spacig theatralischem Pop. Der Sound an sich wurde durch den Effektwolf gedreht, was der Scheibe eine sehr kalte, maschinelle Ausstrahlung gibt und dadurch ihr Charisma noch verstärkt. Die Eingängigkeit des Albums ist verdammt hoch.

Ich muss die ganze Zeit an die SISTERS OF MERCY denken, die sich zusammen mit ZZ TOP die Rübe dichtgehauen und dabei komponiert haben. So erdig kann Elektrorock klingen. Das Spiel der Band ist absolut natürlich, das Feeling ist da, obschon diese futuristische Atmosphäre über allem liegt. Und das hypnotisiert den Hörer, der sich innerhalb eines Stromes pulsierender Grooves wiederfindet, mitschwingend, mitschwebend, bis zur Besinnungslosigkeit mit diabolischer Besessenheit tanzend.

Einem Metalfan sollte dieses Album wohl nichts geben, alten Elektropopfans der 80er, offenherzigen Neogothics mit Rootsbewusstsein und Fans von MINISTRY, NINE INCH NAILS, SISTERS OF MERCY und ähnlichen Acts wird es ein festlicher Ohrenschmaus sein.

Die Stimmung des Albums ist fast durchgehend positiv, ausgelassen und mitreißend. Es lädt ein zum sorglosen Veitstanz, zum Genießen des Hier und Jetzt, zum Vergessen des Morgen. Der fünfte Song, mir liegt momentan keine Tracklist vor, ist ein flotter, treibender Elektrospacerocker mit sehr intensiver Melodieführung, der Dich aufpeitscht, über eine imaginäre Tanzfläche wirbelt und vor Erschöpfung zusammenbrechen lässt.

Ein intelligentes Popalbum abseits tumber Mainstreamklänge und doch mit großem kommerziellem Potential gesegnet, das uns wieder einmal zeigt, wie sich der Kreis zu den Ursprüngen schließt. Innovationen sollte man natürlich nicht erwarten, vielmehr einfach gute (was Geschmacksfrage ist) Musik.

Tracklist:
01. HookerBot3000
02. Keys to the City (Vegas Mix)
03. Red Parrot
04. Robo Banditos
05. Cousins
06. Touch Screen
07. I´m not Gay
08. Abundant Redundancy
09. Lewd Ferrigno
10. Wizard of Sextown
11. HookerBot3000 (Disco A Go Go Mix)
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Skull Weitere Infos: Skull

Label:
13th Planet Records

Erscheinungsdatum:
26.09.2008

Verfasser:
SirLordDoom

Autorwertung:
8,5 v. 10 Punkten
Info: so benoten wir ...

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Datum:
28.09.2008

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