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Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
THE CHAIR
The chair
The Chair - The chair THE CHAIR scheinen mir auf den ersten Blick Amis zu sein, jedenfalls den Namen einiger Bandmitglieder nach, aber dabei kann es sich auch um einen Fake handeln, Gitarrist Janne Lindgren klingt nach Schweden. Egal! Drauf geschissen, wo die Boys herkommen, es zählt, was sie uns hier an Musik vorlegen.

THE CHAIR spielen Hardrock mit 70er Touch, geilem Groove, coolen Melodien und einer ganzen Bandbreite von Einflüssen. Da ist der dreckige Detroitsound, da sind New York Heaviness und Gitarrenpower, da ist die intensive Hitze der Südstaaten zu spüren, da sind lockere Westcoastmelodien, oft von eindringlicher Schönheit, da sind brodelnde Soli und trockene, peitschende Riffs.

Nach dem sehr mitreißenden Groover „House“ als Opener, dessen Gesangslinie hitverdächtig erscheint, geht es mit „September“ etwas orthodoxer und bluesiger zu, wobei die Grundstrukturen mehr Heavyrock denn reiner Blues sind.

Straight und pompös mit einer unwiderstehlichen Eingängigkeit behaftet rockt sich „Slither“ nach kurzer Psychedeliceinleitung in die Herzen der Hardrocker. Ich habe in den letzten Jahren selten eine solch frische, zeitgemässe und doch zeitlose Scheibe gehört, zuletzt den Erstling von DIRTY POWER. Nennt es dogmatisch, aber ich habe meine helle Freude daran.

So klingt eine Mixtur aus ZZ TOP, BLUE CHEER, GRAND FUNK RAILROAD und SIR LORD BALTIMORE mit etwas MONTROSE und MOXY abgeschmeckt in der heutigen Zeit. Sicher ganz und gar nicht originell, bar jeglicher Innovationen, aber dafür laut, schmutzig, intensiv, cool, leidenschaftlich und zermalmend heavy. Der echte Heavyrock wird mit solchen Bands niemals eingehen. Sicher sind da dutzende, hunderte von anderen Kapellen, denen diese urtraditionelle Rockmusik nicht so locker und frisch von der Hand geht, aber wir achten auch nicht auf die Loserkapellen, wir gehen mit den Gewinnern pissen.

Man möge mir meine vulgäre Ausdrucksweise verzeihen, aber die hypnotische Kraft der Musik von THE CHAIR gewinnt so langsam Oberhand über mich. Es ist diese diabolische Lust, die der Rock'n'Roll in mir auslöst. Ich erkenne eine ganze Menge Riffs und Läufe von alten Klassikeralben wieder, aber ich kann mir nicht helfen, THE CHAIR sind einfach authentisch und nicht retro.

„Winter garden“ muss noch beschrieben werden, der dieses Album beschließende, entspannt dahinschwebende Rocker ist ein letztes Glanzlicht auf einem sehr schmissigen und packenden Hardrockalbum. Inzwischen habe ich auch herausgefunden, dass der Sänger Ami, der Rest der Band ein Haufen trinkfreudiger Schwedenköppe ist. Eine verdammt feurige Verbindung. Nun zurück zu „Winter garden“. Feine akustische Gitarrenläufe psychedelisieren das Stück im Mittelteil noch zusätzlich, im Hintergrund dahindröhnende „Aaaah“ Chöre saugen sich in Deinen Sinnen fest.

Irgendwie hat der Sänger schon die ganze Zeit was von Ozzy, aber das kann auch täuschen. Insgesamt eine absolut coole Hardrockscheibe, die eben nichts neu erfindet und gerade deswegen mehr ein musikalisches Ritual, eine Zelebrierung des Rock ist. Wer sich an guter Rockmusik nicht satthören kann, der greift zu.

Tracklist:
01. House
02. September
03. Slither
04. Barn burner
05. Sparkle
06. Amp 251
07. The riff
08. Shamrock City
09. Winter garden
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Skull Weitere Infos: Skull

Label:
Transubstans

Erscheinungsdatum:
30.05.2008

Verfasser:
SirLordDoom

Autorwertung:
8,5 v. 10 Punkten
Info: so benoten wir ...

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Datum:
28.09.2008

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