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Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
LÖNNDOM
Fälen Från Norr
LÖNNDOM - Fälen Från Norr Ambient Black Folk Rock Metal haben sich LÖNNDOM aus Schweden auf die Fahne geschrieben. Oder auch was immer ihr wollt. So manches mal erinnern die psychedelischen, monotonen Klänge und mantra-artigen Gesänge an Forgotten Woods, aber auch Burzum lässt sich ausmachen, Solstafir sogar. Vielen dürfte diese Art von Musik auf den Geist gehen, aber für die ist das auch nicht gemacht. Ursprünglich bereits 2007 erschienen, ist "Fälen Från Norr" jetzt über Eisenwald als limitierte LP mit alternativem Coverartwork re-released worden, sowie auch die CD. Ich nutze also diese Gelegenheit, euch dieses aussergewöhnliche Scheibchen Folksmusik näher zu bringen.

LÖNNDOM kümmern sich allerdings nur wenig um Schubladen. Oben stehende Kategorisierungen sind zwar zutreffend, sind aber kaum in der Lage, die Ungewöhnlichkeit dieser Musik auch nur annähernd zu erfassen. Es ist Metal, es ist Pagan, es ist Folk, es ist Ambient, Akkustik, Experimentell, jedes für sich genommen; Black Metal, ja, auch das, viel weniger als es Forgotten Woods sind, viel mehr tatsächlich Folksmusik, vielleicht näher an LIK vom Feeling. Folksmusik sollte man dabei aber nicht als Spassmusik auffassen, denn das sind LÖNNDOM keinesfalls, sondern als kulturellen Rahmen.

Ungewöhnlich trifft auch auf die Arbeitsweise der beiden beteiligten Musiker zu, A. und S., die man vielleicht von Leviathan, Lik oder Armagedda kennt. Hier übernimmt keiner eine feste Rolle, weder an den Instrumenten, noch den Vocals, den Lyrics oder dem Songwriting. Heraus kommt etwas im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreibliches, das verwehten Spuren im Schnee von Västerbotten (Län, nördlichstes 'Bundesland' und der schwedische Ausläufer Lapplands) folgt und den Hörer auf eine Reise durch knirschenden Schnee, knisterndes Lagerfeuer und dröhnende Nordlichter mitnimmt, die die Düsternis einer mondlosen Polarnacht nachzeichnet. Hier oben sind die Sommer und die Tage kurz und die Winter und Nächte lang, und so verbreiten die folkig-ritualistischen Klänge eine dunkle, teils wirklich düstere Stimmung.

Eröffnet wird die Wanderung auf fast vergessenen Spuren mit einem Lagerfeuer, das als mentale Vorbereitung auf das Eintauchen in Geschichte und Geschichten betrachtet werden kann. "Vid Elden" (beim Feuer) ist es noch warm, aber der Blick schweift bereits in die Ferne. Später zeichnet "Tjåkkå" die Eindrücke einer solchen Polarnacht, mit psychedelischen Synthilandschaften, die der Aurora Borealis gleich umherschwirren, beängstigend dröhnen und doch faszinierende Muster in die Dunkelheit werfen. "Stállo" wirkt dagegen schamanistisch, mit weit im Hintergrund hallenden, melancholischen Gesängen und einer knurrenden, dennoch ritualistischen Stimme im Vordergrund. Abgeschlossen wird die Wanderung, wie sie begann, beim Haus, wo erst die Füsse am Eingang abgetreten werden, um den Schnee abzuschütteln und dann die Türe mit einem knarzenden Geräusch ins Schloss fällt.

Was dazwischen passiert, kann man hilflos versuchen, in Worte zu packen, oder es den Neugierigen unter euch selbst zu überlassen, dies zu entdecken. Wer mit solcher Musik, wie sie Lik und Isengard mach(t)en, etwas anfangen kann, dem sei auch LÖNNDOM ans Herz gelegt, wobei Lik eher einen Vorgeschmack auf das bieten, was man in "Fälen Från Norr" finden kann, nein, erwarten muss. Auf die Klangwelten, die hier kreiert werden, muss man sich einlassen wollen und den Zugang suchen, obwohl weder komplex noch brachial, sind die Pfade des Nordens nur schwer zu begehen. LÖNNDOM legen viel mehr Wert auf ihre Emotionen ihre Natur betreffend als darum, profane Musik zu kreieren. Das wiederum gelingt ihnen sehr gut, ist aber alles andere als Easy-Listening.


Tracklist:
01. Vid Elden
02. Ripeluokte
03. Himlalågor
04. Tjåkkå
05. Stállo
06. Ripeluokte II
07. Nordafejd
08. På Fjället
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Skull Weitere Infos: Skull

Label:
Eisenwald Tonschmiede

Band-Homepage:
www.myspace.com/lonndom

Erscheinungsdatum:
15.08.2008

Verfasser:
Velvet

Autorwertung:
9 v. 10 Punkten
Info: so benoten wir ...

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Datum:
06.10.2008

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