Metal District präsentiert...
Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
ANNIHILATOR
"Interview mit Jeff Waters"

Am 14.11.2005 ist es mal wieder soweit. Mr. Jeff Waters und sein ANNIHILATOR bringen eine neue CD auf den Markt, welche sich „Schizo Deluxe“ schimpft. Den ersten Höreindrücken zu folge, hat sich der gute Jeff wieder auf das besonnen, was seine Fans am meisten an seiner Musik lieben. Nämlich irrwitzige Leads und Riffs des Debüts und die coolen Grooves von „King Of The Kill“. Grund genug dem Selfmademan aus Kanada einmal auf den Zahn zu fühlen.
 
 
Wie viel Interviews hast du bisher schon abgewickelt und wie sind die bisherigen Resonanzen auf das neue Album?
 
Die Arbeit mit der Presse wurde gerade eben erst begonnen. Es gibt also noch nicht tonnenweise Pressearbeit bisher. Du bist einer der Ersten. Die Reaktionen sind bisher alle zu 100% positiv, also ein wenig anders als bei der letzten CD.
 

Wenn du eine Liste erstellen müsstest mit allen Alben deiner Karriere auf der das Album auf Platz 1 wäre mit dem du am meisten zufrieden bist. Auf welchem Platz würde Schizo Deluxe landen?
 
Never, Neverland #1, Schizo Deluxe #4, die ersten drei wären Alice, Neverland und King Of The Kill.
 
 
„All For You“ war im Prinzip ein Best of...-Album während ich Schizo als Mischung zwischen dem Debüt und „King Of The Kill“ einstufen würde. Früher hast du sehr gerne mit den Stilistiken und Sounds der Band experimentiert, während du heute eher auf Bewährtes zurückgreifst. Sind deine Zeiten für Experimente vorüber?
 
Manchmal experimentiert man und manchmal wird einfach beeinflusst. Entweder von der Musik die man gerade hört und mag oder von persönlichen Phasen....gute wie schlechte. Es ist nicht möglich mit elf „Back In Blacks“ oder „Reign In Blood's“ oder „Number Of The Beast's“ anzukommen. Das schaffst du nicht jedes Mal.
Also tust du einfach das was du am Besten kannst und versuchst es so gut wie möglich. Manche machen es so nicht, ich schon.
 
 
 „All For You“ hatte einige überragende Songs, möglicher Weise mit die Besten deiner Karriere. Ich denke da vor allem an den Titelsong, an „Bled“ oder „Holding On“, aber nicht jeder Song hat in meinen Augen funktioniert.  Auf „Schizo...“ hast du Songs die vor allem durch eine gleich bleibende Qualität zu überzeugen wissen. Allerdings ist „Schizo...“ auch eine Scheibe ohne große Hohen und Tiefen. Würdest du dem zustimmen?
 
Gute Art es auszudrücken... Obwohl, einige lieben „All For You“. Ich mag gut und gern sechs Songs, wenn ich so zurück blicke. „Schizo Deluxe“ dagegen hat für mich sieben saustarke Songs und der Rest hat etwas Eigenes und Besonderes. Entweder durch Patten, meine Gitarrenarbeit oder das Drumming. Wenn du als Künstler deine Arbeit beendet hast, wie beispielsweise eine CD, dann fühlt es sich immer an als ob es das Beste wäre was du jemals gemacht hast. Normalerweise zumindest. Aber nach ein paar Monaten oder einem Jahr schaust du zurück und siehst oder hörst ob es wirklich so toll war. Ich habe Treffer und Nieten und Einiges irgendwo dazwischen. Hehe.
 
 
Mittlerweile haben deine Alben, zumindest die letzten zwei, auch wieder einen guten Sound. War es eine harte Schule soviel Prügel für deine Produktionen einzustecken? Gerade „Wake The Furys“ wurde stark kritisiert. Was hast du daraus für dich persönlich gelernt?
 
Ich denke, alle CDs haben ihren eigenen Sound. Das ist das coole an der Sache... genau wie sie ihre eigenen Sänger oder Drummer oder sogar Songstil hatten. Auf „Wakening...“ war das Drumming überragend. Joe, der Sänger war auch klasse. Einige meiner coolsten Solos sind auf dieser CD. Aber ich versuchte ein wenig mit dem Gitarrensound zu spielen und machte in störend für die meisten Hörer. Wie auch immer, du würdest es nicht glauben wie viele Leute auf mich zu kamen und mir sagten wie sehr sie den Gitarrensound von „WTF“ lieben. Hehe. Aber „Schizo...“ ist die am Besten klingende CD bisher.
 
 
Ich finde einige der Samples zu Beginn mancher Songs extrem lustig. Wo hast du eigentlich das Sample in Deutsch her und warum hast du zu Beginn des Songs „Plasma Zombies“ ausgerechnet die Sounds dieses uralten Videospiels gesetzt? Das habe ich als Kind Anfang der 80er immer in irgendeinem Kino gezockt.
 
Die Soundeffekte kommen daher, dass ich zu Hause noch eine superteure CD mit Sounds rum fliegen hatte, welche ich nie benutzt habe. Eines Tages dachte ich mir, ich müsste das Ding einmal verwenden und so habe ich vor fünf Songs einfach die Sounds davor gepackt, welche thematisch am Besten dazu passten. Ich hab sie dann dabei gelassen, weil ich mich einfach an sie gewöhnt hatte. Und sie passten super!
Diesen speziellen Effekt fand ich auch auf der CD.
 
 
„Like Father, Like Gun“ ist ein klarer Song gegen die momentanen Kriegstreibereien. Egal ob Terroristen wie Hamas oder die Bush-Regierung. Alle werden als Kriegshetzer von dir angeprangert. Die Musik erinnert mich an Dimebags Pantera, der ja bekanntlich erschossen wurde. War dies so beabsichtigt?
 
Es gibt keinerlei Verbindung zu Dime, außer vielleicht dass in der Musik, im Groove so etwas wie ein bisschen Sabbath-Style drin ist, was ja auch auf PANTERA ein großer Einfluss war. Der Song startet ganz einfach damit, dass ich mir einen Nachrichtenartikel angeschaut habe, in dem es um erwachsene Männer ging welche Gewehre über ihre Köpfe hielten und Hass, Tod und Gewalt schrieen. Und das alles während ihre Kinder daneben standen. Traurig...
 
 
Mir erscheint es, als ob die Texte für „Schizo Deluxe“ deine bisher politischsten sind. Hatte die globale Situation mit all seinen Krisenherden so einen starken Einfluss auf dich?
 
Sie wirken möglicherweise politisch, aber sie sind viel allgemeiner und eigentlich nur Beobachtungen und Meinungen von mir über das was ich sehe. Nichts wirklich leidenschaftliches, nur um ein wenig zum Denken anzuregen. Obwohl, manchmal haben sie schon sehr ernste Themen. Meine Musik kommt aus meinem Innersten und von meinen Erfahrungen die ich in meinem Leben gemacht habe, aber meine Texte kommen von Dingen die ich im TV gesehen, über die ich gelesen oder von Freunden gehört habe. Sehen...zuhören...
 
 
Zum Schluss, was bedeutet es dir nach Europa und speziell nach Deutschland zu kommen und was für Erinnerungen hast du an Deutschland? Du kommst ja seit den 80ern hier her. Ich habe euer erstes Konzert in Frankfurt im Volksbildungsheim für das Debüt noch sehr gut in Erinnerung.
 
Europa ist mein zweites Zuhause, vor allem Deutschland. Ich habe mich in die Frauen aus Hannover verliebt. Hahaha! Aber die deutschen Fans sind der Grund warum ich immer noch gute CDs heraus bringe, auch nach über zwanzig Jahren nachdem ich die Band gestartet habe. GERMANY RULES!


Leserkommentare:

Kommentare Noch keine Kommentare vorhanden




Skull Weitere Infos: Skull

Verfasser:
Azriel

Gelesen:
603x

Kommentare:
Kommentare Noch keine Kommentare

» Zurück



















- Heavy Metal, Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, Gothic Metal, True Metal, Doom, Grindcore und vieles mehr -
Metal District - Das Magazin mit Reviews / Rezensionen, Interviews, Underground - Specials, Fotos, News, Konzertterminen, Tourdaten, Mailorder und mehr!