Die DEATHSTARS sind zurück und wie es sich für eine anständige Band gehört, verfügt man mit Whiplasher nicht nur über einen charismatischen Frontmann, sondern auch über einen echten Charakterkopf, dessen Humor gerne mal etwas ‚schräg’ ausfällt. Nachzulesen in den folgenden Zeilen, die aufgrund des neuesten Outputs ‚Termination Bliss’ verfasst wurden.
Lass’ uns zunächst noch mal die Entstehung von DEATHSTARS anschneiden. „Es ging in den frühen Neunzigern los, als wir in der Undergroundszene des Extreme Metals verwurzelt waren. Wir spielten zu dieser Zeit bei Swordmaster und auch Dissection. 1999 sah ich in einer Dokumentation ein Foto eines Kerls mit AIDS, der mit einer Maschinenpistole bewaffnet in einer leeren Diskothek irgendwo in Tschetschenien stand. Irgendwie war mir dann klar, dass ich meinen Alpträumen freien Lauf gewähren konnte. Meine Vision war klar, denn dieses Foto sagte praktisch alles. Es war unsere Inspiration. Sicherlich etwas strange, aber sind das die Geisha-Kultur in China und LEGO nicht auch?“
Welche Bedeutung kommt dem Bandnamen DEATHSTARS zu und welcher Masterplan verbirgt sich hinter eurer Band? „DEATHSTARS steht für schwarze Hummer-Limousinen, gut geformte und sportliche Frauenkörper, Rasierklingen, luxuriöse Gewalt und Sex mit Kriminellen. Es gibt keinen Masterplan. DEATHSTARS sind der Plan der Sklaven der Dunkelheit. DEATHSTARS ist der ‚Slaveplan’. Wir sind Sklaven unseres eigenen Lebens.“
Dann lass uns mal zu eurem zweiten Output ‘Termination Bliss’ kommen. Wo siehst du die Unterschiede zu eurem Erstling ‚Synthetic Generation’? „Das erste Album waren die Eier und dieses hier ist der Penis und du kannst sicher sein, dass wir beim nächsten Mal realen Sex haben werden. Wir fühlen, dass etwas Großes abgehen wird und wir wachsen schnell. Wir sind für dieses Album durch die Hölle gegangen. Tiefe Depressionen, starke Medikamente aber auch unglaublicher Sex mit Prominenten verursachten dieses Werk. Ich schaue auf ‚Termination Bliss’ und fühle mich an Tara Reid erinnert. Wie auch immer – der Tod war in unseren Familien präsent, es gab gewaltvolle Enden von Beziehungen, sowie Verbrechen und ein Selbstmord. Dies alles beeinflusste das Album an dem wir schließlich fünf Jahre gesessen haben.“
Im Gegensatz zum letzten Mal habt ihr auf eine Coverversion verzichtet. „Die Billy Idol-Coverversion ‚White Wedding’ landete ohne mein Wissen auf dem Album. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass wir den Song verworfen hätten nachdem die Murderdolls damit ebenfalls auftauchten. Es sollte eigentlich nur für eine Single in Schweden verbraten werden. Grundsätzlich denke ich im Zusammenhang mit Coverversionen nur an Limited oder Special Editions.“
Die Texte sind sicherlich auch nicht ganz ohne. Mich würden speziell die Themen von ‚Motherzone’ und ‚Play God’ interessieren. „Grundsätzlich habe ich mich davon verabschiedet, die Texte in irgendeiner Form zu erklären, da dies jegliche Vorstellung des Hörers zerstört. Aber ‚Motherzone’ beschäftigt sich mit der Rückkehr zur Dunkelheit und ‚Play God’ behandelt das Brechen mit moralischen Werten – die dunkle gegen die helle Seite.“
Gelegentliche Riffs und auch von Zeit zu Zeit dein Pathos in der Stimme lassen sicherlich Vergleiche zu Rammstein zu, mit denen euch diverse Gazetten sicherlich in einem Atemzug nennen werden. „Yeah – lass die Leute nur vergleichen. Manchmal glaube ich, dass Vergleiche nur eine Abkürzung des Denkprozesses sind. Ich mag Rammstein, die es durchaus verstehen zu unterhalten. Ich denke jedoch, wir haben mit ‚Synthetic Generation’ unsere Ausdrucksform gefunden und nun nutzen wir diese Formel, um Musik zu schreiben. Wir konzentrieren uns darauf und nicht auf das Schaffen anderer Acts.“
Ich denke allerdings, dass ich nicht allzu falsch liege wenn ich behaupte, dass ‚Cyanide’ eine klare Sisters Of Mercy-Schlagseite aufweist. „Das ist sicherlich nicht mit Absicht passiert. Fakt ist jedoch, dass wir im Alter von 10 bis 15 Jahren reichlich Sisters gehört haben. Wir lieben die Beatles und Immortal ebenfalls und auch dies ist eine offensichtliche Inspiration für dieses Album gewesen. Wir hören eigentlich gar nicht so sehr die Musik, die die Leute glauben, dass wir sie hören. Manchmal ist das hart zu akzeptieren, aber ich beschäftige mich quasi nicht mit Bands wie den Rolling Stones oder Nine Inch Nails.“
Die Bandmitglieder greifen allesamt auf Pseudonyme zurück. Wie kommt’s? „Das ist noch ein Relikt aus der Zeit als wir Black-/Death-Metal spielten. Wir sind sehr stolz auf unsere Roots in dieser Szene und diese Namen sind eine Art der Erbschaft. Welche Bedeutung die Namen für dich haben, kannst du selbst entscheiden. Für mich stehen sie für Deluxe, Dunkelheit und erstklassige Dämonen.“
Die Uniformen, mit denen ihr auf dem Coverartwork zu sehen seid, sind doch etwas strange. „Stecke Personen, die keine moralischen Werte haben, in diese Uniformen und sie visualisieren unser System des Russian Death Pop. Wir bedienen uns gerne paradoxer Dinge, alleine schon beim Bandnamen. Deathstars – das ist Death Glam oder Russian Death Pop. Unsere Texte drehen sich stets um Konflikte und Widersprüche ... und um gut aussehende Frauen. Hey – wenn ihr meine Uniform nicht mögt, dann kommt in mein Bett und zieht sie mir aus. Das geht schneller als ihr denkt, Babies.“
Kann man auch die visuelle Umsetzung eurer Songs auf der Bühne erwarten? „Erwarte Dunkelheit mit einem Tick Finesse, eine Rockband mit Sinn für Vaginas und eine Band, die von den Eltern ganz sicher gehasst wird, wenn ihre Teenager uns anhören.“
Mit welchen Plänen werdet ihr 2006 letztendlich durchstarten? „Oh – wir haben viele Pläne. Du wirst es schon sehen, aber derzeit sind sie noch vertraulich. Ich kann sie dir gerne erzählen, aber danach muss ich dich einen Kopf kürzer machen.“
Lass mal lieber, Whipi …. aber sollten unsere Leser näheres Interesse haben: „Meine Telefonnummer ist 0046 77 97 237. Ruft mich an, wenn ihr wollt. Ich bin für 100 Dollar die Stunde zu haben.“