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Was für eine Frau – welch’ eine Stimme! Vergesst die ganzen Melodic Metal und Gothic-Ischen – Benedictum’s Veronica ist die Göttin! Gehet hin und preiset den Herrn, dass er solch ein Wesen erschaffen hat ……. aber zunächst mal ein paar sachliche Details zu einem astreinen und arschgeilen Heavy Metal-Album, das vor Energie und Frische nur so strotzt. Die Rede ist von Bendictum’s Debüt ‚Uncreation’:
„Pete Wells und ich haben früher bei Malady gespielt“ sprudelt es aus Veronica heraus. „Wir spielten hier eine Menge lokaler Shows, doch wurde uns irgendwann bewusst, dass das ständige Tingeln durch die Clubs von San Diego nicht alles sein kann. Wir wollten einfach mal sehen was passiert, wenn wir uns richtig dahinter klemmen und mal ein ordentliches Demo an den Start bringen. Da nicht alle Mitglieder von Malady dabei mitziehen wollten, trennten wir uns und so war der Weg für Benedictum frei. Der Schlüssel für eine gute Band ist sicherlich nicht nur in den musikalischen Fähigkeiten begründet, sondern es muss auch persönlich klappen. Du musst an einem Strang ziehen und mit den Jungs jetzt haben wir das gefunden. Es ist wie eine zweite Familie für mich und ich hoffe, dies wird immer so bleiben.“
Haben Malady CD-technische Spuren hinterlassen? „Malady haben ein selbstproduziertes Album veröffentlicht. Auch wenn es das Beste war, was wir zu dieser Zeit aufnehmen konnten, so ist es nicht unbedingt ein wirklicher Knaller. Wir mussten für die Aufnahmen beispielsweise einen anderen Computer ausleihen, den wir aber zurückgeben mussten, bevor wir mit dem Endresultat wirklich durch waren. Verglichen mit ‚Uncreation’ war das nur ein laues Lüftchen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit einer satten Erkältung innerhalb von zwei Tagen 13 Songs einsingen musste und auch ansonsten haben wir auf der Malady-CD nicht immer alle Töne richtig getroffen.“

Wenn ich mir deine Killerröhre auf ‚Uncreation’ so anhöre, fallen mir einige Namen ein und das sind nicht unbedingt unbekannte Sänger aus der Nachbarschaft. Wer hat dich persönlich am meisten beeinflusst? „Da gibt es eine große Bandbreite. Offensichtlich ist wohl Dio. Aber ich liebe auch Tina Turner, Mellissa Ethridge, Sarah Vaughn, Rob Halford, Pat Benetar, Parramore McCarty, Tony Martin … und das sind noch längst nicht alle.“
Als ich die CD das erste Mal meinem Gemüt zuführte, war ich mir nicht ganz sicher, ob ich es hier mit einer Frau oder einem Mann zu tun habe, da ich mir beim ersten Lauschangriff den Blick ins Booklet oder ins Bandinfo spare. Ich könnte mir vorstellen, dass ich da nicht der Einzige bin, der von einer gewissen Unsicherheit befallen war. „Ja – das habe ich schon ein paar Mal gehört – und ich nehme es als Kompliment. So höre ich mich nun mal an, wenn ich Metal singe und ich hoffe, dass es Platz für eine Stimme wie die meinige da draußen gibt. Es ist sicherlich nicht die weiblichste Stimme der Welt, aber es ist meine und ich mache das Beste daraus. Ich hoffe, ich klinge nicht immer zu aggressiv. Ich habe versucht auch ein paar andere Parts in die Songs mit einzubringen, aber wie gesagt: So klingt meine Stimme nun mal.“
Jetzt aber bitte keine falsche Bescheidenheit. So ein Powerorgan findet man wahrlich nicht alle Tage. Aber lass uns auch mal über Benedictum als Ganzes reden. Einige der Songs erinnern mich an alte Savatage-Highlights. „Cool, dass du das erwähnst. Die Person, die unsere Bandbio verfasst hat, war da wohl ähnlicher Auffassung. Aber auch hier gibt es ein weites Spektrum an Einflüssen, die natürlich auch Sabbath und Dio beinhalten. Die Jungs haben alle ihre Vorlieben zu denen zum Beispiel Savatage, Megadeth, At The Gates, John Bonham, (jazz great)Buddy Rich, Zack Wylde, Pantera,Warren DiMartini und George Lynch gehören. Aber auch diese Liste ließe sich fast beliebig fortführen.”

Gerade in Europa ist es ja zurzeit absolut hip eine Frau mit an Bord zu haben. Meist spielt sich das Ganze aber dann doch im Symphonic Metal oder Gothic-Bereich ab. Im traditionellen Metal herrscht nach wie vor fast ausschließlich das männliche Geschlecht. „Ich mag diese Symphonic-Geschichten, aber es wäre absolut nichts für mich. Wenn ich meinen Mund aufmache, dann kommt nun mal diese Stimme raus. Viele Leute haben mich schon gefragt, warum ich eigentlich Metal mache und nicht eine andere Art der Musik. Gerade Leute, die mit Metal nichts anfangen können, lassen natürlich solche Fragen gerne los. Das bringt mich fast um, denn ich liebe Metal einfach und mit einer solch kräftigen Frauenstimme wie der meinen, bietet sich der Metal ohne Wenn und Aber an. Ich denke Craig Goldy (Dio-Gitarrist) hat da auch sicherlich seinen Anteil dran, denn er hat mir immer wieder gepredigt, wie gut meine Musik zum Metal passen würde.“
Und wie sieht es mit der Akzeptanz für eine Metal-Queen in den Staaten aus? „Es hat sich schon einiges geändert, obwohl immer noch zwei, drei Leute zur Show kommen, die mich auf die Bühne gehen sehen und dann denken ‚ein Chick als Sängerin – let’s go’. Im März erscheint unser Album in den Staaten und dann wird man sehen, wie die Reaktionen ausfallen“
Musikalisch greift die Band auf persönliche Erfahrungen zurück. „’Two Steps’ beispielsweise schrieb ich während einer Zeit, in der es mir wirklich nicht besonders gut ging und so war der Song wie eine Bewältigung des Problems für mich. ‚Them’ handelt von einigen Leuten mit denen ich zusammen gearbeitet habe und die mir dann ganz schön in den Rücken gefallen sind. ‚Wicca’ hingegen basiert auf einem Buch, welches in der Zeit der Hexenjagd spielt. Hier schreibt ein Vater einen Brief an seine Tochter in dem er erklärt, welche Leiden er durch sie durchlebt. Der Name der Tochter war übrigens auch Veronica. ‚Ashes To Ashes’ befasst sich damit, dass nicht alles so ist, wie es einem zunächst erscheint. Nach außen wirkt alles harmonisch, aber in Wirklichkeit spielt sich eine wahre Tragödie hinter den Kulissen ab.“

Das Einzige, was mich etwas irritiert hat ist, dass ihr gleich zwei Black Sabbath-Cover auf dem Album verewigt habt. „Das stand eigentlich so nicht auf dem Plan. Wir waren etwas in Zeitnot und wollten ‚Rainbow In The Dark’ von Dio mit auf’s Album nehmen. Wir nahmen aber zusätzlich ‚Mob Rules’ auf und als wir das Ergebnis von ‚Rainbow In The Dark’ hörten, stellte sich heraus, dass der Song nicht so rüber kam, wie wir das dachten. Somit entschlossen wir uns kurzfristig auch noch ‚Mob Rules’ als Bonus mit auf das Album zu packen.“
Jetzt steht die Band in den Startlöchern live alles zu geben. „Es wird mit Sicherheit eine sehr energiegeladene Show werden. Ihr werdet eine hungrige Band zu sehen bekommen. Mein Traum ist es, theatralische Elemente in die Show mit einzubauen, aber aufgrund des begrenzten Budgets (Spenden sind gerne willkommen, haha) werden wir einfach auf die Bühne gehen und gnadenlos loslegen.“

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3 Kommentare vorhanden:
The GOTTFATHER of BEER (12.10.2006 20:35:09)
Ja Stimmt die Stimme von Veronica is der Hammer !!!
Matze (15.10.2006 11:11:22)
Nicht nur die stimme.Hübsches Mädel.
Legion (15.10.2006 12:23:22)
typisch unser matze *gg*
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