

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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COURAGEOUS
Listening Session zu 'Downfall Of Honesty' |
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Am 29. Juni 2006 luden COURAGEOUS und Produzent Uwe Lulis (Ex-GRAVE DIGGER, REBELLION) zur Listening-Session und Freunde, Verwandte und Presse fanden sich in den Black Solaris-Studio ein um den neuesten Ergüssen der Band zu lauschen. Wie so oft schon von den verschiedensten Schreibern propagiert, gilt auch hier: Ein einmaliges Hören kann nie zu einer finalen und vor allem fairen Beurteilung führen. Trotzdem habe ich versucht so objektiv wie möglich mich dem Thema zu widmen und dies hier ist das Ergebnis.
01. The System Has Failed
02. A Million Eyes
03. Praise Thy Name
04. Downfall Of Honesty
05. Alter Ego
06. My Sheltered Dishonour
07. Hollow Creation
08. Human Sacrifice
09. Sacrified Hypocrisy (Instrumental)
10. Days Of Wrath
11. The Guf (The Final Sign)
The System Has Failed
Der Opener und wohl schon bei Fans und Presse bekannt. Schließlich wurde der Song schon bei den Konzerten mit VICIOUS RUMORS live gespielt. Und der damalige Eindruck trügte nicht. Der Song besticht durch klassisches Riffing, einer thrashigen Strophe und ungewöhnlich aggressivem Gesang. Schon der erste Song ist ein volles Brett, dass alle bisherigen Stärken der Band in sich vereint, ohne sich in irgendwelchen Schnörkeln zu verlieren. A Million Eyes Klingt ganz klar nach den Vorbildern aus Seattle (NEVERMORE). Wenn ich den Song mit einem Wort bezeichnen müsste, wäre „schräg“ wohl der passende Ausdruck. Sowohl die Harmonien, wie auch die Breaks, wirken schräg, disharmonisch und der psychotische Gesang setzt hier noch einen oben drauf. Somit wirkt „A Million Eyes“ mehr als sperrig und muss wohl mehrmals gehört werden um bewertet werden zu können. Praise Thy Name Beginnt mit Tribal Drums und wirkt sehr rockig. Der Gesang ist klar, wartet mit einem sehr schönen Chorus auf und auch sonst ist die Ausrichtung eher straight. Dazu überrascht man mit einem schönen Akkustik-Mittelpart. Modernes, hartes und melodiöses Stück Musik mit einer sehr reifen „erwachsenen“ Gesangsleistung von Chris. Geil! Downfall Of Honesty An einen Titelsong hat man ja immer besondere Erwartungen. Aber meistens bekommt man etwas anderes vorgesetzt, als man erwartet hat. So auch hier. Statt auf übertriebene Härte oder Geschwindigkeit zu setzen, wartet man mit extrem fiesen Riffs und noch fieserem Gegentakt von Drummer Jan auf. Dazu eine eher typische Gesangslinie von Chris. Hier gibt es die typischen Trademarks mit neuen Elementen. Ein Song mit Ohrwurmcharakter. Sehr fein! Alter Ego Und noch eine Überraschung. PINK FLOYD-artige Töne, kombiniert mit MACHINE HEAD-Akkorden sorgen für einen spannenden, heftigen Einstieg. Dabei entwickelt sich der Song zu einem harten Midtempo-Stampfer. Dazu (wieder) ein sehr schöner, mehrstimmiger Gesang. My Sheltered Dishonour Ähnlich wie bei „Praise Thy Name“ ein moderner Ami-Rocker. Zumindest der Beginn klingt als wäre er auf den amerikanischen Markt zugeschnitten. Bis hier hin der zweite Song der mich nicht überzeugen kann und nach dem ersten Hören im Gegensatz zu den anderen Liedern ein wenig abfällt. Hollow Creation Mit „Hollow Creation“ haben wir den eher klassisch ausgerichteten Song mit typischem Heavy Metal-Riff. Klingt fast 80er-lastig, allerdings mit einer MACHINE HEAD-Strophe und hochgesungenem Refrain. Der Mittelpart orientiert sich dann eher an NEVERMORE und VICIOUS RUMORS. Der Song insgesamt klingt ok, wobei der Refrain nicht überzeugen kann und eher den Schwachpunkt darstellt. Human Sacrifice Nach zwei schwächeren Stücken jetzt wieder was feines. Typische NEVERMORE-Harmonien übergehend in Stakkato-Riffing mit klassischem COURAGEOUS-Refrain. Sehr schöner Song. Sacrified Hypocrisy (Instrumental) Schöner Einstieg mit orientalischer Melodieführung und kommt wie eine Mischung aus VICOIUS RUMORS und “Egypt” von DIO. Sehr geiles Instrumental in der Tradition von „Merciless Onslaught“ (METAL CHURCH) bei dem sich Gitarrist Oli Lohmann richtig austobt. Days Of Wrath Guter Song der sich nach thrashigem Beginn zum klassischen, psychotischen Stampfer entwickelt, wie ihn nur COURAGEOUS schreibt. Dazu ein flockiger, schön-melodischer Abgang mit schönem Gesang. The Guf (The Final Sign) Und ein Kracher zum Schluss. Klingt als würde Smirgol (Gollum aus Herr der Ringe) einen auf Power/Thrash machen würde. Der Song klingt fies, disharmonisch, hat einen mörderischen Groove und wartet mit einem NEVERMORE-Riff auf, dass Loomis nicht besser hätte schreiben können. Dazu gibt es eine kleine Sprechrolle für Tomi Göttlich (Ex-GRAVE DIGGER, REBELLION). Abschließend ist zu sagen, ob jetzt objektiv oder nicht, dass ich beim erstmaligen Hören einer COURAGEOUS-CD noch nie so oft eine Gänsehaut ob der superben Qualität bekommen habe wie diesmal. Die Musik wirkt reifer, erwachsener. Man vertraut mehr auf seine Stärken als in der Vergangenheit und hat überflüssigen Ballast über Bord geworfen. Einen nicht unbedeutenden Anteil an dem überzeugenden Eindruck hatte auch der exzellente Klang. Uwe Lulis hat einen exzellenten Job an den Knöpfchen abgeliefert. Der Sound war klar, druckvoll und wenn die Scheibe den guten Sound auf der heimischen Anlage bestätigen kann, dann rückt er in eine Riege mit Sneap und Classen auf. Interview mit Chris Staubach zur neuen CD Die obligatorische Frage zuerst, was ging bei der Produktion diesmal schief? Das zieht sich ja wie ein roter Faden durch alle Studioaufenthalte von COURAGEOUS. Chris: (lacht) Mh na ja, wir hatten ein paar technische Probleme, die obligatorischen Dinge die halt passieren und haben es dann ein bisschen Schleifen lassen. Insgesamt haben wir ein paar interne Probleme gehabt. Keine Ahnung, Ruck Zuck war die Zeit um. Es ist halt so, wir haben hier einen lockeren Aufnahmeprozess gehabt, der uns auch sehr zu gute kam. Wir haben viel gelernt hier im Studio und haben auch viel Spaß gehabt, mussten aber ab und zu ein paar Kompromisse eingehen. Das heißt, wenn Uwe beispielsweise ein paar lukrative Zwischenjobs bekommen hat, mussten wir ein paar Tage pausieren. Das hat dazu geführt, dass wir irgendwann eine Phase hatten wo wir den Faden verloren haben. Wir waren zu lange draußen, dann sollte es mit irgendwas weiter gehen, konnten aber nicht und schwuppdiwupp war alles rum und dann musst du dich erst mal wieder reinkämpfen. Es war ein harter Prozess, muss man ehrlich gestehen, aber ich denke das Ergebnis gibt uns recht. Sieht man sich das Cover an, werden automatisch Gedanken an die Attentate auf das World Trade Center wach. War das auch so gedacht, oder was ist mit dem „Niedergang der Aufrichtigkeit“ gemeint? Ja also, mit dem World Trade Center hat das gar nichts zu tun. Es ist einfach nur ein Symbol. Wir haben uns ein Symbol gesucht, das praktisch aus dem Chaos heraus ragt... Auferstanden aus Ruinen.... Genau, im Endeffekt haben wir zwei Songs auf dem Album die sehr inspiriert wurden durch Stephen King „The dark Tower“ und irgendwann kam, glaube ich, sogar meine Freundin auf die Idee den dann irgendwie mit einzubauen. Das war dann einfach die zündende Idee. Wir haben es dann umgesetzt, es sah supergut aus und der Turm ist das einzig wahre in dem ganzen Chaos, das einzig Standhafte... Der Wachturm... ...in dem sich alles bündelt. Nein, keine Ahnung, wie auch immer. Nein, das stimmt schon. Der Untergang der Ehrlichkeit, man sollte sich halt mal die Texte durchlesen, dann weiß man worauf es bezogen ist. [Rumpeldipumpel, in dem Moment wurde man durch eine der Studio-Damen abgelenkt nach dem Wunsch auf Essen und Trinken gefragt und der Schreiber dieser Zeilen hätte sich fast auf die Fresse gelegt, weil die Bank drohte mit ihm umzukippen. Somit bleibt festzuhalten, dass dieses Interview unter Einsatz der Würde und Gesundheit des Autors geführt wurde. Die Gesundheit blieb erhalten, die Würde weniger. Aber nun weiter im Text] Ja, also lies dir einfach die Texte durch, dann wirst du es merken. Es bezieht sich auf mehrere Dinge, private Dinge, Musikbusiness, was auch immer. Was lief diesmal beim Songwriting anders oder war es wie immer? Wenn man sich die Scheibe anhört, kommt einen als Schlagwort „COURAGEOUS ist erwachsen geworden“ in den Sinn. Ich sehe die neue Scheibe als reifer an. Früher habt ihr euch meines Erachtens öfters mal verstrickt. Stellenweise hatte man das Gefühl, dass das Songwriting nach dem Motto „hier ist noch ein geiles Riff, da noch eine geile Melodie und das passt noch rein und hier noch ein Break“ und diesmal wirken alle Songs konzeptionell durchdacht. Der Song an sich wurde einfach mal durchgezogen, egal was für Ideen im Nachhinein noch aufkamen. Der Song steht und gut ist. Ich gebe dir da Recht. Da bin ich völlig deiner Meinung, na ja ein paar Punkte vielleicht die ich als Musiker anders sehe, aber das hast du schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Ich denke wir haben in der Vergangenheit immer das gemacht, was wir wollten. Wir haben uns nicht limitieren lassen. Um so länger du mit Songs arbeitest.... ich möchte jetzt nicht sagen, dass sie dir langweilig werden, aber dann denkst du „ach, da könntest du doch noch was und hier und da und lasst uns das doch noch ausprobieren“ und dann entsteht leicht, dass was du gesagt hat, dass man sich vielleicht ein wenig verheddert ohne dass man das selber merkt. Jetzt war es einfach so, dass wir uns gesagt haben, wir wollen schon den Stil von „Inertia“ fortführen, wo wir aus unserer Sicht schon nicht mehr diese langen Songs machen wollten, sondern etwas komprimierter und kompakter, haben aber jetzt noch mehr darauf geachtet. Also, ich denke diesmal sind die Songs direkt. Sie sind kompakt. Sie können für sich alleine stehen und sie sind nicht mehr so zerrissen, so dass sie nicht mehr auf Teufel komm raus moderne oder traditionelle Riffs haben und dann sagen „jetzt müssen wir aber noch was anderes machen“. Sondern wir haben gesagt „wenn der Song das braucht, dann geben wir ihm das“, dann ist er halt entweder traditionell oder modern oder wie auch immer, aber er ist kompakt. Da hast du schon recht, aber grundsätzlich haben wir nichts anders gemacht. Man redet schon mehr über die Songs und man hat auch mehr Erfahrung. Natürlich haben uns auch Presseleute oder Business-Leute oder Menschen die uns wichtig sind Tipps gegeben. Auch Uwe war unglaublich wichtig bei der ganzen Angelegenheit und das war auch gut so. Presse ist ein ganz gutes Stichwort. Egal ob Presse, Bekannte oder auch Gästebucheinträge von Fans, wie geht ihr prinzipiell mit Kritik um, wenn man genau weiß, dass 80% aller Freunde und Fans die üblichen Schulterklopfer sind und dann doch der eine oder andere herausragt und mal eine kritische Stimme erhebt. Sehr differenziert. Am Anfang freut man sich natürlich über jeden der einen lobt. Das ist ganz klar, man will ja eigentlich nur gelobt werden. Auf der anderen Seite erkennt man sehr schnell, wer grundsätzlich nur lobt. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Leute die sich grundsätzlich nur negativ äußern wollen, weil sie das Gefühl haben, dass sie nicht mit der Masse mitschwimmen wollen. Alles was hochgejubelt wird, ist grundsätzlich scheiße. Und ich bin der richtige Fan, weil ich die Sachen kenne die keiner kennt. Und ich bin derjenige, der die Sachen geil findet, die alle anderen Scheiße finden. Die Fans gibt’s auch, genau wie in der Presse und im Bekanntenkreis, die dann irgendwann mal damit rausrücken, dass sie die Platte ja eigentlich doch sehr geil finden, aber „na ja, ich musste ja mal was Schlechtes sagen“. Aber mit Kritik oder Lob gehen wir sehr differenziert um. Es ist nun mal so, dass einige Meinungen sehr wichtig sind und auch sehr gewichtig sind, andere wiederum nicht so. Das muss man einfach wissen. Ändert nichts daran, dass wir die Meinung derer die nicht ganz so wichtig sind, in Anführungsstrichen, nicht genauso schätzen wie alle anderen. Es ist ein Unterschied ob irgendein, ohne es abwerten zu wollen, Online-Magazin jetzt eine Kritik schreibt oder ob das Rock Hard dich zerreist. Das ist schon ein Unterschied. Man zieht sich halt seine Essenz raus und schaut in welche Richtung gehen die einzelnen Dinge, gibt es irgendeinen roten Faden, wo wir vielleicht mal drüber reden können. Aber sobald du wieder im Proberaum stehst und neue Songs schreibst, geht die Runde wieder von vorne los und du schreibst nur für dich und hast vielleicht die eine oder andere Sache im Hinterkopf, bei der du sagst „das wollen wir mal probieren“ und dann sitzt du hier wie heute abend und schwitzt Blut und Wasser, ob die Presse die Platte mag oder nicht. Es ist leider so. Und wir müssen mit beidem leben, Positivem wie Negativem. Wobei ich jetzt mal eine Lanze für die Webzines brechen muss, weil bei den unterschiedlichen Schreibern und Redaktionen natürlich auch unterschiedliche Interessen dahinter stehen. Das muss man auch ganz klar sehen. Nein, nein, das soll jetzt nicht heißen, dass die Schreiber von Online-Magazinen nicht ganz so kompetent sind oder nicht ganz so wichtig sind. Das hat damit nichts zu tun. Es geht einfach nur um den Einfluss eines Online-Magazins an sich auf die Hörerschaft, auf Verkaufszahlen und was auch immer. Das ist ohne Wertschätzung. Das hat nichts damit zu tun, ob ich das gut oder schlecht finde, sondern es ist einfach so. Aber, das hast du heute sicher auch so gesehen, es sind viele Online-Magazine eingeladen worden und wir sind mit vielen auch befreundet. Und das ist uns auch sehr wichtig, dass wir auch diesen Leuten die Chance geben und nicht nur Rock Hard oder Metal Hammer oder wen auch immer einladen. Ihr habt jetzt mit VICIOUS RUMORS und mit NEVERMORE die Bühne geteilt. Zwei eurer Helden. Fehlt eigentlich nur noch MACHINE HEAD. Falls ihr mal mit Flynn und Co. Auf der Bühne steht, löst ihr danach die Band auf, weil ihr eure Träume erfüllt habt? (lacht) Nein, natürlich nicht, weil wir gesehen haben, dass die beiden Erstgenannten auch nur mit Wasser kochen. Im September spielen wir wieder mit NEVERMORE. Das ist wieder ein Traum, das ist der Hammer. Mittlerweile gibt es eine gewisse Freundschaft zwischen uns, mit VICIOUS RUMORS sowieso. Es macht auch jedes Mal wieder Spaß mit denen zu spielen, aber wenn wir natürlich mal mit MACHINE HEAD spielen könnten, die von ihrem Level noch mal ein Stückchen höher sind, als die beiden Ersteren, würde uns das genauso freuen. Aber wir würden genauso gern mal mit TESTAMENT spielen, aber auch mit SYSTEM OF A DOWN. Den Jungs würden wir auch mal gern auf die Finger kucken und versuchen den einen oder anderen Fan von uns zu überzeugen. Es gibt viele. Oli würde mal gerne mit MUSE oder TOOL auf die Bühne gehen, keine Ahnung. Weißt du, es gibt da viele Helden. Aber MH passen einfach musikalisch besser. SYSTEM OF A DOWN wird schwierig. Vor allem da sie jetzt fünf Jahre Pause machen. Fünf Jahre wird es aber nicht dauern bis „Downfall Of Honesty“ auf den Markt kommt. Review zur CD wird folgen und wenn COURAGEOUS einmal in eurer Nähe spielen sollten, geht hin. Es lohnt sich.
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