CELLADOR
...beständig knallt die Kellertür!

CELLADOR haben mit ihrem bei Metal Blade Records veröffentlichten und von Erik Rutan (MORBID ANGEL) und Labelboss Brian Slagel höchstpersönlich produzierten Debutalbum
„Enter Deception“ ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Das Langeisen muss Vergleiche mit der internationalen, überwiegend europäischen Power Metal Elite nicht scheuen und dabei sind die Jungs gar keine Europäer, sondern Amerikaner aus dem verschlafenen Nebraska, dass auch nicht gerade als Dreh- und Angelpunkt der US-Metalszene bekannt ist.
Das alles ist Grund genug für uns mit Mastermind und Bandgründer Chris Petersen, der sich als sehr gesprächiger und sympathischer Interviewpartner herausstellt, mal das ein oder andere Wort zu wechseln.

Hey Chris,
erzähl uns doch mal etwas über die Entstehungsgeschichte von CELLADOR und eure Entwicklung bis zum heutigen Tag.


Also die Anfänge von CELLADOR gehen zurück ins Jahr 2003, als ich mir in den Kopf gesetzt habe eine eigene Band zu gründen, nachdem ich zuvor jahrelang durch andere lokale Metal Bands getingelt bin, die allerdings nie wirklich meinem Stil und meinen Einflüssen entsprachen. Ich stand schon damals zum größten Teil auf das was aus Europa rüberkam, also alles von Power- bis Prog- über Death- und Thrash Metal und meine ehemaligen Bandkollegen schien das Zeug nicht die Bohne zu interessieren. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich: Wenn ich wirklich in einer Band spielen will, die zu hundert Prozent meinen Vorstellungen entspricht, dann muss ich diese selbst gründen. Mein Ziel war es eine bombastische Melodic Metal Band zu haben, die aus der Masse der NU Metaller und Metalcore Bands hinausstechen würde. Zu Beginn gab es einige Line Up-Wechsel, aber Mitte 2004 wurde ich durch eine Anzeige auf unseren derzeitigen Drummer David Dahir aufmerksam. Kurz danach konnte ich einen befreundeten Gitarristen davon überzeugen die 6-Saitige an den Nagel zu hängen und künftig bei uns Bass zu spielen. So stieß Valentin Rahkmanov zur Band. Den Rest des Jahres 2004 probten wir und begannen die Songs unseres
4-Track Demos einzuspielen, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen Sänger hatten. Glücklicherweise änderte sich das im Januar 2005, als Michael Gremio zur Band stieß, der auch direkt nach seinem Einstieg die Songs des Demos einsang und es so vervollständigte. Nur 2 Monate später begannen wir Live zu spielen und dank sehr guter Kontakte über andere Bands und das Internet, kamen auch relativ schnell viele Angebote von Veranstaltern und Labels rein. Im Mai 2005 kam dann das Angebot unserer derzeitigen Plattenfirma Metal Blade Records, die das Demo von THE BLACK DAHLIA MURDER erhielten, die bei ihnen unter Vertrag sind und mit denen wir zuvor die Bühne teilen durften. Den Rest des Jahres 2005 verbrachten wir damit die Songs für unser Debut vorzubereiten und während dieser Zeit stieß auch Bill Hudson, unser jetziger zweiter Gitarrist zur Band. Im Dezember enterten wir dann die Mana Studios um zusammen mit Erik Rutan das Album aufzunehmen...

CELLADOR ist ein doch recht ungewöhnlicher Name für eine Metalband.
Wofür steht er?


Der Name ist zusammengewürfelt aus den englischen Wörtern Cellar (Keller) und Door (Tür) und schon J.R.R. Tolkien fand diese Wortkombination sehr eloquent und schön. Ich konnte das nachvollziehen und fand den Wortklang passend für eine epische Melodic Power Metal Band. Anfangs war es nur eine spontane Idee, aber nun bin ich froh darüber, denn es ist ein Name der mysteriös und zweideutig ist, aber dass nur auf unsere Band bezogen.

„Enter Deception“ ist mittlerweile veröffentlicht und seit den Aufnahmen sind ein paar Tage ins Land gezogen. Wie zufrieden seid ihr mit dem Endresultat und was sind deine Lieblingssongs?

Wir sind unheimlich zufrieden mit dem Ergebnis. Wir hatten einige Punkte die wir mit diesem Debut rüberbringen wollten und das ist größtenteils so passiert. Zum Beispiel wollten wir eine sehr rohe, brutale und intensive Produktion, die sich von den Outputs anderer Power Metal Bands unterscheidet und wir wollten, dass das Album von Anfang bis Ende energiegeladen und intensiv rüberkommt. Songs die auch Live funktionieren und einfach Spaß machen zu hören und zu spielen.
Meine Lieblingssongs auszuwählen ist recht schwer für mich, aber einige funktionieren meiner Meinung nach auf dem Album besser als noch auf dem Demo: „Leaving All Behind“, „Never Again“ und „Seen Through Time“ knallen auf dem Album unheimlich gut, wobei mir hingegen die Demoversionen von „A Sign Far Beyond“ und „Forever Unbound“ besser gefallen. Aber alles in allem liebe ich eigentlich jeden Song des Albums.

Wie wichtig ist es für euch ein Label wie Metal Blade im Rücken zu haben?

Das ist der Wahnsinn! Metal Blade leisten unglaubliche Arbeit: Sie supporten uns bei den Mainstream Hardrock Radiosendern, durch Magazine und sogar über MTV. Es ist schon heftig zu sehen, wie eine europäisch klingende Power Metal Band hier die gleichen Plays und Features erhält, wie die großen Metalcore Bands oder Bands anderer, angesagter Stile im Rock. Der Fakt, dass wir diese Band sind erscheint mir fast schon surreal.

Wie zuvor erwähnt hat Erik Rutan euer Album produziert. Wie hilfreich ist es, einen derart erfahrenen und talentierten Producer und Musiker an der Seite zu haben?

Mit Erik zusammenzuarbeiten war eine ungemein wichtige Erfahrung für uns. Er hang sich wirklich total rein und schaffte es, das beste aus den jeweiligen Performances rauszukitzeln. Viele Leute fragen uns ob er überhaupt wirkliches Interesse daran hatte mit uns zu arbeiten, weil er sonst ja nur extreme Metal Genres produziert und wir müssen jedes Mal sagen: Auf jeden Fall, denn eigentlich war er bis ans Ende des Jahres komplett ausgebucht, aber nachdem er unser Demo gehört hatte, legte er seinen Zeitplan so um, dass er uns noch einschieben konnte. Er war das beste was unserer Produktion hätte passieren können.

Omaha in Nebraska ist nicht gerade das, was man als die Hauptstadt des Metal bezeichnen kann. Ihr müsst ja schon fast Exoten-Status genießen...

Wir sind dort definitiv Exoten, haha... Es gibt dort einfach keine Power Metal Szene. Das war einer meiner Antriebe dazu diese Band zu gründen, um den Leuten zu zeigen was abgeht. Am Anfang war es ein wenig seltsam andauernd mit Bands anderer Stilrichtungen zocken zu müssen, da es einfach keine Band bei uns gab, die den gleichen Stil spielten, aber heutzutage sind wir froh mit Bands aus so vielen unterschiedlichen Genres gespielt zu haben, da wir nun nicht mehr wirklich auf diesen kleinen Szenekreis beschränkt sind , sondern das Ganze sehen.

Euer Bassist Valentin trägt auf der Bühne schon mal gerne das ein oder andere EDGUY-Shirt, was meiner Meinung nach von gutem Geschmack zeugt. Was sind eure wichtigsten Einflüsse. Ich tippe mal spontan, das DRAGONFORCE dazugehören, richtig?

Wir haben sehr viele verschiedene Einflüsse, aber die wichtigsten kommen aus dem Melodic- und Thrash Metal Sektor. Ich liebe Thrash und mein Stil ist geprägt durch Bands wie METALLICA, MEGADETH, SLAYER, TESTAMENT, OVERKILL, KREATOR und andere. Später wurde es dann immer mehr Power Metal, also kann man sagen, dass die Haupteinflüsse von CELLADOR Bands wie HELLOWEEN, MEGADETH, NOCTURNAL RITES, STRATOVARIUS, YNGWIE, SLAYER , IRON MAIDEN, GAMMARAY und ähnliche sind. Natürlich hat jeder auch seine eigenen Einflüsse, wie zum Beispiel unser Drummer Dave, der auf ziemlich extremes Metalzeug steht, oder Valentin und Bill, die den Hard Rock der 70er und 80er Jahre über alles lieben.
(Geschickt die DRAGONFORCE-Anspielung umschifft, Chris – Anm. d. Verf.)

Was bedeuten die Songs für euch? Sollen sie einfach Arsch treten, oder gibt es tiefere Bedeutungen dahinter, eine Art Selbsttherapie quasi?

Wir versuchen mit den Songs dem Hörer ein Gefühl von Kraft und Individualität zu geben und zu vermitteln. Yeah, wir stehen auf Kick-Ass-Songs, die Spaß machen zu spielen, aber wir legen auch wert darauf Lyrics zu haben, mit denen sich der Hörer verbunden fühlen kann.
Zusammengefasst geht es größtenteils darum du selbst zu sein und dich nicht von den
Versuchungen der Gesellschaft manipulieren zu lassen. Ich mag zwar die Idee sie als „Therapie“ zu sehen, aber soweit würde ich nicht gehen, haha...

Ihr befindet euch derzeit auf Tour durch die USA, aber wie sieht es mit Deutschland aus? Werden wir CELLADOR in naher Zukunft auch bei uns erleben können?

Jap, wir touren derzeit von der einen Küste zur anderen. Ich weiss, dass wir im Oktober noch ein paar Shows in den USA spielen werden und dass das Gesprächsthema schon auf Europa- und Japantouren gefallen ist. Möglich ist Ende 2006 oder 2007, aber genaueres kann ich leider auch nicht sagen... wir sind genau so gespannt wie du.

Okay, bleibt abschließend noch „Danke“ für das Interview zu sagen, viel Erfolg mit „Enter Deception“ und die letzten Worte gehören wie immer dir, Chris:

Danke an Gonzo und den Rest von METAL DISTRICT, dass ihr einer jungen Band wie CELLADOR ermöglicht interviewt zu werden und so neue Hörer zu erreichen. Wir waren von Anfang an auf die Hilfe von Webzines und Online Promotion angewiesen und bedanken uns für die Zeit und den Aufwand, den ihr Jungs darein investiert.
An alle Leser:
Hört mal in „Enter Deception“ rein! Es ist eine hymnische, intensive und bombastische Platte geworden, die nicht nur Power Metal Jüngern sondern Metal Fans im Allgemeinen gefallen dürfte, da sie auch sehr viele extreme Elemente in sich trägt.

THANKS ALOT AND KEEP IT METAL!!!

Werden wir Chris, werden wir...

Wer sich selbst ein Bild von der Truppe machen möchte, kann dies übrigens auf www.cellador.com tun.




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Skull Weitere Infos: Skull

Verfasser:
Gonzo

Datum:
23.08.2006

Gelesen:
550x

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