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Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
CRIMSON FALLS
"Interview mit Kristofer Damen"

Kurz nach online setzen meines Reviews zum Debüt der belgischen Deather CRIMSON FALLS erreichte mich die Anfrage des Gitarristen Kristof Damen bezüglich eines Interviews. Da man auch gerne den Underground unterstützt, gewährte man dem Herren die Gunst. Und obwohl man im Laufe des Interviews mehrere Male nicht einer Meinung war, sind die Antworten des Hr. Damen doch lesenswert und zeigen einen Menschen auf, der mit viel Herzblut bei der Sache und von seiner Musik mehr als überzeugt ist.
 
Hallöchen, wenn man sich euer erstes Album zum ersten Mal anhört, bemerkt man das sehr oldschool lastige Songwriting, eingebettet in einen modernen Sound. Da stellt sich für mich die Frage, was du an Musik bevorzugst? Modern oder oldschool?
 
Meistens, wenn wir nach einer Stilbeschreibung für unsere Band gefragt werden, antworten wir deathMETALcore, denn wir kombinieren Einflüsse aus verschiedenen Subgenres, als da wären melodischer, schwedischer Death/Thrash, Metalcore, brutaler US Death Metal und auch einige moderne Einflüsse.
Diese Stile könnte man also als unsere Favoriten betrachten. Musikalisch haben uns eine Menge Bands beeinflusst. Die meisten Mitglieder von CRIMSON FALLS haben mehr oder weniger denselben, aber ziemlich breit angelegten, Musikgeschmack, also alle hören viele unterschiedliche Metalbands. Die Namen von einigen Hauptacts, die unserer Meinung richtig Arsch treten wären also: ALL SHALL PERISH, AT THE GATES, ABORTED, HEAVEN SHALL BURN, LAMB OF GODS, BURNING SKIES, IN-QUEST, NEVERMORE, MESHUGGAH, BEHEMOTH, MORBID ANGEL… die Liste ist endlos.
Mit CRIMSON FALLS wollen wir diese Bands aber nicht bloß kopieren, wir wollen nicht eine weitere Band sein die dieselben Riffs spielt, die jeder immer und immer wieder hört.
Wenn wir mit einem Riff ankommen, dass zu sehr nach einer anderen Band kling, dann verwenden wir es nicht.
Wir versuchen unsere eigene Kombination dieser Stile zu kreieren. Wie du an unserer Bandliste sehen kannst, ich erwähnte es schon, mögen wir ältere Bands genauso wie moderne.
Mit CRIMSON FALLS streben wir einen modernen Sound, Melodien und Songwriting an.
 
Wie groß ist der Einfluss einer Band wie NAPALM DEATH, speziell auf eure Texte? Und wie wichtig sind euch sozialkritische Texte im Allgemeinen?
 
Ich muss zugeben, ich bin nicht sonderlich vertraut mit den textlichen Inhalten von NAPALM DEATH. Also kann ich keine Antwort zu unseren Texten im Vergleich mit ihnen geben. Ich werde ihre Texte später einmal anchecken, um zu sehen ob es hier Übereinstimmungen gibt.
Ich persönlich mag eine Menge Texte der Hardcore beeinflussten Bands wie HEAVEN SHALL BURN; SHAI HULUD, REVEAL, etc…
Aber auch Death Metal Bands wie MORBID ANGEL oder BEHEMOTH haben sehr interessante und beeinflussende Texte. Neben diesen Bands gibt es noch andere Dinge aus denen ich meine Inspirationen ziehe. Eine sehr wichtige Quelle für meine Inspiration ist mein eigenes Leben.
Dies wird in Songs offensichtlich, in denen es um meine eigenen Überzeugungen oder meine Art zu Leben/Denken geht, wie zum Beispiel in „Erase All Fear“. Einen Song zu schreiben, kann also ein guter Weg sein, um mit Frustrationen oder Gefühlen aus deinem persönlichen Leben umzugehen. Ich habe dies auch im Song „Poetry For The Scum“ umgesetzt, der Leuten gewidmet ist, die mich wie Scheiße behandelt haben. Neben diesem gibt es aber noch so viel mehr, das dich inspirieren kann, wie alles mögliche das in unserer modernen Welt und Gesellschaft passiert. Du musst nur den Fernseher einschalten um dich inspirieren zu lassen, wie über Terrorismus im Song „Martyr vs. Terrorist“, Mobbing „Book Of Memories“ oder dem Aufstieg der Technologien und seiner Folgen „Control Alt Delete“. Und obwohl ich kein großer Kunstliebhaber bin, muss ich doch zugeben, dass auch Kunst eine große Inspiration sein kann.
Ich schrieb die Texte für „Four Slaves, Four Struggles“ nachdem ich einige Skulpturen in der Academia del’Arte in Florenz, Italien gesehen hatte. Um einen tieferen Einblick in unsere Texte zu gewähren, worum es geht und von wem wir inspiriert wurden, haben wir einige Linernotes im Booklet von „The True Face Of Human Nature“ hinzugefügt. Also CRIMSON FALLS ist eine Band die definitiv glaubt, dass Texte sehr wichtig sind und die möchte dass die Songs einen realen Inhalt haben.
 
In meinem Review schrieb ich „Das größte Manko dieser durchaus gefälligen Scheibe ist das wechselhafte Niveau. Mal wird von der vorgetragenen Wucht der Hirnschmalz zu den Ohren rausgedrückt, mal langweilt die Scheibe Minutenlang. Mal schiebt sich ein dermaßen fettes Riff aus den Boxen, dass man Punkte im 9er Bereich vergeben möchte, dann schwappt ein Song durch die Speaker, der so lahmarschig und einfallslos daherkommt, dass man die CD vor Wut an die Wand klatschen möchte.“ Kannst du dies nachvollziehen und was denkst du, wenn du solche Statements liest?
 
Natürlich stimme ich mit dieser Meinung überhaupt nicht überein, weil ich denke, dass wir ein hohes Niveau über die komplette CD erreicht haben. Das Review auf Metal District ist das einzige bisher, dass uns so bewertet hat. Aber natürlich respektiere ich deine Meinung. Jedem das Seine.
Jeder kann sich über uns und unsere Musik seine eigene Meinung bilden. Wenn du es magst, magst du es, wenn nicht dann halt nicht. Wir haben damit kein Problem.
Momentan interessiert mich nur, welche Songs du brilliant findest und welche deiner Meinung nach scheiße sind. Wenn ich das wüsste, könnte ich mehr zu deiner Meinung sagen. Vielleicht fühlst du so, weil wir eine Menge unterschiedlicher Stile in unseren Songs kombinieren, was möglicherweise dazu führt, dass einige Parts für dich weniger interessant sind.
Wir gaben jedem einzelnen Song die volle Aufmerksamkeit und Arbeit die er benötigte. So, für uns kann jeder Song einzeln für sich stehen und hat sein eigenes Gesicht.
 
Wie sind denn die Reaktionen der Presse bis hier hin?
 
 Die Reviews für „The True Face Of Human Nature” sind toll bisher. Wir haben fantastische Reaktionen von Leuten bekommen, die unser Album gekauft oder auf unserer Myspace Seite gehört haben. Dasselbe gilt für die Reviews. Ich glaube, 90% der bisherigen Reviews reichten von gerade gut bis brilliantes Zeug. Also, wir können uns bisher kaum beschweren.
 
Was für Pläne habt ihr für die Zukunft?
 
Mit CRIMSON FALLS ist unser Hauptziel für 2007 so viele Shows wie möglich zu bekommen. Wir wollen soviel Spaß wie irgendwie möglich auf der Bühne haben. Wir wollen, dass so viele Leute wie möglich mit unserer Musik in Berührung kommen, unser neues Album promoten und an Orten spielen, an denen wir noch nie waren.
Das heisst, wir hoffen in die Länder um uns herum dieses Jahr aufzuschlagen. In Holland läuft es zurzeit auch recht gut für uns. Wir arbeiten auch sehr hart daran um nach Deutschland, Luxemburg und Frankreich zu kommen. Wir haben zum ersten eine Wochenendtour in Deutschland mit FEAST FOR THE COWS geplant und hoffentlich kommt bis Ende des Jahres noch mehr dazu.
Gerade jetzt buchen wir eine Wochenendshow mit A TRAITOR LIKE JUDAS im November, interessierte Veranstalter können also gerne mit uns Kontakt aufnehmen.
Neben diesem arbeiten wir auch an neuen Songs, was ein weiteres Hauptanliegen für 2007 ist. Wir planen keinen Stillstand und wir haben eine Menge neuer Ideen die hoch kochen, also schreiben wir weiterhin auch neue Songs.
 
Du hast mich nach diesem Interview selbst gefragt. Das ist ziemlich ungewöhnlich in einer Zeit in der jede Band seine eigene Werbeagentur hat. Wollt ihr keine eigenen Promoter um die Dinge selbst unter Kontrolle zu behalten, seid ihr Kontrollfreaks oder war einfach kein Promoter an euch interessiert?
 
Wir sind eine Band, die realisiert hat, dass man selbst hart arbeiten muss, wenn du etwas mit der Band erreichen willst. Wenn die Leute dich nicht kennen oder von dir noch nie gehört haben, werden sie auch deine Musik nicht anhören und sie werden natürlich auch nicht deine CD kaufen.
Also musst du sicherstellen, dass die Leute dich kennen lernen indem du so viele Shows wie möglich spielst, Interviews gibst oder durch jede andere mögliche Art und Weise Werbung zu machen.
Die größeren Bands und Plattenfirmen haben ihre eigenen großen Werbemaschinen hinter sich. Bei einer kleineren Band wie unserer ist das nicht der Fall. An dem Punkt an dem CRIMSON FALLS sich jetzt befindet, ist es mach es selber oder es läuft nix. Und obwohl wir ein cooles Label wie Shiver Records haben, entschlossen wir uns dafür es lieber selbst zu machen. Also ist es für mich schon überraschend, dass du es als so ungewöhnlich einschätzt, dass wir keine Werbeagentur haben.
Wir sind schließlich nicht KILLSWITCH ENGAGE oder MORBID ANGEL. Ich denke, die meisten Bands unserer Kategorie müssen es selbst machen, ohne diese Art der Unterstützung zu haben. Aber für uns, ich habe jetzt meine eigene Agentur gestartet und nennt sich Regenesis Agency (www. regenesis-agency.com).
Diese Agentur seinen Fokus vor allem auf das Buchen und Organisieren von Konzerten gelegt, aber wir können natürlich auch die eigene Vermarktung hier unterbringen, wenn wir das wollen.
Natürlich hoffen wir eine richtige Werbeagentur für unser nächstes Album zu finden.
 
“Prelude To The Cataclysm” wurde in einem anderen Studio als der Rest aufgenommen und man kann auch wirklich den differierenden Sound hören. Der Song klingt wesentlich schwächer als die anderen. Glaubst du nicht, es wäre besser gewesen den Song ans Ende der CD als Bonus zu platzieren, anstatt direkt in die Mitte des Albums, wo jeder den Unterschied hören kann? Glaubst du nicht, dies stört den Fluss des Albums?
 
Als erstes muss, für alle die den Song nicht kennen, gesagt werden, dass „Prelude…“ nicht ein typischer CRIMSON FALLS Song mit hämmernden Drums, verzerrten Gitarren und geschrieenem Gesang ist. Es ist nur ein Klavier Intermezzo mit keinerlei Gesang.
„Prelude…“ wurde tatsächlich in einem anderen Studio aufgenommen als der Rest der CD, aber er wurde genau wie alle anderen Songs im CCR Studio produziert. Tatsächlich haben wir im CCR einige Effekte über die Original Pianoaufnahmen gelegt, um es ein wenig altmodischer klingen zu lassen und ihnen eine natürlichere Atmosphäre zu geben.
Also klingt „Prelude…“ genau so wie wir wollten, das es klingt. Der einzig richtige Platz für diesen Song ist direkt vor „Four Slaves, Four Struggles“, aus dem simplen Grund, weil er das Vorspiel für diesen Song ist und weil die Pianomelodie exakt die gleiche ist, wie aus einem Riff in „Four Slaves, Four Struggles“.
Hauptsächlich wollten wir eine softere Passage auf der CD haben, zwischen all dem brutalen Scheiß, um dem Hörer Zeit zu geben ein wenig Luft zu holen zwischen all dem Metal Wahnsinn. Wir haben dies auch bei den Songs „Prelude To The Cataclysm“ and „In Flanders Fields“ gemacht. Ich glaube also nicht, dass es den Fluss des Albums stört.
“Four Slaves, Four Struggles” blast doppelt so hart, weil vorher ein softerer Song steht, der das Ganze aufbaut.
 
Letzte Worte?
 
Zuerst mal Danke für dieses Interview und die Unterstützung. Ich hoffe, viele eurer Leser werden unsere Musik antesten. Wir haben zwei Songs von unserem neuen Album online auf  www.myspace.com/crimsonfalls. Wenn euch gefällt, was ihr hört, kauft das Album. Neben diesem werden wir einen Haufen Shows dieses Jahr spielen, also kommt und testet uns an.
Wir hoffen noch einige Shows später dieses Jahr in Deutschland zu spielen, also Veranstalter die nach neuen, jungen Bands Ausschau halten, können bei uns anfragen.
Mosh it up, bang your head and horns up!
 
Kristof Damen
 
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Verfasser:
Azriel

Datum:
22.07.2007

Gelesen:
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