

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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DIES ATER
Interview mit Impurus |
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![]() Das aktuelle Klangprodukt "Odium's Spring" der deutschen Black Metaller DIES ATER hat nicht nur mir wippende Füsse beschert, sondern wurde durchweg sehr positiv aufgenommen. Grund genug, DIES ATER, vertreten durch Impurus mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Dies Ater gibt es ja schon recht lange, seit 1994. Was kannst Du uns zur Bandgeschichte erzählen, warum habt ihr Dies Ater entstehen lassen? Ja, uns gibt es tatsächlich schon seit 13 Jahren - eine lange Zeit. Das wird man hier jetzt nicht alles erzählen können. Die gesamte Story kann man auch auf unserer Internetseite nachlesen. Aber mal ehrlich, wen interessierts?
Die Reaktionen auf euer neuestes Output "Odium's Spring" sind ja durchweg positiv. Habt ihr mit so viel begeisterter Resonanz gerechnet und wie steht ihr selbst zum Ergebnis? Die Aufnahmen liegen ja schon recht lange zurück. Gibt es im Nachhinein was, was ihr anders und besser hättet machen wollen? Zu Meckern gibt es im Nachhinein eigentlich immer was. Im Falle von "Odium´s Spring" fällt mir da allerdings nichts Gravierendes ein. Außer, dass vielleicht an manchen Stellen die Keyboards zu leise gemischt sind und das Schlagzeug teilweise zu sehr im Vordergrund steht. Das kann man selber aber kaum noch objektiv beurteilen, fehlt doch hier der nötige Abstand zum eigenen Werk. Die guten Reviews sind natürlich eine Bestätigung, spielen jedoch für uns keine große Rolle. Man kennt es von zahlreichen anderen Bands: "Wir machen die Musik für uns. Wem es nicht gefällt, auch gut". Der Meinung schließen wir uns trotz aller Ausgelutschtheit an. In eurer offiziellen Bio konnte man nachlesen, dass ihr eine regelrechte Label-Odyssee hinter euch habt, die auch schon mal zu Zwangspausen geführt haben. Jetzt seid ihr bei Twilight untergekommen. Seid ihr zufrieden mit dem Support des Labels? Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden. Twilight sind unkompliziert und machen solide Arbeit. Wir sind ja nicht von den Verkaufszahlen abhängig, da wir alle verschiedenen Berufen nachgehen und somit finanziell unabhängig sind. Deshalb kann uns Werbung usw. auch ziemlich egal sein. Die von Twilight sehen das natürlich anders, denn ihr Job ist ja, dass sich ihre Bands gut verkaufen. Das scheinen sie ganz gut zu machen, denn es gibt immer wieder neue Reviews oder Werbeanzeigen von Dies Ater in den Magazinen. Dadurch kommen wir wieder ins Gespräch und das ist für uns nach zweijähriger Bühnenabstinenz selbstverständlich erfreulich. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Kommunikation zwischen Band und Firma. Bei Black Attakk/Episode musste man starke Nerven haben, um den Chef persönlich an den Apparat zu bekommen. Wünsche wurden zwar prompt bejaht, jedoch selten erfüllt. Auf emails wurde nicht geantwortet, vor allem wenn es um offene Studiorechnungen ging. Zum Ende hin wurde gelogen bis sich die Balken bogen. Zum Glück nahm die Sache noch ein gutes Ende und kurze Zeit später bekamen wir das Angebot von Twilight. Hier arbeit man realistisch, verspricht generell nichts, man kümmert sich und alles läuft irgendwie professioneller ab. Deshalb sind wir bisher ganz zufrieden. Ihr habt euch die Scheibe im Stage One veredeln lassen. Warum dieses Studio, gab es andere Optionen? Wie liefen die Aufnahmen? Gab es Pannen oder auch lustige Anekdoten? Wir haben unsere Alben davor in bekannten Studios wie z.B. im Harris John´s Spiderhouse oder Bluehouse Studio aufgenommen. Jedoch waren wir auch immer auf der Suche nach einer Steigerung. Das Stage One Studio war uns schon lange vorher ein Begriff und wenn man die Scheiben von dort mal anhört, stellt man sofort diesen eigenwilligen, fetten Sound fest. Auch vom Preis ist das Stage One kaum teurer als andere und deshalb fragten wir an und bekamen im Mai 2004 einen Termin für die "Out of the Dark" Mini CD. Insgesamt war es eine großartige Erfahrung, so dass wir unbedingt eine weitere, volle Scheibe dort aufnehmen wollten. So kam es zwei Jahre später zur Aufnahme von "Odium´s Spring". Auch diesmal haben wir wieder viel dazugelernt. Andy Classen ist einfach in seiner Arbeit professionell. Vor allem macht er viel im Alleingang, bringt Verbesserungsvorschläge und setzt die Vorstellungen optimal um. Pannen gab es eigentlich überhaupt keine. Alkoholbedingte Anekdoten dafür umso mehr: Einige Mädels aus Bühne (so heißt das Kaff) dürften noch schlüpfrige Erinnerungen haben, an die Nächte, in denen sie die letzte Unschuld verloren und auch die Anwohner im Nachbardorf reparieren ihre Vorgärten wahrscheinlich noch heute. Der Krawall auf den umliegenden Dorffesten war schon geil… Ansporn genug, um gleich eine weitere Platte zu machen und dort aufzunehmen. Nachdem ich euch in meinem Review schon den einen oder anderen Hit auf diesem Release attestierte, habe ich in diversen anderen Reviews ähnliches gelesen. Kann man so etwas planen? War euch bewusst, als ihr die Songs "Hail Old Times!" oder auch "The Arrival" aufnahmt, dass diese echtes Hitpotential haben? Wie würdest Du reagieren, wenn ihr plötzlich in den Charts wieder findet? Was uns vor allem aufgefallen ist, dass in den verschiedenen Reviews häufig völlig verschiedene Songs als Hit hingestellt werden. Der Titelsong "Odium`s Spring" wurde beispielsweise sowohl als schwächster, als auch schon als Anspieltipp besprochen. Dieser Umstand spiegelt ganz gut die verschiedenen Geschmäcker wieder. Wir versuchen aus jedem Song irgendwie einen Hit zu machen. Ob das dann geklappt hat, hört man weder im Proberaum noch auf den Vorabaufnahmen, sondern wirklich erst wenn das Album fertig und auch zu kaufen ist. Diesmal scheint es der Song "Die Gier nach eurem Untergang" zu sein, den viele am besten finden. Der Refrain eignet sich augenscheinlich zum mitgröhlen… Die Charts sind uns egal. Aber mal ein Konzert zu spielen, bei dem die ganze Meute den Text mitgröhlt, wäre schon sehr geil! Wie entstehen bei euch neue Songs? Gibt es einen Hauptverantwortlichen, oder ist das mehr ein demokratischer Prozess? Auf früheren Alben waren mehr Songs mit deutschen Texten, auf "Odium's Spring" nur zwei. War das geplant? Wer schreibt die Lyrics? Es gibt bei Dies Ater eine klare Arbeitsteilung, die sich über die Jahre so herausgemendelt hat. Impurus denkt sich die Riffs aus und arrangiert gemeinsam mit Ole C. die Songs. N.T. schreibt die Texte und teilt diese auch ein. Torgrim denkt sich die Bassläufe aus und ist für den klaren Gesang zuständig. So können wir am besten zusammen arbeiten. Ob die Texte in Englisch oder Deutsch geschrieben werden, entscheidet N.T. spontan, je nach Gemütslage. Dabei sind die deutschen in der Regel aggressiver, da sich unsere Muttersprache dafür schon rein phonetisch besser eignet. Warum habt ihr eigentlich ausgerechnet Falcos "Out of the Dark" gecovert? Das ist zweifellos ein sehr geiler Song, dennoch vermutlich nicht unbedingt eine typische Wahl für eine Metalband. Wie kam es dazu? Welchen Song würdest Du persönlich gerne mal covern und warum? Wir wollten schon immer mal etwas covern, das nicht so richtig zum BM passt. Häufig werden sonst irgendwelche Metal-Klassiker nachgespielt, die sich im Original dann doch viel besser anhören. Der Prozess des Coverns ist dann eigentlich nur noch als Huldigung zu verstehen. Das wollten wir einfach nicht. Falco hat uns als durchgeknallte Koksnase schon länger eingeleuchtet und der Song "Out of the Dark" hat förmlich nach härteren Gitarren und Doublebass geschrieen! Als nächstes werden wir dann doch ein paar Klassiker für die anstehenden Live-Konzerte einstudieren. Hier freuen sich die Fans immer, wenn sie alte Hits mal wieder live hören können, ohne 50 Euro Eintritt zahlen zu müssen. Welche Musik hörst Du privat? Hast Du eine Top5 im Moment? Welche Scheibe / Band ist Dein absoluter All-Time-Fave? Beeinflusst dich die Musik, die Du privat hörst, auch für Dein eigenes Songwriting oder die Vorstellung, wie Dies Ater klingen sollten? Beeinflusst wird man von vielen Dingen, nicht nur von Musik. Mittlerweile sind wir vom BM leider eher gelangweilt und hören vermehrt den alten Heavy Metal oder richtig abgedrehtes, experimentelles Zeug. Eine aktuelle Top 5 gibt's im Moment nicht. Ich probiere aber mal ein paar "All-Time-Faves" aufzuzählen: dazu gehört auf jeden Fall das Debüt von Arcturus, eine selbst zusammen gebastelte Best of CD von Judas Priest, Paradise Losts "Gothic", Pink Floyds "Dark Side of the Moon", Inquisition´s "Magnificent Glorification of Lucifer" und Motörheads "Inferno"... Wie bist Du zum (Black) Metal gekommen? Was bedeutet Dir Musik, oder im Falle von Black Metal, auch die damit verbundene Einstellung und wie sieht die für dich persönlich aus? Wie stehst Du zu dieser "Szene" (früher/heute)? Musik ist ein fester Bestandteil unseres Lebens und wird es auch immer bleiben. Musik ist eine Form des Ausdrucks, der jenseits der Sprache liegt und damit noch eine archaische Kraft besitzt, an das kein anderes Medium herankommt. Zum BM ist jedes Bandmitglied anders gekommen. Bei mir war es mal eine Dark Throne Platte, die eine zuvor noch nicht gekannte Stimmung innehatte. Eine gemeinsame Charakterdisposition haben wir aber alle gehabt, nämlich das Interesse an der Schattenseite des Lebens und das ist vielleicht auch die mit BM verbundenen Einstellung (gewesen). Die Szene von heute ist da anders und leider viel angepasster als wir es früher waren. Hast Du eine Lieblingsband, die Dir eher peinlich ist? Wenn ja, welche? Peinlich ist mir davon keine. Ich sehe es eher als peinlich an, den ganzen Tag nichts anderes als Black Metal zu hören, unter dem Motto "der Rest der Welt ist Scheiße". Das macht man, wenn man vielleicht 16 Jahre alt ist. Und selbst da haben ich und der Rest auch andere Musik gehört. Natürlich bleibt der Schwerpunkt Metal. Einzelne Bands hier aufzuzählen fällt - wie gesagt - schwer, es wechselt ständig! Was treibst Du / treibt ihr im 'normalen' Leben? Welcher Arbeit gehst Du nach, wo oder womit verbringst Du/ihr Deine/eure Freizeit? Seid ihr auch privat so richtig befreundet, oder seht ihr euch nur im Proberaum? Über meinen Arbeitsplatz möchte ich nichts preisgeben, ein bisschen Mystik muss bleiben! Für den Hörer wird es auch nicht von besonderer Bedeutung sein, ob wir als Zuhälter, Nuttenpreller oder im Gaswerk tätig sind. Vielleicht nur so viel: Wir haben mit Menschen zu tun…Als Band sind wir natürlich miteinander befreundet und das wird wohl auch so bleiben. Jeder hat mittlerweile sein komplett geregeltes Leben, teilweise mit eigener Familie, ist mit Studium oder eben mit fester Arbeit ausgelastet. Wir sehen uns natürlich auch außerhalb des Proberaumes, an Wochenenden, wenn ordentlich gesoffen und ausgerastet wird. In diesen Momenten spielt auch die Band überhaupt keine Rolle! Habt ihr schon mal außerhalb von Deutschland gespielt? Wie waren die Reaktionen in anderen Ländern? Leider haben wir noch NIE außerhalb von Deutschland gespielt! Mag man kaum glauben, aber es hat sich einfach nichts ergeben in all den Jahren. Es wäre aber längst an der Zeit. Wir hoffen, dass Twilight uns da behilflich werden wird. Eine Tour wäre also genau das richtige und war kurze Zeit im Gespräch. Jedoch wurde von Twilight kein Headliner gefunden und deshalb fiel das ganze ins Wasser. Sehr bedauerlich, hätte doch jeder zur geplanten Zeit sich frei nehmen können. Wir hoffen weiterhin auf eine Tour mit einer größeren Band durch Europa. Ist aktuell eine Tour oder Konzerte geplant? Wenn ja, für wann? Habt ihr bereits Festivalangebote für nächstes Jahr oder gibt es ein Festival, wo ihr irrsinnig gerne mal spielen würdet? Mit welcher anderen Band würdet ihr gerne mal zusammen ein Konzert geben? Fest steht, dass wir auf dem Wolfzeit Festival am 5. September nächsten Jahres mitspielen werden. Außerdem am 8. März in auf dem Blood & Flames(www.blood-and-flames.de) Fest inWürzburg. Auch probieren wir mal wieder in unserer alten Heimat Berlin aufzutreten, da gibt es aber noch nichts Konkretes. Eine echte Wunschband für Konzerte haben wir nicht. Wir haben viele Bekanntschaften zu anderen Bands, irgendeine von denen wird sich schon finden. Habt ihr schon mal 'ne richtige Pleite erlebt, was ein Konzert oder ein Festival angeht, also wo alles schief gegangen ist, was schief gehen konnte? Wie geht man mit so etwas dann um? Die größte Pleite war unser aller erstes Konzert 1995, welches in einer Schule stattfinden sollte. Der Veranstalter hatte Sorgen, uns als Black Metal Band anzukündigen und so liefen wir offiziell als Deutsch Rock. Als wir dann geschminkt und bewaffnet die Bühne betraten, gab es einige Überraschungen. In der Hälfte unseres zweiten Songs wurde der Strom abgeschaltet. Man wollte uns nicht weiter spielen lassen. Unsere Fans sind dann natürlich ausgerastet. Da uns die gesamte Backline gehörte, haben wir dann halt angefangen, die Bühne abzubauen, was für die nachfolgenden Bands natürlich nicht so toll war. Die Punker, die nach uns auftreten sollten, mussten dann unplugged spielen. Das war schon geil. Später haben dann einige Schüler ihren Eltern erzählt, wir hätten die ganze Zeit "Satan" geschrieen, was so natürlich nicht gestimmt hat. Einige Freunde von uns wären damals fast von der Schule geflogen… Ihr habt euch ja kontinuierlich von Release zu Release gesteigert, das Songwriting ist sehr viel ausgereifter geworden und auch stilmäßig habt ihr euch zumindest in letzter Zeit nicht wirklich festlegen wollen. Habt ihr schon konkrete Zukunftspläne, wie es mit Dies Ater weitergehen soll? Wie sehen Deine Wünsche dahingehend aus? Das nächste Jahr soll erstmal einige Live Auftritte bringen. Irgendwelche Strategien für zukünftige Projekte gibt es bei uns nicht. Wenn die Zeit reif ist, gibt's dann vielleicht auch wieder eine neue Platte. Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Die letzten Worte gehören Dir. Auch Dir vielen Dank für das Interesse an unserer Band. Soundbeispiele von Dies Ater findet ihr unter www.myspace.com/diesater.
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