

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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DEVILISH IMPRESSIONS
Interview mit Quazarre |
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![]() Hallo Quazarre! Lustig, dass ihr gerade mit mir ein Interview machen wollt, weil ich eurer Scheibe eine denkbar schlechte Benotung verpasst habe. Ich für meinen Teil halte es für zu chaotisch, zu stressig und zu überladen, mit allem möglichen. In vielen anderen Reviews habe ich ähnliche Kritikpunkte gelesen. Es scheint unmöglich, eure Musik in ein einzelnes Genre einzuordnen, was nicht schlecht an sich ist, aber ich hatte den Eindruck, dass ihr nicht nur mich, sondern viele Leute mit einem ratlosen Gesicht hinterlassen habt. Aber lass uns beim Anfang beginnen. Warum hast du DEVILISH IMPRESSIONS ins Leben gerufen und wann hat alles angefangen? Bitte erleutere doch kurz euren Werdegang für unsere Leser. Quazarre: Hallo Nicole! Entschuldige bitte die lange Verzögerung, aber aus verschiedenen Gründen war es mir vorher nicht möglich, früher an dem Interview zu arbeiten. Aber zum Thema der Frage. Zu allererst sind wir natürlich nicht hier, um die Erwartungen von irgendwem zu erfüllen, einzig die Erwartungen, die wir als Band an unsere Musik haben. Was für mich oder die Band 'gut' bedeutet, muss nicht zwangsläufig auch für andere 'gut' sein. Wenn es uns als Erschaffer befriedigt, wird der Opus als komplett erachtet. Das heisst nicht, dass wir uns einen Dreck um die Meinung anderer kümmern, aber am Ende der Geschichte gibt es Fans, die uns als Band unterstützen, sei es durch das Kaufen des Albums oder durch ihr Erscheinen bei den Konzerten. Ich würde nicht sagen, dass das Album zu chaotisch ist, weil es eigentlich auf recht simplen musikalischen Strukturen basiert, aufgebaut auf einer soliden, rhythmischen Konstruktion. Keine Ahnung, was du für Eindrücke hast - akzeptiere es oder nicht - in den meisten Reviews, die von den prestigeträchtigsten Magazinen eingeschlossen, wurde unser Album hoch gelobt, und manche gingen sogar soweit, uns als einen der vielversprechendsten Acts der heutigen extremen Szene zu beschreiben und als Thronanwärter der internationen Black/Death Metal Elite. Wie du siehst, hängt es stark davon ab, ob man es als Ganzes betrachtet oder ob du versuchst, es in seine Bestandteile zu zerlegen. Es gibt defintiv eine Black Metal Atmosphäre, die über allem schwebt, doch die Komplexität unserer Musik erlaubt es nicht, diese allein auf Black Metal zu reduzieren. Ich denke, jeder der es extrem, aber melodisch mag, sollte es zumindest interessant finden. Natürlich rede ich nicht über diese Art Melodien, die die Aggressivität ruinieren. Das ist verdammt nochmal Metal, also hat es auch irgendwie brutal und arschtretend zu sein. Aber wir schrecken auch nicht davor zurück, Dinge einzubauen, die andere als unzulässig halten würden, besonders in diesen Subgenres.Die obligatorische Frage zu "Diabolicanos". Ist das Album so geworden, wie du/ihr es haben wolltet? Wenn du heute, mit ein wenig Abstand, darauf blickst, bist du immer noch zufrieden mit dem Ergebnis? Ihr ward in Andy Classens Stage One Studio, und zugegebenermassen ist der Sound bemerkenswert gut. Warum habt ihr euch für dieses Studio entschieden und wie war die Zusammenarbeit? Wie wurde das Album bisher angenommen? Wir haben gut eineinhalb Monate im Studio zugebracht, um diesen Sound zu erreichen, und nebenbei sind wir mächtig stolz auf das gesamte Resultat. Wir haben an manchen Details einfach so lange gearbeitet, bis wir hundertprozentig zufrieden waren. Und ich glaube, wir haben etwas bemerkenswertes geschaffen und die Reviews bisher und die Reaktionen der Leute bei unseren Shows erfüllen alle unsere Erwartungen komplett. Mit "Diabolicanos" haben wir ganz sicher einen grossen Schritt für unsere Karriere erreicht, da es uns die Möglichkeit eröffnete, an wirklich prestigeträchtigen Touren teilzunehmen, an der Seite von grossartigen Acts wie BEHEMOTH ('The Apostasy European Tour'), OVERKILL, SAMAEL, ENSLAVED, TRISTANIA ('Wacken Road Show'), DISMEMBER (UK, Schottland, Irland und Nord-Irland Tour), HATE ('Rebel Angels Tour' in Polen), SATYRICON und so weiter. Direkt nach dem Albumrelease hatten wir unsere erste eigene Headlining-Tour ('Verbum Diaboli Tour') in der Ukraine, und das hat uns natürlich alles sehr dabei geholfen, das Album unter die Leute zu bringen, und auch, dass die ganzen Maniacs da draussen nicht nur die CD hören konnten, sondern auch an unseren Performances teilnehmen konnten. Wie schon weiter oben erwähnt, konnte ich mit eurem Album nicht wirklich viel anfangen. Obwohl ich durchaus vieles verschiedene höre, von Avant-garde bis experimentell, von Black Metal über Doom und sogar gänzlich unmetallisches Zeug, war in eurer Musik nahezu nichts, was ich wirklich greifen konnte, ich hatte sogar Probleme, überhaupt einen Punkt zu finden, an dem ich einen Weg hinein hätte finden können. Immer, wenn ich dachte, ich hätte einen gefunden, hat die nächste Wendung mich wieder rausgeworfen. Ich will nicht sagen, dass ihr schlechte Musik macht, ganz und gar nicht, aber definitiv ist das wohl nicht massentauglich, nicht einmal für die Black und Death Metal 'Massen'. Wer ist die Zielgruppe eurer Musik? Siehst du, ich habe DEVILISH IMPRESSION immer für ein Werkzeug gehalten, um meine eigenen, inneren Gefühle in bezug auf verschiedene emotionale Angelegenheiten auszudrücken, deshalb wird unsere Musik immer auch von vielen Dingen beeinflusst werden als nur solche, die üblicherweise mit Black oder Death Metal assoziiert werden...Ganz sicher ist es an freidenkende Menschen gerichtet, an die, die nicht einfach nur einen neuen Sound suchen, zu dem sie bangen können, sondern an die, die auch noch nach etwas besonderem suchen, etwas, das sie fesselt, wenn sie nach und nach die vielen Details und Ausdrucksformen entdecken, an denen wir so lange im Studio herumgefeilt haben, damit sie hörbar werden. Ich denke immer noch nicht, dass es zu komplex ist oder avant-garde. In gewisser Weise ist es das natürlich, aber die Musik von DEVILISH IMPRESSIONS ist, war und wird immer auf einer soliden metallischen Grundlage aufbauen und ungeachtet der vorhandenen strukturellen Komplexität ist es immer noch bangtauglich ;) Aber es hat daneben eben noch mehr zu bieten. Wir zwingen ja niemanden, unsere CD zu kaufen oder in bedingungslose Liebe dazu zu verfallen nach dem ersten Hören. Es ist so komplex wie es fordernd ist. Und ich glaube daran, dass niemand wirklich enttäuscht sein wird, wenn er "Diabolicanos" eine Chance gibt. Die einzige Frage ist, wie des Einzelnen Erwartungen beschaffen sind... Lass uns mal über eure Lyrics reden. Titel wie "Tales of Babylon's Whore" oder "I am the Son of God" deuten auf antichristliche Thematiken hin, aber es gibt auch Titel wie "There is no God or Satan" und "The word was made flesh turned into Chaos again", die auf Chaostheorien verweisen. Ich schätze, es geht um ein wenig mehr bei euch als das typische satanische / antichristliche Themengebiet. Was ist eure Message oder was wollt ihr eurer Hörerschaft bieten? Wie es scheint, muss ich etwas weiter ausholen und beginne mit der Erklärung des Albumtitels. "Diabolicanos" als Wort existiert so in keiner Sprache; es ist eine Art Symbol, so wie das umgedrehte Kreuz, das Pentragramm und so weiter. Ich habe es erschaffen als Reflektion meiner innersten Empfindungen dem ganzen religiösen Scheiss gegenüber, der uns heutzutage umgibt. Es stellt eine Art Gegenpol zu den bekannten Dominikanern (engl: Dominicanos) dar - die "Hunde Gottes" der Kirche, die verantwortlich sind für die grausamsten aller Taten der berüchtigten "Heiligen Inquisition". Das lyrische Konzept des Albums basiert auf den biblischen Büchern "Die Offenbarung" und "Das Buch Isajah", die eine recht unterschiedliche Sicht auf das Armageddon und seine Nachwirkungen haben. Während ich die Texte verfasst habe, habe ich versucht, die englischen Zeilen der Atmosphäre der lateinischen Zitate anzugleichen, die auf dem Album verwendet werden... Die "Diabolicanos" stellen die Stimme der religiösen Nonkonformität dar, die Oppostion zu der Zimperlichkeit und der falschen Moralität, die, die sich gegen die Dominierung über den menschlichen Willen [durch die Kirche/Religion] stellen. Viele Band kümmern sich nicht wirklich um ihre Lyrics, behandeln sie nur als weiteren Aspekt ihres musikalischen Konzeptes. DEVILISH IMPRESSION gehören zu der Gruppe von Bands, für die der lyrisch-textliche Ausdruck genauso wichtig ist wie die Musik selbst. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass es anders wäre. Das heisst nicht, dass die Leute unserem Denkansatz folgen sollen, weil wir uns keineswegs für die Besitzer der 'einzig wahren Wahrheit' halten. Ich glaube, dass jeder dazu bestimmt ist, für sich selbst zu denken, anstatt eines anderen Visionen und Ideen zu folgen. DEVILISH IMPRESSIONS behandelt das ganze Spektrum antichristlicher Thematiken, sollte aber dennoch nicht als typischer Black Metal Act gesehen werden, auch wenn manches das vielleicht implizieren mag.In der Vergangenheit hattet ihr eine ganze Reihe von Line-Up Änderungen. War es ein Problem, passende Musiker für deine Vision zu finden? Du kommst ursprünglich aus Polen, lebst jetzt aber schon einige Zeit in England. Wenn ich das richtig gesehen habe, leben einige deiner Bandmates immer noch in Polen, wie funktioniert das? Ich meine, regelmässige Proben dürften unter diesen Umständen einigermassen schwierig sein. Hatte das irgendeinen Einfluss auf den Schaffensprozess von "Diabolicanos"? Genaugenommen spielt das überhaupt gar keine Rolle, da ich für 90% der Musik allein verantwortlich bin. Normalerweise funktioniert das folgendermassen: Ich schreibe den Song quasi fertig, nicht nur ein paar Riffs und die Lyrics, und wenn wir uns dann treffen, nehmen wir vielleicht noch ein paar Detailänderungen vor und geben den Arrangements den letzten Schliff. Es gibt schon ein kleines Problem damit, weil wir einfach nicht immer dann zusammen proben können, wann wir wollen, aber auch dafür haben wir Wege gefunden, damit zurecht zu kommen. Wenn Auftritte oder Tourneen anstehen, treffen wir uns kurz vorher und proben eben dann solange, bis wir uns bereit fühlen, auf die Bühne zu gehen. Manchmal ist es schon schwierig, aber es findet sich immer ein Weg, das hinzukriegen. Um auf die ganzen Line-Up Wechsel zu sprechen zu kommen - Ich denke, es ist eine vernünftige Entscheidung, wenn du deine Band nach vorne bringen willst... nicht mehr und nicht weniger. Als das "Plurima Mortis Imago" Album erschienen war, gab es einen Moment, an dem nur noch ich und Turquoissa übrig waren, aber wir waren definitiv stark genug, schliesslich und endlich die richtigen Leute für unsere Band zu finden und der Maschinerie so einen neuerlichen Anstoss zu geben. Leute kommen und gehen und keiner ist in der Lage, daran irgendwas zu ändern...Kürzlich seid ihr in Deutschland auf Tour gewesen mit der Black/Death Legende BEHEMOTH und SUICIDAL SILENCE. Wie ist das gelaufen? Und wie waren die Reaktionen des Publikums? Inzwischen seid ihr mit DISMEMBER und METHEDRAS in England/Irland unterwegs. Gibt es Unterschiede im Publikum der verschiedenen Länder? Wo gabs den grössten Spass, und wo, wenn überhaupt, war die schlechteste Show? Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Anekdote zu berichten? Irgend sagte mal, dass es unmöglich ist, diese Tourstories irgendwem aussenstehenden adäquat zu erzählen. Es passieren so viele völlig verrückte Dinge auf einer Tour, dass es schwierig ist, mit Worten die Atmosphäre nachzuzeichnen oder den Sinn einer bestimmten Situation zu erfassen, oder auch das Fehlen eines Sinns ;). Wie auch immer, beide Touren waren fantastisch, auch wenn sie natürlich komplett verschieden waren. Während BEHEMOTH vor allem jüngere Generationen anzusprechen scheint, die hungrig nach jeder Art von Extremität sind, haben DISMEMBER eine eigene, sehr loyale Fanbase, locken so auch den allerletzten, steinalten Maniac aus dem Haus, mit hunderten von Aufnähern auf ihren Jeans oder Lederjacken. Ein Teil dieser beiden Tourneen gewesen zu sein ist etwas, was wir nie vergessen werden, auch weil alle unsere Performances auf grosses Interesse unter all den Metalhead gestossen ist, die gekommen waren, um diese Metal Giganten zu sehen und dabei spielte es keine Rolle, ob die nun unter 20 waren oder über 40. Natürlich gab es unvergessene Momente bei den Highlights der Tour, wie die extrem erfolgreichen Gigs in Paris, London, Barcelona, Lissabon oder Dublin, aber wir wollen damit keinesfalls sagen, dass andere Orte schlechter gewesen wären oder so. Wir haben einfach auch nicht damit gerechnet, überall so herzlich aufgenommen zu werden und wir können es kaum erwarten, die ganzen Länder erneut zu durchtouren, vor allem, weil es immer noch Orte gibt, wo wir noch nicht waren.Lass uns über etwas allgemeinere Dinge sprechen. Was für Musik hörst du, wenn du zu hause bist? Und wie bist du allgemein zu 'harter Musik' gekommen? Für mich gibt es absolut keine Einschränkungen, wenn es darum geht, Musik zu hören. Gute Musik bleibt schliesslich gute Musik, egal welchem Stil die nun gerade angehört. Ich liebe Metal und ohne Zweifel ist es das, was ich am meisten höre, aber ich mag auch einige klassische Sachen und Film-Soundtracks. Manchmal bevorzuge ich ein paar gute Rock Songs, vor allem solche, die die frühe Metal Szene beeinflusst haben. Es gibt natürlich auch Stilrichtungen, die ich zu vermeiden suche, wie Hip-Hop und dieser ganze Müll, aber die Frage ging um Musik, oder? ;) Ich glaube, es war mein Bruder, der mich zum Metal brachte. Ich erinnere mich daran, als er Tapes von AC/DC oder JUDAS PRIEST kaufte, dass ich gleich ziemlich fasziniert war. Dann entdeckte ich METALLICA, gefolgt von DEATH, KREATOR, MARDUK und viele andere, bis ich an den Punkt kam, wo ich mit einigen eben jener die Bühne teile ;). Das war ein verdammt langer Weg, aber jede einzelne Band, die es wert war, kompensierte auf irgendeine Weise Dinge, mit denen ich mich herumzuschlagen hatte. Heute kann ich mir mein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen... Das alles hat mich definitiv zu dem gemacht, der ich heute bin. Was war deine erste selbstgekaufte Platte? Metallica - "Master of Puppets"… Hast du eine Art 'peinliche' Lieblingsband? Wenn ja, welche und warum magst du sie trotzdem? Ehrlich gesagt, könnte ich hier nicht nur eine Band nennen, aber alle Bands, die ich liebe, haben irgendetwas spezielles, neben der Musik, zu bieten. Welches sind deine fünf Lieblingsalbem im Moment? Das ist auch so eine schwierige Frage, vor allem weil das auch wechseln kann, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Laune, Jahreszeit und so weiter.... Hmm, lass mal denken... Ich mag die letzte BELPHEGOR "Bondage Goat Zombie" wirklich gerne, "Redesecration: The Gospel Of Hatred And Apotheosis Of Genocide" von INFERNAL WAR und KATATONIAs "The Great Cold Distance". Ausserdem bin ich kürzlich zu ein paar Klassikern zurückgekommen, wie W.A.S.P. mit "The Crimson Idol", ich kann einfach nicht mehr aufhören, das anzuhören! Oh, fünf sagtest du... Okay, beenden wir die Liste mit "Anthems To The Welking At Dusk" der mächtigen EMPEROR ;) Hast du bereits Pläne für ein neues Album? Mir scheint, du kreierst komplexe Konzepte für deine Alben, was dürfen eure Fans als nächstes erwarten? Und wie siehst du eure Zukunft, wo willst du deine Band in sagen wir fünf Jahren sehen? Die Zukunft ist wohl ein kapriziöses Ding und ziemlich unberechenbar, deshalb will ich nicht mal wagen, von der Band in dieser Weise zu denken.... Momentan sind wir noch immer voll darauf konzentriert, "Diabolicanos" zu promoten, weil da noch viel getan werden muss. Ich denke nicht, dass wir dieses Jahr noch ein neues Album aufnehmen werden, obwohl ich schon wieder zwei Songs so gut wie fertig habe. Es ist noch zu früh, um überhaupt über so etwas nachzudenken - es kommt auf haufenweise Umstände an, die schliesslich einen grossen Einfluss auf unsere zukünftigen Entscheiden haben können. Erst kürzlich wurden wir für einige exklusive Auftritte im Herbst in Israel (sic!!!) bestätigt, gefolgt von dem England-Teil der UNLEASHED und KRISIUN Tour im November. Ausserdem gibt es Pläne für eine weitere Europatour später dieses Jahr. Ich hoffe, wir kommen dann auch nochmal nach Deutschland. Werdet ihr auf Festivals hier in Deutschland im Sommer spielen? Nein, im Sommer werden wir lediglich beim Pro Rock Festival (Co-Headliner mit den deutschen RAGE) in der Ukraine spielen und beim Metal Heads Mission (mit GORGOROTH, MOONSPELL, SAMAEL, CYNIC, uvm.) auf der Krim. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich wünsche euch alles gute für die Zukunft! Sollte ich irgendwas wichtiges vergessen haben zu fragen oder du noch eine Message für unsere Leser hast, ist dies dein Platz. Vielen Dank, Nicole, dass du den Kreuzzug von DEVILISH IMPRESSIONS unterstützen willst. Nehmt euch in Acht, des Teufels Hunde sind wieder auf der Jagd ;) In Vertretung von DEVILISH IMPRESSIONS - Quazarre Besucht auch unsere Websites: www.myspace.com/devilishimpressions www.devilish-impressions.com
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Ich würde nicht sagen, dass das Album zu chaotisch ist, weil es eigentlich auf recht simplen musikalischen Strukturen basiert, aufgebaut auf einer soliden, rhythmischen Konstruktion. Keine Ahnung, was du für Eindrücke hast - akzeptiere es oder nicht - in den meisten Reviews, die von den prestigeträchtigsten Magazinen eingeschlossen, wurde unser Album hoch gelobt, und manche gingen sogar soweit, uns als einen der vielversprechendsten Acts der heutigen extremen Szene zu beschreiben und als Thronanwärter der internationen Black/Death Metal Elite. Wie du siehst, hängt es stark davon ab, ob man es als Ganzes betrachtet oder ob du versuchst, es in seine Bestandteile zu zerlegen. Es gibt defintiv eine Black Metal Atmosphäre, die über allem schwebt, doch die Komplexität unserer Musik erlaubt es nicht, diese allein auf Black Metal zu reduzieren. Ich denke, jeder der es extrem, aber melodisch mag, sollte es zumindest interessant finden. Natürlich rede ich nicht über diese Art Melodien, die die Aggressivität ruinieren. Das ist verdammt nochmal Metal, also hat es auch irgendwie brutal und arschtretend zu sein. Aber wir schrecken auch nicht davor zurück, Dinge einzubauen, die andere als unzulässig halten würden, besonders in diesen Subgenres.
Wir haben gut eineinhalb Monate im Studio zugebracht, um diesen Sound zu erreichen, und nebenbei sind wir mächtig stolz auf das gesamte Resultat. Wir haben an manchen Details einfach so lange gearbeitet, bis wir hundertprozentig zufrieden waren. Und ich glaube, wir haben etwas bemerkenswertes geschaffen und die Reviews bisher und die Reaktionen der Leute bei unseren Shows erfüllen alle unsere Erwartungen komplett. Mit "Diabolicanos" haben wir ganz sicher einen grossen Schritt für unsere Karriere erreicht, da es uns die Möglichkeit eröffnete, an wirklich prestigeträchtigen Touren teilzunehmen, an der Seite von grossartigen Acts wie BEHEMOTH ('The Apostasy European Tour'), OVERKILL, SAMAEL, ENSLAVED, TRISTANIA ('Wacken Road Show'), DISMEMBER (UK, Schottland, Irland und Nord-Irland Tour), HATE ('Rebel Angels Tour' in Polen), SATYRICON und so weiter. Direkt nach dem Albumrelease hatten wir unsere erste eigene Headlining-Tour ('Verbum Diaboli Tour') in der Ukraine, und das hat uns natürlich alles sehr dabei geholfen, das Album unter die Leute zu bringen, und auch, dass die ganzen Maniacs da draussen nicht nur die CD hören konnten, sondern auch an unseren Performances teilnehmen konnten.
Siehst du, ich habe DEVILISH IMPRESSION immer für ein Werkzeug gehalten, um meine eigenen, inneren Gefühle in bezug auf verschiedene emotionale Angelegenheiten auszudrücken, deshalb wird unsere Musik immer auch von vielen Dingen beeinflusst werden als nur solche, die üblicherweise mit Black oder Death Metal assoziiert werden...
Wie es scheint, muss ich etwas weiter ausholen und beginne mit der Erklärung des Albumtitels. "Diabolicanos" als Wort existiert so in keiner Sprache; es ist eine Art Symbol, so wie das umgedrehte Kreuz, das Pentragramm und so weiter. Ich habe es erschaffen als Reflektion meiner innersten Empfindungen dem ganzen religiösen Scheiss gegenüber, der uns heutzutage umgibt. Es stellt eine Art Gegenpol zu den bekannten Dominikanern (engl: Dominicanos) dar - die "Hunde Gottes" der Kirche, die verantwortlich sind für die grausamsten aller Taten der berüchtigten "Heiligen Inquisition". Das lyrische Konzept des Albums basiert auf den biblischen Büchern "Die Offenbarung" und "Das Buch Isajah", die eine recht unterschiedliche Sicht auf das Armageddon und seine Nachwirkungen haben. Während ich die Texte verfasst habe, habe ich versucht, die englischen Zeilen der Atmosphäre der lateinischen Zitate anzugleichen, die auf dem Album verwendet werden... Die "Diabolicanos" stellen die Stimme der religiösen Nonkonformität dar, die Oppostion zu der Zimperlichkeit und der falschen Moralität, die, die sich gegen die Dominierung über den menschlichen Willen [durch die Kirche/Religion] stellen. Viele Band kümmern sich nicht wirklich um ihre Lyrics, behandeln sie nur als weiteren Aspekt ihres musikalischen Konzeptes. DEVILISH IMPRESSION gehören zu der Gruppe von Bands, für die der lyrisch-textliche Ausdruck genauso wichtig ist wie die Musik selbst. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass es anders wäre. Das heisst nicht, dass die Leute unserem Denkansatz folgen sollen, weil wir uns keineswegs für die Besitzer der 'einzig wahren Wahrheit' halten. Ich glaube, dass jeder dazu bestimmt ist, für sich selbst zu denken, anstatt eines anderen Visionen und Ideen zu folgen. DEVILISH IMPRESSIONS behandelt das ganze Spektrum antichristlicher Thematiken, sollte aber dennoch nicht als typischer Black Metal Act gesehen werden, auch wenn manches das vielleicht implizieren mag.
Genaugenommen spielt das überhaupt gar keine Rolle, da ich für 90% der Musik allein verantwortlich bin. Normalerweise funktioniert das folgendermassen: Ich schreibe den Song quasi fertig, nicht nur ein paar Riffs und die Lyrics, und wenn wir uns dann treffen, nehmen wir vielleicht noch ein paar Detailänderungen vor und geben den Arrangements den letzten Schliff. Es gibt schon ein kleines Problem damit, weil wir einfach nicht immer dann zusammen proben können, wann wir wollen, aber auch dafür haben wir Wege gefunden, damit zurecht zu kommen. Wenn Auftritte oder Tourneen anstehen, treffen wir uns kurz vorher und proben eben dann solange, bis wir uns bereit fühlen, auf die Bühne zu gehen. Manchmal ist es schon schwierig, aber es findet sich immer ein Weg, das hinzukriegen. Um auf die ganzen Line-Up Wechsel zu sprechen zu kommen - Ich denke, es ist eine vernünftige Entscheidung, wenn du deine Band nach vorne bringen willst... nicht mehr und nicht weniger. Als das "Plurima Mortis Imago" Album erschienen war, gab es einen Moment, an dem nur noch ich und Turquoissa übrig waren, aber wir waren definitiv stark genug, schliesslich und endlich die richtigen Leute für unsere Band zu finden und der Maschinerie so einen neuerlichen Anstoss zu geben. Leute kommen und gehen und keiner ist in der Lage, daran irgendwas zu ändern...
Irgend sagte mal, dass es unmöglich ist, diese Tourstories irgendwem aussenstehenden adäquat zu erzählen. Es passieren so viele völlig verrückte Dinge auf einer Tour, dass es schwierig ist, mit Worten die Atmosphäre nachzuzeichnen oder den Sinn einer bestimmten Situation zu erfassen, oder auch das Fehlen eines Sinns ;). Wie auch immer, beide Touren waren fantastisch, auch wenn sie natürlich komplett verschieden waren. Während BEHEMOTH vor allem jüngere Generationen anzusprechen scheint, die hungrig nach jeder Art von Extremität sind, haben DISMEMBER eine eigene, sehr loyale Fanbase, locken so auch den allerletzten, steinalten Maniac aus dem Haus, mit hunderten von Aufnähern auf ihren Jeans oder Lederjacken. Ein Teil dieser beiden Tourneen gewesen zu sein ist etwas, was wir nie vergessen werden, auch weil alle unsere Performances auf grosses Interesse unter all den Metalhead gestossen ist, die gekommen waren, um diese Metal Giganten zu sehen und dabei spielte es keine Rolle, ob die nun unter 20 waren oder über 40. Natürlich gab es unvergessene Momente bei den Highlights der Tour, wie die extrem erfolgreichen Gigs in Paris, London, Barcelona, Lissabon oder Dublin, aber wir wollen damit keinesfalls sagen, dass andere Orte schlechter gewesen wären oder so. Wir haben einfach auch nicht damit gerechnet, überall so herzlich aufgenommen zu werden und wir können es kaum erwarten, die ganzen Länder erneut zu durchtouren, vor allem, weil es immer noch Orte gibt, wo wir noch nicht waren.




