

Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
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OCTOBER FALLS
Interview mit Mikko |
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![]() Zuallererst möchte ich dir zu deinem super Album gratulieren. Es ist einfach fantastisch geworden. Wovon lässt du dich inspirieren? Besten Dank. Mein größter Wunsch ist es, dass die Leute etwas fühlen, wenn sie das Album anhören. Ob sie es mögen oder nicht mögen, spielt dabei keine so große Rolle – Hauptsache es ruft Emotionen hervor. Meine Inspirationen entnehme ich meiner Abstammung, meiner Herkunft, der nordischen Natur, längst vergessenen kulturellen Brauchtümern. Ich möchte die Leute nicht in eine bestimmte Richtung drängen, aber ich persönlich denke, dass man sich mehr Gedanken über die Vergangenheit und die eigene Herkunft machen sollte, anstelle der modernen Kultur nachzueifern, die einem alles auf dem Tablett serviert und heuchlerische moralische Wertvorstellungen zu vermitteln sucht. In diesen Zeiten scheinen sich die Leute vor ihrer eigenen Vergangenheit zu fürchten oder zu schämen. All diese Dinge beeinflussen meine Musik – ich möchte die Leute dazu bringen, Dinge zu hinterfragen. Wieso hast du dich für den Titel „The Womb Of Primordial Nature“ entschieden? Welche spezielle Bedeutung hat er? Meiner Meinung nach ist der Titel die perfekte Zusammenfassung des Albums, da es sich hauptsächlich mit dem zerbrechlichen Gleichgewicht zwischen Mensch und Tier beschäftigt – das Tier wird als Wolf im Manne dargestellt. Dieser so genannte Wolf steckt eigentlich in jedem Menschen und wird bei bestimmten Gegebenheiten entfesselt, ganz gleich wie rein oder gelassen eine Person normalerweise ist. Dieses primitive Verhalten kann eine Bereicherung oder ein Fluch sein und dich zu einem Helden oder einem Verräter machen. Es kommt immer auf die Situation an und wie man das Endergebnis im Nachhinein beurteilt. Ich glaube, dass jeder von uns eine Urkraft in sich trägt. Wenn man dann zu sehr gereizt wird, bricht dieses Urverhalten aus einem heraus. Welche musikalischen Einflüsse sind für dich von Bedeutung? Musikalisch gesehen wurde ich stark von Bands wie alten ULVER, TENHI, DRUDKH und PRIMORDIAL beeinflusst, um nur einige wenige zu nennen. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Natürlich ist das nicht die einzige Musik, die für mich zählt. Es geht mir auch nicht ausschließlich um die Musik, sondern auch um die Ideale und Ideen einer Band, die Lyrics, das Artwork. Ich kann mich nicht von Gruppen inspirieren lassen, die völlig andere Einstellungen vertreten als ich selbst. Wo siehst du selbst deine musikalischen Wurzeln: in der Folk Musik, dem Black Metal oder irgendwo anders? Ich kenne mich mit der so genannten Akustik-Folk-Szene nicht besonders gut aus, deswegen liegen meine Wurzeln eher im Black und Pagan Metal als anderswo. Ich war schon immer irgendwie fasziniert davon, akustische Elemente mit rauem Metal zu vermischen, aber so, wie das heutzutage meistens gemacht wird, widert mich das einfach nur an. Die Musik sollte vollkommen düster und atmosphärisch sein. Diese fröhliche Saufmucke mit einigen Folkpassagen und traditionellen Instrumenten gemischt mit verzerrten Gitarren kann ich gar nicht ab. Wie fängst du an, wenn du einen Song schreibst? Normalerweise verwende ich am Anfang immer eine Akustikgitarre – bis dahin ist es immer offen, ob der Song akustisch bleiben oder rauer werden wird. Meistens schreibe ich verschieden Themen und Melodien und verbinde sie dann später zu einem vollständigen Lied. Manchmal steht die Grundstruktur eines Songs schon. Dann füge ich entweder weitere Akustikmelodien hinzu oder konzentriere mich auf die verzerrten Parts – das kommt aber immer darauf an, wie sich das Stück für mich anfühlt und was sich am besten eignet. In einigen seltenen Fällen habe ich das gleiche Thema für zwei unterschiedliche Veröffentlichungen und Stile aufgenommen. Ein Beispiel dafür ist einer der Songs von „The Streams of the End”, der dann auch als Akustikversion auf „Sarastus” erschienen ist. Was hat dich überhaupt zum Musikmachen bewegt? Was den Funken letztendlich entzündet hat, kann ich gar nicht genau sagen. Ich hatte schon immer etwas mit Musik am Hut, aber irgendwann hat unser örtliches Schulsystem es tatsächlich geschafft, mein Interesse für die Musik auszulöschen. Einige Jahre später hat sich das dann wieder geändert. Vor ungefähr 15 Jahren habe ich dann zur Gitarre gegriffen, im Laufe der Zeit kamen andere Instrumente dazu. Wie sieht es denn mit deiner musikalischen Zukunft aus? Wirst du weiterhin mit Gastmusikern arbeiten, oder spielst du sogar mit dem Gedanken, eine Band zu gründen? Ich werde immer mit Session-Musikern arbeiten, da ich keine Person bin, die musikalische oder idealistische Kompromisse mit anderen eingehen kann. Ich möchte das letzte Wort über meine Musik haben. Mit dem Line-Up von „The Womb of Primordial Nature” war ich sehr zufrieden, deswegen werde ich wohl versuchen, die gleiche Truppe auch für das nächste Album zu arrangieren.
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