DISMEMBER, HATESPHERE, FALL OF SERENITY & LAY DOWN ROTTEN - Hamburg, MarX - (12.02.2008)
Nachdem die DISMEMBER-Tour 2007 aufgrund eines windigen Veranstalters leider von der Band gecancelt werden musste, ist es kurz vor der Veröffentlichung des aktuellen Werkes „Dismember“ doch recht schnell zu einem neuen Besuch in unsere Breitengrade gekommen. Recht kurzfristig wurden noch zwei Dates in Hamburg und Osnabrück dazwischen geschoben und die Fans im Hamburger MarX, der kleinen Markthalle, dankten es den beteiligten Bands mit einer stattlichen Besucheranzahl von ca. 150 Nasen.
Offiziell sollte der Einlass um 19 Uhr und der Beginn des Konzerts um 20 Uhr sein, doch als der Verfasser dieser Zeilen gegen 20.05 Uhr eintraf, hatte die erste Band LAY DOWN ROTTEN bereits gespielt. Recherchen haben aber ergeben, dass die Band einen weiteren guten Gig ihrer Historie hinzufügen konnte.
Die nächste Band an diesem Abend waren FALL OF SERENITY. Der Sachsen-Fünfer veröffentlichte im November letzten Jahres mit „The Crossfire“ gerade ihr viertes Full-Length-Album und man merkte an der inzwischen gut gefüllten Halle, dass doch einige Leute mit dem Songmaterial vertraut waren. So überraschte es auch nicht, dass das Hauptaugenmerk des Quintetts auf dem neuen Album lag. Der leicht rumpelige melodische Death Metal mit Thrash- Schlagseite überzeugte mit breaklastigem Rhythmus und den Shouts von Sänger John Gahlert. Für das Optische war Gitarrist Alexander Fischer zuständig, der stilecht mit Patronengurt und weißen Turnschuhen dem Old-School Metal Tribut zollte. Schön, dass es so etwas noch gibt!
Die Lightshow war stark rotlastig und der bereits erwähnte Sänger legte großen Wert auf die Kommunikation mit dem Publikum, was dem einen oder anderen schon etwas zu viel war. Zum Ende hin überzeugte die Band dann mit einem „Raining Blood“- Cover – mit diesem Song kann man live nur gewinnen, wenn man ihn einwandfrei spielt und das gelang den Jungs auch recht gut, so dass der Track als willkommene Abwechslung begeistert aufgenommen wurde. Nicht zuletzt durch verschmitztes Grinsen und einigem Lachen der Bandmitglieder kam die Truppe ziemlich sympathisch und freundlich rüber.

HATESPHERE ist eine Band, die sich so richtig den Arsch abspielt. Kaum ein Anhänger der extremeren Metal-Stilarten konnte auf Konzerten den Dänen aus dem Weg gehen, sie waren überall. Das letzte Album „Serpent Smiles And Killer Eyes“ ist zwar schon ein knappes Jahr alt, aber es macht einfach Spaß, der Band zuzuschauen. Ihren modernen Thrash Metal mit hardcorelastigem Gesang und Death Metal-Einflüssen interpretieren sie gerade live sehr energisch und in einem kleinen Club wie dem MarX sprüht der Funke schnell auf das Publikum über. So konnte man schnell die ersten Stagediver an diesem Abend bewundern.
Nach fünf Alben, zwei EPs und einer Single hat sich mittlerweile ein ansehnlicher Backkatalog bei den Jungs angesammelt und so fiel es ihnen nicht schwer, mit guten Songs das Publikum zu begeistern. Wie gehabt stand Sänger Jonathan „Joller“ Albrechtsen im Fokus, mit seinem ausdrucksstarken Gesang und dem aggressiven Stageacting steht er einfach im Mittelpunkt des Geschehens. Und so sorgten Knochenbrecher wie „The Coming Chaos“ oder „Releasing The Pain“ genauso wie eher gemächlichere Tracks der Marke „Only The Strongest...“ für ein wohliges Gefühl in der Magengegend. Hinzu kamen die vielen Breaks, die das nötige Maß an Abwechslung sicherstellten. Nach gut 50 Minuten war dann Schluss.

Und trotz der teilweise echt guten Leistungen der Vorbands zeigten DISMEMBER dann unmissverständlich, warum sie zu Recht der Headliner des Abends waren – selten so eine energiegeladene Death Metal-Show gesehen! Die Jungs um Sänger Matti Kärki zeigten sich in Topform. Die mit JUDAS PRIESTs „Painkiller“ und IRON MAIDENs „Killers“ sowie MOTÖRHEADs „Orgasmatron“ dekorierten Lautsprecher auf der Bühne übertrugen eine unglaublich brutale und massive Gitarrenwand, die extrem viel Druck erzeugte. Die komplette Band war durchgehend am Bangen - bis auf Sänger Matti, der ab und zu natürlich singen musste. Dabei ließen die Jungs die typischen Death Metal-Posen nicht vermissen und auch an Patronengurten und Nieten fehlte es nicht. Doch letzten Endes kommt es natürlich auf die Mucke an und auch da gab es nichts zu meckern.
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Vom neuen Album gab es „Death Conquers All“ und „Dark Depths“, während die alten Fans mit Tracks der Marke „Bleed For Me“, „Reborn In Blasphemy“ oder „Skin Her Alive“ verwöhnt wurden. Außerdem präsentierte man vom „Massive Killing Capacity“- Album die Songs „Collection By Blood“ und „Wardead“ und vom „Death Metal“- Album „Killing Compession“. Den offiziellen Abschluss bildete das starke „Override The Overture“, ehe nach den beiden Zugaben „Skinfather“ und dem Übersong „Dreaming In Red“ endgültig Schluss war – leider schon nach etwas mehr als 60 Minuten. Das nächste Mal darf es ruhig etwas mehr Spielzeit sein.

Alles in allem die absolute Vollbedienung mit einem coolen Package, bei dem DISMEMBER jedoch überraschend stark herausstachen. In der Verfassung darf man noch so einiges von den Schweden erwarten. Daumen hoch!

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