SYMPHONY X, CIRCUS MAXIMUS & DREAMSCAPE - Hamburg, Markthalle - (13.02.2008)
Ein interessantes Paket hatten die Veranstalter da geschnürt. SYMPHONY X, die sich nicht erst seit dem Support von DREAM THEATER in der Progressive Metal-Szene einen guten Namen erspielt hatten, gaben sich mit einiger Unterstützung die Ehre. An der Kasse jedoch erst einmal lange Gesichter – 24 € an der Abendkasse für drei Bands ist nicht gerade günstig.
Wer pünktlich um 21 Uhr da war, hatte bereits gute 25 Minuten des Openers DREAMSCAPE verpasst. Die Münchener, seit 22 Jahren dabei, stellten aufgrund der kurzen Spielzeit verständlicherweise hauptsächlich ihr neues Werk „5th Season“ vor, das zwar auch schon ein knappes halbes Jahr alt ist, aber die meisten Fans sicherlich dennoch nicht kannten. Ihr angeprogter Melodic Metal war nicht besonders hart und hatte auch Stilelemente der Rockmusik dabei. Da die Gitarre ziemlich leise abgemischt wurde, entstanden einige Soundlöcher, die das eher atmosphärisch daher kommende Keyboard auch nicht stopfen konnte. Zum Abschluss gab´s noch den „Very“- Opener „When The Shadows Are Gone“, bei dem die alten Fans gut abgingen.

Nachdem sich der sympathische Sänger Mischa Mang, der die Kommunikation mit dem Publikum hervorragend im Griff hatte, verabschiedete und noch viel Spaß mit den übrigen Bands wünschte, kamen nach einer kurzen Umbaupause CIRCUS MAXIMUS auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Die Norweger, im Vergleich zu DREAMSCAPE noch recht junge Hüpfer, wurden mit ihren beiden Alben „The 1st Chapter“ und „Isolate“ in der Presse ziemlich gut aufgenommen. Auch hier haben wir es weniger mit klassischem Progressive Heavy Metal zu tun, präsentierte uns der Fünfer doch eher Frickel-Rock mit Metal- Einflüssen. Auch CIRCUS MAXIMUS verfügten nur über einen Gitarristen, jedoch war hier das Keyboard wesentlich dominanter und somit gleichberechtigt, so dass auch eigene Melodien für den Tastenmann abfielen. Anfangs gab es Soundprobleme, später waren der Gesang und die Gitarre zu leise, so dass kaum Power herüberkam. Überaus imposant kam Sänger Michael Eriksen rüber, ein recht kräftig aussehender Bursche, der aber ziemlich hoch sang und weniger durch Kraft als durch Melodien überzeugen konnte. Seine Entertainer-Qualitäten ließen aber zu wünschen übrig, die Kommunikation mit dem Publikum beschränkten sich – wenn überhaupt – auf das Ansagen der Songs. Da muss noch viel mehr kommen! Die meist überlangen Songs sind nur beschränkt dafür geeignet, live vorgetragen zu werden, solche Musik kann man besser entspannt in den heimischen Gefilden genießen. Wer die Band jedoch noch nicht kannte, für den waren die Jungs auf jeden Fall ein Highlight an diesem Abend. Denn gerade spielerisch waren die Nordländer sehr fit an ihren Instrumenten, vor allem was den Gitarristen bei den Soli betraf – und das ist bei dieser Musik ja essentiell.
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Als dann um kurz nach halb elf im Anschluss an eine längere Umbaupause die Lichter ausgingen und das Intro erklang, war klar, weswegen die Leute da waren – SYMPHONY X konnten auf eine überraschend gut gefüllte Halle mit geschätzten 500 Leuten blicken, viele davon waren sicherlich durch den Support bei DREAM THEATER im letzten Herbst auf die Amis aufmerksam geworden. Nach sieben Studioalben wurde es aber auch mal Zeit, dass der Band als Headliner der entsprechende Respekt entgegengebracht wird, haben die Jungs doch schon recht viel für den Progressive Metal getan. Die Rahmenbedingungen stimmten also und so überzeugte die Band im Verlauf des Abends mit einer Show, die ganz viel Spielfreude vermittelte. Bis auf Sänger Russell Allen nutzte die Band den sich bietenden Platz auf der großen Bühne leider kaum aus, lediglich Bassist Michael LePond traute sich ab und zu an das Mikro, um seine Backing Vocals zu singen. Russell überzeugte neben dem ausdrucksstarken und vielseitigen Gesang auch durch die Unterhaltung mit dem Publikum. So erzählte er immer wieder mal kurze Geschichten, was natürlich gut ankam und absolut sympathisch wirkte, zumal er außerordentlich gut gelaunt schien.
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Songtechnisch stand naturgemäß das aktuelle Werk „Paradise Lost“, das einmal mehr in der Szene großen Anklang gefunden hat, im Fokus, von denen es gleich sechs Songs auf die Setlist geschafft hatten. Die Band präsentierte aber auch Klassiker wie das uralte „Masquerade“, „Smoke And Mirrors“, das ellenlange „Through The Looking Glass“ oder auch das mitreißende „Of Sins And Shadows“ im Rahmen der gut 90-minütigen Spielzeit. Da der Sound im Vergleich zu den Vorbands sehr viel besser war und schön bombastisch wirkte, kann man hier nur von einem tollen Konzerterlebnis sprechen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band nicht wieder fünf Jahre braucht, um mit einem neuen Album und natürlich einer entsprechender Tour wiederzukommen.

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Verfasser:
Leather Rebel
Datum:
27.02.2008
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