OVERKILL, MORTAL SIN, DRONE - Hamburg, Markthalle - (19.03.2008)
Schon im Eingangsbereich traute ich meinen Augen nicht – hatten wir wieder das Jahr 1986? Langhaarige Kuttenträger mit 80er Frisur, weißen Turnschuhen und viel zu engen Jeans quatschten biertrinkend mit ihren Kumpels, wobei die Kutten Bands und Patches beinhalteten, die heutzutage nur noch beinharte Mittdreißiger kennen, obwohl die Träger der Kutten oft kaum älter wie 20 Jahre alt waren.
In diesem Umfeld hatten es die Opener DRONE aus den heimischen Gefilden schwer, wobei viele der genannten Spezies draußen blieben, da sie sich offensichtlich vorher über die Musik der Jungs aus Celle informiert hatten. Metalcore mit einigen Hardcore- Elementen plus vereinzelten modernen Thrash-Anleihen und dazu ganz viel Groove – das war der Sound, den sich DRONE verschrieben haben. Die Band war topmotiviert und war stets in Bewegung und am Headbangen. Vorgestellt wurden Songs des bereits über ein Jahr alten Albums „Head-On Collision“ und bei den etwas aufgeschlosseneren Anwesenden konnte die Band durch die entfesselte Energie auch punkten. Dennoch muss man sagen, dass die Jungs mit ihrer Musik nicht zum Rest des Billings passten.
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Ganz anders sah das dann schon bei MORTAL SIN aus. Die wiedererstarkten Australier haben kürzlich ihr Comeback-Album „An Abscence Of Faith“ abgeliefert, obwohl sie im Underground schon im Jahr 1998 wieder aktiv wurden. Während des Gigs zeigte sich, dass sich überraschend viele Leute vor allem den älteren Werken der Band erinnerten und dem kam man mit Songs wie „Lebanon“, „Blood, Death, Hatred“, „Mayhemic Destruction“ oder dem Klassiker „I am Immortal“ gerne nach. Die Jungs wissen, dass sie hier in Europa vor allem wegen ihren starken ersten beiden Alben geschätzt werden und auch an der Performance gab es nichts auszusetzen, vor allem Sänger Mat Maurer war ein ständiger Aktivposten und Bassist Andy Eftichiou glich das mit arschgeilem Posing aus. Die Stimmung war positiv aggressiv und auch die ersten Stagediver ließen sich nicht zweimal bitten. Anfangs ließen die Ordner sie auch gewähren, im Verlaufe des Sets wurden die Ordner aber leider immer kompromissloser, obwohl MORTAL SIN überhaupt nichts gegen die Diver hatte. Die neuen Nummern der Band wurden zwar auch angenommen, waren jedoch deutlich langsamer und unterschieden sich so von den übrigen Tracks. Viele der anwesenden Fans werden es sich sicherlich nicht nehmen lassen, sich die Band erneut live anzuschauen, die nächste Gelegenheit bietet sich dazu auf dem kommenden Headbangers Open Air in Brande-Hörnerkirchen bei Elmshorn/Hamburg im Juli.
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Im Vorfeld wurde viel diskutiert, welche Songs OVERKILL wohl in ihren Set aufnehmen würden, denn man weiß ja, dass Blitz & Co. auf einer Tour gerne unterschiedliche Sets spielen. Doch bereits der Anfang machte reinen Tisch: Als Opener fungierte erwartungsgemäß mit „Devils In The Mist“ ein neuer Song, doch dann kamen mit „Hello From The Gutter“, „Rotten To The Core“ und „Wrecking Crew“ gleich drei Klassiker am Stück! Obwohl der Hamburg-Gig einen der letzten der Tour war und den letzten Deutschland-Abstecher bedeutete, war die Band sehr gut drauf, insbesondere Blitz war in bestechender Laune. Ein Joke nach dem anderem wurde vorgetragen und das kam natürlich sehr gut an. OVERKILL sind eine verdammt geile Live-Band, die man sich immer anschauen kann und so erklärt sich sicherlich auch der recht hohe Zuschauerzuspruch von geschätzten 600 Leuten. Als Blitz sich dann an die 22 Jahre zuvor stattgefundene „Metal Hammer Road Show“- Tour mit AGENT STEEL und ANTHRAX erinnerte, die damals auch in Hamburg Halt machte und er sagte, dass er sich wieder so fühle wie damals, war klar, dass nun ein Song folgen sollte, der auch damals gespielt wurde – die Wahl viel auf „Hammerhead“ vom Debüt und wer weiß, worum es hierin textlich geht, den wird es auch nicht verwundern, dass die Headbanger vor der Bühne nun komplett durchdrehten.
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Leider wurden die Ordner zunehmend unfreundlicher und so hatten die Stagediver kaum noch eine Chance, die Bühne als Sprungbrett zu benutzen. Sie behalfen sich dann allerdings damit sich hochhieven zu lassen, um ein Bad in der Menge zu nehmen. Neben Songs vom neuen Album „Immortalis“ wie „Devils In The Mist“ oder „Skull And Bones“ gab es noch weitere Klassiker wie das schnelle „Elimination“ (eingeleitet durch das Intro von „Fatal If Swallowed“), das überraschend vorgetragene „Skullcrusher“ oder dem zügigen „Thanx For Nothin´“. Auch „Nice Day...For A Funeral“ vom „Horrorscope“- Album durfte da nicht fehlen. Bei „Bastard Nation“ vom ´94er Werk „W.F.O.“ konnte die Halle im Refrain schön mitsingen, was für ein Gänsehautfeeling sorgte. Leider war damit auch schon der Zugabenteil erreicht, in dem es noch „Old School“ vom vorletzten Album „ReliXIV“ und da AC/DC- Cover „Dirty Deeds Done Dirty Cheap“ gab. Wie gehabt war nach dem traditionellen „Fuck You“ nach gut 100 Minuten Schluss und auch diesmal nahm Blitz mit einem schönen Sprung in das Publikum ein Band in der Menge. Nachdem er sich in bester Stagediver-Manier hat herumreichen lassen, wurde er zurück zur Bühne getragen, wobei er allerdings ein wenig Probleme hatte, mit den Beinen auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zurückzukehren, so dass er sich von D. D. Verni hat helfen lassen müssen. Nachdem das geschafft war, schüttelte D. D. nur lachend den Kopf und sein Blick sagte: „Alter, Du bist zu alt für den Scheiß“.
Insgesamt ein rundum überzeugendes Konzert, wo sich jeder Cent Eintritt gelohnt hat, weil die Bands es mit einer energiegeladenen Show dankten. Vor allem OVERKILL und MORTAL SIN haben gewaltig abgeräumt. Man kann jedem Headbanger nur empfehlen, sich die Jungs unbedingt mal live anzuschauen.

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Verfasser:
Leather Rebel
Datum:
21.04.2008
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