KISS, CINDER ROAD – München, Olympiahalle - (11.05.2008)
Ein warmer Sonntag Nachmittag, die Fans vor der Münchner Olympiahalle wurden von Minute zu Minute mehr, und dank ein paar verrückten Freunden, die bereits seit früh am Morgen auf den Beinen waren, kamen auch wir in den Genuss als erste durch die Tore in die Halle zu schreiten (oder doch eher zu rennen), nachdem mit einiger Verspätung endlich geöffnet wurde. In der dritten Reihe verharrten wir dann auch so einige Zeit, bis CINDER ROAD aus Baltimore endlich die undankbare Rolle der Vorgruppe einnahmen. Als Opener für eine Legende hat man es wahrlich nicht leicht und so wollte bereits vom ersten Song an der Funke nicht aufs Publikum überspringen, obwohl sich die fünf Amerikaner redlich bemühten. Äußerlich eine Mischung aus Guns’n’Roses-Fans und New School Rockern, wurde musikalisch eher schwacher, unspektakulärer und vor allem seichter Radiorock geboten, der wohl in einem typischen, amerikanischen Teenie-Film besser aufgehoben gewesen wäre, als vor einem KISS-Konzert, bei dem sich eh keine Sau im Publikum für die Vorband interessiert. Nach 30 Minuten war dann auch schon wieder Schicht im Schacht, und das freudige Warten ging weiter.
Mit etwas mehr als einer Stunde fiel die Wartezeit dann aber doch etwas zu lange aus, bevor endlich der Vorhang mit den vier großen KISS-Lettern heruntergelassen wurde, und die Halle mit seinen 10.000 Besuchern der Band einen euphorischen Empfang bereitete. Ein lauter Knall, der Vorhang fiel und KISS kamen von ihrer Hebebühne herab geflogen und donnerten mit „Deuce“ und „Strutter“ gleich mächtig drauf los. Gene Simmons spielte wie eh und je mit dem Publikum, der Kamera und den zugeworfenen Unterwäscheteilen, seine Zunge wurde länger und länger, und Paul Stanley gab natürlich den Womanizer schlechthin. Stimmlich merkte man Paul seine Erkältung zwar an, an den wichtigen Stellen war aber so oder so das Publikum zur Stelle!

Massenhaft Pyros, ein blut- und feuerspuckender, bei „I Love It Loud“ an der Hallendecke über allen thronender Gene Simmons, Raketen aus Tommys Les Paul, Konfetti-Hagel zum Höhepunkt „Rock And Roll All Nite“, und viel Show und Action – KISS gaben dem Publikum genau das, wonach es lechzte. Und zwar in Perfektion, geklotzt und nicht gekleckert!
Mit Gassenhauern wie „Hotter Than Hell“, „Parasite“, „She“ und „Black Diamond“ kamen KISS zum bereits genannten letzten Song des regulären Sets, welcher mit „Rock And Roll All Nite“ nicht hätte besser ausfallen können. Überall nur in die Höhe gereckte Arme, lautes Gegröhle und eine Stimmung, die sogar die Leute auf den Tribünen von ihren Sitzen riss. Partystimmung ohne Ende!
Dass damit noch lange nicht Schluss war, dürfte klar sein, und nach einer kurzen, von lauten Zugabe-Rufen untermalten Pause, kamen die vier Maskierten zurück. Mit „Shout It Out Loud“, „Lick It Up“, „I Love It Loud“, dem obligatorischen und extrem abgefeierten „I Was Made For Lovin’ You“, einem genialen „Love Gun“, bei dem Paul Stanley übers Publikum zu einer kleineren Bühne im hinteren Teil der Halle flog und einem abschließenden, frenetisch bejubelten „Detroit Rock City“ beschlossen KISS eine grandiose Show, an die man sich sicherlich noch lange mit Freude zurückerinnern wird. Nach rund zweieinhalb Stunden Vollbedienung waren fast ausnahmslos fertige, aber rundum zufriedene Gesichter zu sehen - sowohl Jung als auch Alt kamen an diesem genialen Konzertabend voll und ganz auf ihre Kosten.
Da bleibt nur ein Fazit: You wanted the best – You got the best!!! Absoluter Hammer!
(Kath & Päddl)
Setlist (ohne Gewähr):
Deuce
Strutter
Got to choose
Hotter than hell
Firehouse
Nothin' to lose
C'mon and love me
Parasite
She
Watchin' you
Rock Bottom
100.000 years
Cold Gin
Let me go, Rock & Roll
Black Diamond
Rock and Roll all nite
Zugaben:
Shout it out loud
Lick it up
I love it loud
I was made for lovin' you
Love Gun
Detroit Rock city

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Verfasser:
Päddl
Datum:
13.05.2008
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