UNLEASHING THE NORTH - Zedtwitz, Fernverkehr - (17.05.2008)

Der schon fast legendäre Fernverkehr im oberfränkischen Zedtwitz bei Hof öffnete am vergangenen Samstag seine Pforten für das erste „Unleashing the North“-Festival, das ganz im Zeichen des Pagan Metals stand. Freunde von heidnischen Melodien wurden nicht nur musikalisch von fünf Bands verwöhnt, sondern konnten ihren Durst auch an einem Met-Ausschank stillen, der extra im ‚Garten’ aufgebaut war, oder sich an einem lauschigen Lagerfeuer wärmen.
Als wir leicht verspätet am Ort des Geschehens eintrafen, hatten ARS IRAE aus Rosenheim bereits gespielt, weswegen wir an dieser Stelle leider nichts über das vierköpfige Gespann schreiben können. Dafür waren RAVENLORE aus dem oberfränkischen Bayreuth bereits voll dabei, dem Publikum einzuheizen. Leider tummelten sich zu diesem Zeitpunkt noch wenige Metalheads vor der Bühne und der Sound war ebenfalls recht matschig. Dennoch bemühte sich die Combo redlich und erntete den verdienten Applaus. (Kath)
Die Westfalen von NORDAFROST waren die nächsten auf den Brettern und legten auch gleich deftig los. Vor allem der Drumsound war im Vergleich zur vorhergehenden Truppe deutlich besser, und so donnerte der melodische Black / Death Metal wuchtig durch die Boxen. Musikalisch passte man vielleicht nicht ganz hundertprozentig ins Billing (ansonsten gab's ja nur Pagan-Bands), ließ sich davon aber nicht großartig beeindrucken und poste was das Zeug hält. Beim vorletzten Song nahm der Gig dann jedoch ein unerwartetes Ende: Gitarrist Shoggoth traf beim Posen mit dem Schädel auf die Klampfe von Sänger und Gitarrero Svartis und zog sich eine dicke Platzwunde zu, blutete den Saal voll und musste genäht werden. Manch einer hielt die Einlage sogar erst für einstudiert und geplant, aber dem war dann doch nicht so.
Nichtsdestotrotz ein sehr cooler Gig, mit einem Ende, das man auch nicht alle Tage erlebt! Thumbs up und beim nächsten Mal bitte ohne Blutspritzerei und dafür mit zwei Songs mehr. (Päddl)
Danach durften die Südbayern von HELFAHRT auf die Bühnenbretter des Fernverkehrs. Und trotz einiger Fehler und Pannen, wie unter anderem die in der Gitarre verfangene Haarpracht des Sängers, lieferten sie einen ganz passablen Gig ab und konnten die rund 20 Hanserl vor der Bühne auch gut zum Haareschütteln animieren. Nur was die leicht peinliche Showeinlage mit der Flöte sollte, habe ich immer noch nicht verstanden. Und irgendwer sollte dem Herrn am Mikro mal sagen, dass er eindeutig zwischen den Liedern zuviel redet. Schließlich zahlt man ja letzten Endes doch Eintritt, um Musik zu hören. (Kristina)
WOLFCHANT aus dem Bayerischen Wald konnten sich in den letzten Jahren bereits einen Namen sowie eine Fangemeinde erspielen, und schafften es zu später Stunde, mit ihrem epischen Pagan Metal nochmals einen Großteil der Anwesenden vor die Bühne zu locken. Das Publikum ließ sich ein letztes Mal an diesem Abend mitreißen und feierte das bayrische Quintett gebührend, welches an diesem Abend übrigens das erste Mal gemeinsam mit neuem Basser auf der Bühne stand. Definitiv ein gelungener Abschluss.
Fazit: Alles in allem bot das „Unleashing the North“-Festival einen schönen wenn auch ziemlich spärlich besuchten Konzertabend in fränkischen Gefilden, an dem zumindest Freunde des Pagan Metals voll auf ihre Kosten kommen konnten. Die Location, die eigentlich gerade für Konzerte ziemlich cool ist, war für eine derartige Veranstaltung vielleicht etwas zu groß angesetzt und auch der Ticketpreis von stolzen 15€ an der Abendkasse hat garantiert den einen oder anderen davon abgehalten, sich gen Zedtwitz zu bewegen. Nichtsdestotrotz war der Abend eine runde Sache und man kann nur hoffen, dass sich gerade im Hofer Raum metaltechnisch mal wieder öfter was tut. (Kath)

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Verfasser:
Kath
Datum:
21.05.2008
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