JON OLIVA´S PAIN - Hamburg, Ballroom Hamburg (23.04.2008)
Die Deutschland-Dates waren für die JON OLIVA´S PAIN-Tour mehr als rar gebucht, denn außer dem Konzert im Ballroom war lediglich je ein Gig in Aschaffenburg und Essen angesetzt. Kein Wunder also, dass darum der Ballroom schnell sehr gut gefüllt war.
Die angekündigten Vorbands MANTICORA und MASTERSTROKE waren nicht vor Ort, stattdessen gab es eine lokale Hamburger Band namens SECOND SIGHT zu bestaunen, die ihren traditionellen powervollen Heavy Metal dem Publikum präsentierten. Die Spielzeit von 45 Minuten verging zügig, da das Material recht interessant war, wenngleich es sicher nichts Besonderes darstellte.

Die Umbaupause von etwa einer Stunde war eine absolute Frechheit, vor allem den Fans gegenüber, die am nächsten Tag arbeiten mussten. Wenn das Endresultat dadurch wenigstens erklärbar gewesen wäre, hätte man das ja noch verstehen können, aber was dem Publikum bezüglich des Sounds zugemutet wurde, war dreist. Das lag offensichtlich weniger an der Band als vielmehr am verantwortlichen Soundmenschen und den vorhandenen technischen Equipment des Ballrooms. Zumal auch andere Bands in der jüngeren Vergangenheit unter dem schwachen Sound in dem Club litten.
Dass die Tour überhaupt stattfinden konnte, ist ohnehin schon ein Wunder, denn Mainman Jon Oliva sollte eigentlich am Knie operiert werden. Die Operation verschob er allerdings für die Liveauftritte, allerdings konnte er die Tour nur sitzend spielen. Das hatte jedoch den Nachteil, dass die meisten Fans im Ballroom ihren Helden nicht sehen konnten, zumal die Bühne dort ja auch eher niedrig ist.

Mit einem starken Album namens „Global Warning“ im Rücken spielte die Band befreit auf und so gab es einige Songs vom aktuellen Werk zu hören, doch auch Songs vom ebenfalls überragenden „Maniacal Renderings“- Album durften nicht fehlen. Doch waren vor allem die Fans, die SAVATAGE hinterher trauerten, gespannt, welche Songs aus diesem Zeitalter Jon & Co. aus dem Ärmel schütteln würden. Enttäuscht wurden sie nicht, denn die Band ließ sich nicht lumpen und „When The Crowds Are Gone“ war sicherlich die größte Überraschung, aber auch „Hounds“ und „Chance“ wurden sehr dankbar aufgenommen. Weshalb die Band neben Jon allerdings einen zweiten Keyboarder braucht, bleibt mir ein Rätsel. Die beiden Gitarren bauen schon recht viel Druck auf, da würde auch locker ein Tasteninstrument reichen.

Nach 90 Minuten verabschiedete sich die Band von den Fans und es reichte auch nur noch zu einer Zugabe, was sicherlich am Sound gelegen hat. O-Ton Jon: "Solch einen schlechten Sound habe ich noch nie gehabt. Ich höre hier heute Töne, die habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört.“ Dennoch war die Stimmung recht gut und die Fans feierte die Band. Der enge Kontakt zwischen Publikum und Band passte sehr gut zu der Musik, die SAVATAGE immer ähnlicher zu werden scheint. Live sind die Jungs aber immer ihr Geld wert und der Sound ist ja zum Glück nicht immer so schwach. Hoffen wir, dass Jon gesundheitlich schnell wieder auf die Beine kommt und wir noch viele Jahre musikalisch von ihm und der Band verwöhnt werden.

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Verfasser:
Leather Rebel
Datum:
25.05.2008
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