Metal District präsentiert...
Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
Skull Metal District - Live Reports: Skull
QUEENS OF METAL - Kleinwenkheim - (19.06. - 21.06.2008)

Und da ist es auch schon wieder glorreiche Vergangenheit, das dritte QUEENS OF METAL FESTIVAL im schönen Kleinwenkheim. Und heuer kann man ganz bescheiden sagen: es war ein voller Erfolg. Gute Bands, tolle Leute, eine fantastische Stimmung, ein rappelvoller Campinplatz, faire Preise, ein tolles EM-Spiel mit deutschem Sieg, ein reibungsloser Ablauf und vor allem nach der Schlammparty im letzten Jahr – strahlender Sonnenschein und tropisch anmutende Temperaturen. Alles in allem also eine astreine Metal-Party - wer das verpasst hat, ist selber schuld! 

FREITAG, 20.06.2008
  
Die Sonne lachte bei den ersten Bands denjenigen, die es auch trotz eines hübschen EM-Katers vom Deutschland – Portugal Spiel, rechtzeitig geschafft haben aus ihren Schlafsäcken zu kriechen. Sonnenschein und eine doch recht finstere irische Band, das passte zwar nicht unbedingt, aber das störte die spielwütigen Mannen von GROUND OF RUIN nicht im Geringsten. Und tatsächlich hatte sich so manche Gestalt vor der Bühne eingefunden, um zum finsteren irischen Death/Thrash-Metal gepflegt die Haare zu schütteln und das vollkommen zu Recht, denn GROUND OF RUIN rockten die Bretter von Kleinwenkheim nicht zu knapp. Aus der Richtung wird bestimmt noch so einiges zu hören sein!
  
EDGE OF THORNS danach sind schon eher sonniges Kontrastprogramm. Wie man dem Namen nach vermuten könnte lehnt man sich hier an Genregrößen wie SAVATAGE & Co. an und das durchaus recht ordentlich. Band und Publikum in bester Laune, dazu flotte, schwermetallische Partymucke und ein süffiges Bier… besser kann man eigentlich nicht in den Nachmittag starten. Das die Band dann auch noch für lau CDs verteilt hat war da noch eine nette Dreingabe.
 
 Ein wenig später dann mal etwas ganz anderes: die GRAILKNIGHTS enterten auf ihrer Suche nach dem Heiligen Gral, der vom bösen Dr. Skull gestohlen wurde, die QUEENS OF METAL-Bühne. Vier edle Recken in, nun ja, sehr enganliegenden bunten Kostümen, ein Bierverteilendes Pferd mit Namen „Zapf Beauty“ und dazu ein „mighty battlechoir“ und für die Unterhaltung ist bestens gesorgt. Das die GRAILKNIGHTS aber auch mehr drauf haben als sich gepflegt selbst durch den Kakao zu ziehen, das haben sie 40 Minuten lang spieltechnisch absolut bewiesen – ihr melodischer Deathmetal mit Einlagen des vor der Bühne treu und vor allem zahlreich vertretenen Battlechoirs kam bestens an und so wars kein Wunder, dass ordentlich die Haare flogen… Daumen hoch für die Hannoveraner von GRAILSKNIGHTS.
 
 Nach ein wenig Krach gabs am frühen Freitag Abend dann auch direkt noch mal was ungewöhnliches auf die Ohren: VAN CANTO gaben sich mit ihrem Acapella-Metal die Ehre. Was zunächst reichlich doof klingt, kann sich live absolut hören lassen. Die fünf Herren und die Dame räumten nicht nur mit Coverversionen wie „Fear of the Dark“, „Kings of Metal“ und „The Trooper“, sondern auch mit eignenen Kompositionen gut ab. Definitiv mal etwas, dass man nicht jeden Tag zu sehen und hören bekommt und dementsprechend auch absolut verdiente Lorbeeren.
 
SABATON im Anschluss beglückten ihr Publikum mit der für meinen Geschmack doch arg seltsamen Mischung von Power Metal kombiniert mit Texten über den 2. Weltkrieg. Dazu eine wenig druckvolle Show und reichlich belanglose Lieder… nicht so ganz meins. Dann doch lieber gepflegt Grillen gehen.
 
Verdiente Headliner des ersten Festivaltages waren KORPIKLAANI. Die finnischen Waldschrate lieferten eine exzellente Show ab mit einer sehr gelungenen Songauswahl und fantastischer Stimmung auf und vor der Bühne, wo man sich vor wild durch die Gegend springenden Menschen in Acht nehmen musste. Kein Wunder, denn Stücke wie „Korpiklaani“, „Happy little boozer“ und „Journeyman“ in Kombination mit einer gepflegten Menge Gerstensaftes brachten die Menge definitiv zum Kochen und zum Tanzen – geile Sache unter fränkischem Sternenhimmel.
 
 
SAMSTAG, 21.06.2008
 
Und auch am zweiten Tag lachte die Sonne vom Himmel und mit ihr lachten die Band Contest Gewinner von ORPHAN HATE. Die Berliner mit der Powerfrau am Mikro konnten schon zur Mittagszeit so einige Seelen vor die Bühne locken und für ihren melodischen Deathmetal begeistern. Schade nur das der Auftritt mit nur einer knappen halben Stunde recht kurz ausfiel. Aber von ORPHAN HATE wird sicherlich noch in Zukunft die Rede sein.
 
THE NEW BLACK danach richteten sich mit ihrem sonnigen Rock schon eher wettertechnisch passend ein. Im wild-wild-west angehauchten Outfit und mit Sonnenbrillen bewaffnet brachten sie ordentlich Stimmung in großer Tradition von ZACK WYLDE und Konsorten auf die Bühne, wenn ihnen leider auch nur mangelnde Publikumsbeteiligung beschieden war. Trotzdem, ein feines Schmankerl auf das man sonst vielleicht gar nicht aufmerksam geworden wäre!
 
Heimspiel hatten ein wenig später HATRED. Quasi fast zur Hälfte aus Festivalorganisatoren bestehend gaben sich die Thrashmetaller nach einem Jahr Pause mal wieder die Ehre auf eigenen Brettern. Und Brett ist hier auch das richtige Stichwort. Obwohl mir leider aufgrund etwas nach vorne verschobener Spielzeiten ein Teil des Gigs entging, so konnte ich doch auch noch bei den letzten Stücken feststellen, dass hier nicht gekleckert sondern geklotzt wurde und mal eben alles was vor der Bühne im Weg stand platt gemacht wurde. Schade, hätte ich gerne ganz gesehen.
 
Dafür war ich mehr als pünktlich danach zu END OF GREEN. Vom Stil her etwas aus dem schwermetallischen Nachmittag fallend, enterten die fünf Mannen die Bühne gewohnt trist und finster mit reichlich melancholischem Songmaterial im Gepäck. Die Leute einschließlich mir, mochten es jedenfalls, denn END OF GREEN konnten sich über ein zahlenmäßig sehr stark vertretenes Publikum freuen. Die Liedauswahl war diesmal besser als bei vergangenen Gigs und somit mit Stücken wie „Motor“, „Death in veins“ und „Everywhere“ ein Garant für eine brilliante Stimmung. Plan aufgegangen, toller Auftritt, immer gerne wieder.
 
Mit der aufziehenden Nacht suchten die Mannen von BRAINSTORM die Bühne schließlich heim. Powermetal mit ordentlich Power also und wie immer standen BRAINSTORM einfach für gute Stimmung und Spaß nicht zu knapp. Sänger Andy freute sich über rege Publikumsbeteiligung, nahm sogar ein ausgiebiges Bad in der Menge und nebenbei wurde noch ein Kracher nach dem anderen abgefeuert. Für alle denen KNORKATOR danach schlichtweg zu dämlich waren ein durchaus gelungener, spaßiger Abschluss eines sehr schönen Festivals.
 
 
FAZIT: Absolut gelungen. Zwar gab es bereits am Freitag Zeltplatzknappheit und hier und da einige Problemchen mit den Toiletten, aber im Vergleich zu anderen Festivals war das gar nix. Einzig ärgerlicher Kritikpunkt: statt einfach manche Bands ein Lied mehr spielen zu lassen fingen an beiden Tagen die meisten Bands einfach früher an zu spielen. Daher passierte es leider recht häufig, dass man nur noch das Ende eines tollen Gigs zu sehen bekam. Nicht gerade optimal, aber ein Punkt der wohl hoffentlich nächstes Jahr behoben werden kann.
Alles in allem also ein tolles Festival in gerade der richtigen, überschaubaren Größe mit fairen Preisen, einem tollen Fressangebot, genialen Bands und einem süßen Shisha-Cafe genau gegenüber der Bühne. Shisha  rauchen und ganz entspannt FLESHCRAWL sehen, wo gibt’s denn schon so was?! Ein sehr positives Fazit also und ein erleichtertes dazu, denn nach dem verregneten Festival 2007 stand die Fortsetzung 2008 recht lange auf wackeligen Beinen.
Nach dem durchschlagenden Erfolg dieses Jahr nun ist zu hoffen, dass das QUEENS OF METAL sich zu einer festen Größe im deutschen Festivalsommer etabliert, dabei aber hoffentlich so nett und klein bleibt, wie es heuer war. Und natürlich von Fans für Fans.
 
- Die ersten Fotos vom QOM findet ihr hier in unserer Gallery -




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Verfasser:
Brösel

Datum:
29.06.2008

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