MAGIC CIRCLE FESTIVAL - Bad Arolsen - (09.07. - 12.07.2008)

Vom 09. bis 12.07.2008 fand das Magic Circle Festival zum zweiten Mal in Bad Arolsen in der Nähe von Kassel statt. Nachdem die Erstauflage im letzten Jahr zum Einführungspreis von 10 Euro stattfand, schlug das Festival in diesem Jahr mit 87,50 Euro (Kartenvorverkauf) bzw. 80 Euro (Festivalkasse) zu Buche. Bei dem Billing und den angekündigten Rahmenbedingungen erschien das aber ein reeller Gegenwert zu sein.
Los ging es am Mittwochmittag um 13 Uhr, als einige Bands zu einem Meet & Greet luden, wo man sich auch Autogramme der Künstler holen konnte. Um 17.30 Uhr gab es dann den Soundcheck von MANOWAR, wo die Fans eingeladen waren, diesen zu verfolgen. Um 20 Uhr kam es dann zu dem Halbfinale der Aktion „Battle Of The Bands“. Hier wurde eine Band gesucht, die den Samstag livehaftig eröffnen sollte. Die zur Auswahl stehenden Bands hatten hierzu Videomaterial an den Veranstalter geschickt, das man vorab auf www.youtube.com anschauen konnte. Um Mitternacht wurde das Wikingerschiff von MANOWAR verbrannt, das die Band auf der letztjährigen Tour mit HOLY HELL dabei hatte.
Übersicht:
Donnerstag
MSG - Ted Nugent - Alice Cooper - Death Angel
Freitag
Kobus - Stormwarrior - Jack Starr's Burning Star - Beloved Enemy - Doro - WASP - Gotthard - Manowar
Samstag
Kassok - Sixth Sense - Mob Rules - Titanium Black - Krypteria - Brazen Abbott - Holy Hell - Majesty/Metalforce - Manowar
DONNERSTAG, 10.07.2008
Am Donnerstag wurden die Tore des Festivals geöffnet, so dass man sich um 13.30 Uhr die Entzündung der Flamme des Metals anschauen konnte. Danach hatte man erneut die Möglichkeit, Autogramme bei den auf diesem Festival auftretenden Bands abzustauben, gleichzeitig gab es in der „MCF Event Hall“ ein Preview der DVD „Hell On Earth V“. Da diese Programmteile allerdings nicht großartig kommuniziert wurden, waren entsprechend wenig Leute da. Überhaupt war der Informationsfluss eher bescheiden.
Für 17.30 Uhr war gemäß Zeitplan der Opener BENEDICTUM angekündigt, jedoch erfuhr dieser eine Änderung, so dass die Amis bereits um 17 Uhr auf die Bühne mussten. Da unser Navigationsgerät eine längere Route herausgesucht hatte, verpassten wir diesen Auftritt leider, so dass wir erst mit den nachfolgenden MSG einsteigen konnten. Diese ließen sich sehr viel Zeit und kamen erst später auf die Bühne, so dass sich die Spielzeit um 13 Minuten auf nur noch 47 Minuten reduzierte. Wie zu hören war, sollten MSG ein wenig Spielzeit an ALICE COOPER abtreten, die statt 75 Minuten nun 105 Minuten auftreten sollten, wozu Herr Schenker allerdings nicht bereit war, was ja auch verständlich ist.

MSG gehört zu den Bands, die man livehaftig in Deutschland eher selten zu Gesicht bekommt, doch viel verändert hat sich bei den Jungs dennoch nicht. Michael Schenker, der jüngere Bruder von SCORPIONS-Gitarrist Rudolf Schenker, kam erneut mit seiner schwarz-weißen Gibson-Gitarre auf die Bühne und auch die obligatorische Sonnenbrille durfte nicht fehlen, auch wenn von Sonnenschein weit und breit nichts zu sehen war. Hatte die Band eingangs noch Probleme mit dem Gitarrensound, besserte sich dies recht schnell, jedoch blieb der Gesang zu leise und die Drums zu laut. Sänger Gary Barden unterhielt das Publikum gut durch seine Animationen. Vom aktuellen Werk „In The Midst Of Beauty“ gab es u.a. „Night To Remember“ zu hören, aber auch Klassiker wie „Armed And Ready“ oder Doctor Doctor“ durften nicht fehlen und sorgten für Stimmung. Michael war wie immer eins mit seiner Gitarre und hatte kaum Blickkontakt zu seinen Fans.
Dass man TED NUGENT noch einmal in Deutschland zu Gesicht bekommt, hätte ich auch nicht gedacht. Der Ami veröffentlicht zwar immer mal wieder neue Alben, darunter im letzten Jahr das aktuelle Werk „Love Grenade“, aber an die Erfolge in den 70er und 80er Jahre kann er schon lange nicht mehr anknüpfen. Dennoch gehört er mit 35 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Solokünstlern der Welt. Der 59-Jährige, wegen seiner Ansichten in Bezug auf Patriotismus, Schusswaffen und Drogen schon immer sehr umstritten, sorgte mit einem am Arsch baumelnden Fuchsschwanz für einige Lacher. Zudem war er der einzige Künstler auf dem Festival, der ein Mikrofongestell am Kopf trug, wie man das von Call Center-Agenten kennt. Das mag zwar etwas ungewöhnlich ausschauen, erlaubte dem in Detroit aufgewachsenen Nugent jedoch mehr Bewegungsfreiheit. Soundtechnisch waren die Bassdrums leider übersteuert, so dass man die Gitarre kaum hören konnte. Später bekam man das zwar hin, dafür dröhnte jedoch der Bass. Die Vocals vom Meister wurden eher geschrien als gesungen und im Vergleich zu früher beschränkte sich der Patriotismus des Künstlers auf einen Cowboyhut und eine sporadisch eingesetzte Gitarre, die mit der US-Flagge lackiert war. Musikalisch wurde recht eintöniger US-Hardrock geboten und zudem nervte es ein wenig, dass sich Ted gerne von den Fans abfeiern ließ. Es waren jedoch nur die ersten Reihen im Publikum, die ordentlich mitgingen, der Rest muss zu den neutralen Beobachtern gezählt werden. Neben dem Titeltrack vom letztjährigen Album „Love Granade“ gab es auch Klassiker wie das bekannte „Cat Scratch Fever“ oder das bereits 28 Jahre alte „Wango Tango“.
Die Headlinerposition nahmen dann ALICE COOPER ein, die um 21.35 Uhr auf die Bühne kamen. Ein großes Logo in Form einer Riesenflagge verdeckte den Blick auf die Bühne und verschwand erst mit dem ersten Song. Eröffnet wurde die Show von einem Herrn im weißen Anzug, der von einem Statisten ermordet wurde. Es handelte sich hierbei zwar nur um eine Puppe, doch sah das Showelement ziemlich real aus. Der Sound war glasklar und sehr differenziert, so dass alle Instrumente deutlich herauszuhören waren. Die Band erwies sich als enthusiastisch und war viel in Bewegung, wobei vor allem der eine Gitarrist auffiel, der in bester Glam Metal-Manier mit ganz viel Tüll und Tüchern geschmückt war. Alice Cooper selbst war sehr gut drauf, es gab aber wie gehabt fast gar keine Ansagen. Wenn man aber Klassiker wie „No More Mr. Nice Guy“, „Under My Wheels“, „I´m 18”, “Only Women Bleed” oder natürlich School´s Out“ im Programm hat, spricht das selbstverständlich auch für sich. Aber auch Songs aus der zweiten Reihe wie „Killer“, „Welcome To My Nightmare“, „Lost in America“, „Is It My Body“ oder „Elected“, bei dem die Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Barack Obama als Puppen dargestellt wurden, wussten zu unterhalten. Hinzu kamen Showelemente wie riesige Luftballons, die in das Publikum befördert wurden („School´s Out“), tanzende, sehr bewegliche Frauen („Only Women Bleed“), eine Tänzerin, die von Alice mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wurde („Ballad Of Dwight Fry“) oder der Höhepunkt, als Alice gehängt wurde („I Love The Dead“). Mit Songs wie dem unerlässlichen „Poison“ oder „Feed My Frankenstein“ gab es auch Tracks aus den 90ern zu hören und bei dem Drum Solo durfte Schlagzeuger Eric Singer zeigen, dass er die lange KISS-Tour gut überstanden hat und überzeugte mit kraftvollem Spiel. So erwies sich ALICE COOPER als würdiger Headliner für den Festival- Freitag.

Zu Ende war der Tag jedoch noch lange nicht. Von 0 Uhr bis 3 Uhr morgens gab es das zweite Halbfinale des „Battle Of The Bands“- Wettbewerbs. Hier wurden die Bands berücksichtigt, die ihre CDs per Post an den Veranstalter geschickt hatten. Danach traten noch DEATH ANGEL auf, nur leider war das lediglich vor Ort an dem Informationsstand angekündigt und das war für die Festivalbesucher natürlich schon sehr ärgerlich, zumal die Amis als vorzügliche Liveband bekannt sind. Daher war auch das Interesse recht beschränkt. Die Schnaps- und Bierleichen, die anwesend waren, bildeten aber einen kleinen Moshpit, aus dem jedoch ständig die Ellbogen ausgefahren wurden. Die Band ging trotz der späten Zeit und der geringen Zuschauermenge ordentlich ab, sie sind eben professionell. Den Leuten hat es gefallen und mit Klassikern wurde nicht gespart, wobei auch die neuen Songs besser rüber kamen als auf Platte.
Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Organisation des Festivals Anlass zur Kritik gab. Davon abgesehen, dass man die Festivaltickets anfangs nur über das Internet bestellen konnte und die Karten im normalen Vorverkauf erst sehr spät zu bekommen waren, war das Festival sehr schlecht ausgeschildert, so dass man das Gelände als Ortsunkundiger nur mit einem Navigationsgerät finden konnte. Hinzu kam, dass die Eingangstore zu Tagesbeginn immer sehr viel später als angekündigt geöffnet wurden und der Einlass sehr lange dauerte, weil es nur ein Tor mit drei Eingängen gab und sehr genau kontrolliert wurde. Während auf der Homepage des Festivals eindeutig stand, dass Wasser im Tetrapack mit 0,5 l erlaubt ist, wussten die Security davon nichts. Sie hatten die Anweisungen, die Mitnahme nicht zu gestatten.
Die eingesetzte Sicherheitsfirma war schon am Freitag schwer genervt, da vom Veranstalter ständig neue Anweisungen kamen und die Security untereinander teilweise auch unterschiedliche Informationen hatten. So verwiesen sie desöfteren auf den Veranstalter, an den man als Fan aber natürlich nicht herankommen konnte.

Im Vergleich zum letzten Jahr wurde aber auch auf dem Festivalgelände gespart. So gab es auf der Bühne keine elektronische Anzeigetafel mehr und auch das angebotene Essen war nicht sehr abwechslungsreich und zudem teuer. Wurden auf der Homepage vor dem Festival noch asiatische Speisen und ein Gourmetstand sowie Scampi-Spieße angekündigt, sah man davon auf dem Festival nichts mehr. Da war das Angebot im letzten Jahr deutlich umfangreicher. Stattdessen gab es Würstchen, Pommes Frites, Steaks im Brötchen sowie vegetarische Geschichten wie Pilz- und Gemüsepfannen. Auch die obligatorischen Pizza- Stücke durften natürlich nicht fehlen. Ebenso hat der Veranstalter auf der Homepage angegeben, dass es günstig Wasser auf dem Festivalgelände geben sollte und dass man darauf achten soll, genug zu trinken. Fakt war aber, dass Wasser genauso teuer war wie Cola, Fanta & Co. und es wurde auch nur mit Kohlensäure angeboten. Um den angekündigten Supermarkt und das Frühstückszelt auf dem Campinggelände zu finden, musste man sehr viele Leute fragen. Dabei kam heraus, dass es lediglich einen fahrenden Supermarkt gab, das Frühstückszelt blieb unentdeckt. Es gab zwar auf der Homepage einen Lageplan, aber wenn man sich den nicht ausgedruckt hat, bekam man ein Problem, denn dieser wurde auf dem Festival nicht ausgehändigt.
Eine Woche vor Beginn des Festivals wurden dann auch Tagestickets angeboten und zwar zu einem völlig überteuerten Preis von 50 Euro je Tag. Wie der Veranstalter auf der Homepage mitteilte, wolle man mit dieser Aktion die deutsche Fußballnationalmannschaft für deren Erfolge bei der Europameisterschaft ehren. Den Zusammenhang zu den Tagestickets konnte jedoch nicht nur ich nicht herstellen.

Es gibt aber auch Positives zu berichten, denn die Dixies wurden zumindest einmal am Tag geleert, es gab Klopapier und die Securities waren immer sehr freundlich, obwohl sie schwer genervt waren. Die Ausgabe der Festivalbänder klappte sehr gut und die Stimmung unter den Fans war recht ausgelassen. Man kam sehr leicht mit fremden Leuten ins Gespräch und die Fans waren phantastisch drauf. Und dass es am Metal Hammer- Stand ältere Ausgaben kostenlos abzugreifen gab, sollte ebenfalls erwähnt werden.
Von der Besucheranzahl her hat der Veranstalter sicherlich mit mehr Zuspruch gerechnet. Waren im letzten Jahr noch etwa 25.000 Leute da, sind es in diesem Jahr geschätzte 11.000 Metalheads gewesen. Erklärungsansätze dafür gibt es sicherlich viele, egal ob es der deutlich höhere Eintrittspreis, die schon im letzten Jahr mangelhafte Organisation oder die vielen softeren Bands sind. Enttäuschend war es sicherlich, zumal die Veranstaltung ja das größte und beste Heavy Metal- Festival werden soll.
FREITAG, 11.07.2008
Ein weiteres Ärgernis waren die Einlasszeiten. Wurden diese für Freitag und Samstag auf der Homepage für 10 Uhr angekündigt, sollten diese dann um 11 Uhr geöffnet werden. Am Freitag verzögerte sich das bis um 11.35 Uhr. Das war insofern mehr als knapp, da die erste Band KOBUS bereits um 11.45 Uhr den Freitag livehaftig eröffnen sollte. Die Band begann zwar zwei bis drei Minuten später, aber vor der Bühne hatten sich dennoch nur wenige Leute versammeln können. Die Band aus dem fernen Kapstadt waren die Exoten auf dem Festival und sind hierzulande komplett unbekannt, obwohl sie neben zwei Singles bereits drei Alben veröffentlicht haben. In diesem Jahr gewannen sie den SAMA-Award für das beste südafrikanische Rock-Album, wobei diese Auszeichnung keine Metal-Kategorie beinhaltet. Musikalisch haben wir es hier mit Heavy Metal zu tun, der nicht sonderlich traditionell ist, was die Songstrukturen angeht. Der Gesang ist Death Metal-lastig ausgefallen, was nicht unbedingt zu der Musik passt. Ein paar Einflüsse aus dem Thrash Metal waren auch zu vernehmen, allerdings ohne das charakteristische Riffing. Am ehesten erinnerte die Band an alte PESTILENCE, allerdings waren die Songs nicht so interessant verpackt, so dass die Spielzeit von 45 Minuten langatmig wirkte. Die Südafrikaner waren nicht wirklich schlecht, haben aber zu wenig fesselnde Momente in ihrer Musik. Es reicht einfach nicht, die Geschwindigkeit in den Songs zu variieren, zu einem interessanten Song gehört noch etwas mehr. Soundtechnisch waren die Bass Drums zu stark in den Vordergrund gemischt, so dass die restlichen Instrumente zu leise rüberkamen.
Das Wetter wurde nun wieder etwas schlechter und Regen setzte ein. Überhaupt waren die Temperaturen auf dem Festival leider sehr wechselhaft, was es gerade den Fotografen nicht leicht machte, gute Fotos zu schießen. Den Metal- Fans war das aber egal, man ist schließlich nicht aus Zucker und so waren 20 Minuten später etliche Fans da, um sich den Auftritt von STORMWARRIOR reinzuziehen. Die Hamburger sind mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums „Heading Northe“ und dem Labelwechsel unheimlich präsent und spielen in diesem Jahr auf sehr vielen Festivals. Während sie im letzten Jahr ihre Setlist in alte HELLOWEEN- Songs und eigene Titel teilten und die Songs der Kürbisköpfe mit Kai Hansen am Gesang vortrugen, gab es diesmal „nur“ eigenes Material zu hören. Los ging es nicht nur mit sehr viel Nebel sondern, nach einem Intro, mit dem Titeltrack des neuen Albums und der Metal-Hymne „Metal Legacy“, ehe es mit „Sign Of The Warlorde“, „Heavy Metal Fire“ und „Valhalla“ erst mal ein paar ältere Songs gab. Auffällig war, abgesehen von einem zu leise abgemischten Sound und scheppernden Snares, dass Lars die hohen Töne nicht so gut traf, vor allem bei dem gesanglich anspruchsvollen „Into The Battle“ fiel das auf, so dass etwas Epik verloren ging. An die Backing Vocals von Bassist Yenz muss man sich erst einmal gewöhnen, da er eine ganz andere Aussprache als Sänger Lars hat und im Gegensatz zu ihm auch eher unmelodisch klingt, doch gibt das den Vokalpassagen ein größeres Spektrum. Vom zweiten Album folgte dann noch das eingängige „Odin´s Warriors“, ehe der Auftritt mit den Tracks „Iron Prayers“, „Thor (The Thunderer)“ und „Axewielder“, die alle vom ersten Album stammten, auch schon zu Ende ging. Alles in allem also ein sehr solider Auftritt, der mit einigen lockeren Sprüchen unterlegt wurde und einfach Spaß machte.

Drei der STORMWARRIOR- Jungs mussten gleich noch einmal auf die Bühne, um JACK STARR´S BURNING STARR zu unterstützen, der offensichtlich keine komplette Band hat. Der nicht mehr ganz so junge Mann, der von 1981 bis 1984 bei VIRGIN STEELE spielte und inzwischen im sonnigen Florida lebt, hatte in den 80ern vier Alben veröffentlicht, die in der breiten Masse der Veröffentlichungen jedoch untergingen. Nun gibt es die Band im stark veränderten Line-Up wieder und auch ein neues Album wird erscheinen. Der melodische und eingängige US Metal der alten Schule passte sehr gut in das Billing und so nahmen die Fans die alten Songs wie „Evil Never Sleeps“, „Go Down Fighting“ oder „Fight The Thunder“ ebenso gut auf wie Tracks vom noch unveröffentlichten Album der Marke „The Ancient Ones“ oder „Day Of The Reaper“. Jacks Gitarrenspiel erinnerte von der Art her an Yngwie J. Malmsteen, seine Parts waren aber bei weitem nicht so verspielt wie die des Schweden. Stimmlich war der Gesang sehr hoch, so dass etwas Kraft in den Vocals fehlte. Ebenso war sehr wenig Bewegung auf der Bühne, das kann man aber noch entschuldigen, da die Band ja wild zusammengewürfelt war. Vor allem die STORMWARRIOR- Jungs Lars (Gitarre), Alex (Gitarre) und Falko (Drums) hatten sichtlich Spaß daran, mal was anderes auszuprobieren und so konnte man das eine oder andere Grinsen in ihren Gesichtern nicht übersehen.
Im Anschluss mussten wir uns ein wenig sputen, es stand für 14.45 Uhr nämlich eine Pressekonferenz an. So sehr hätten wir uns dann doch nicht beeilen müssen, da sich die Herren Musiker viel Zeit ließen und erst eine halbe Stunde später als vereinbart erschienen. Neben der kompletten MANOWAR- Band waren auch noch Musiker von DORO, HOLY HELL, MAJESTY und JACK STARR´S BURNING STARR anwesend. Im Vordergrund dieses Events stand natürlich das Magic Circle Festival an sich und so erzählte Joey De Maio, dass dieses Festival ganz anders als andere aufgebaut ist und eine neue Dimension darstellt. So soll die Nähe zu den Fans großgeschrieben werden, was mit dem Freibier, dem Verlosen der Motorräder und der Verteilung der Singles dokumentiert wurde. Viel wichtiger war den anwesenden Presseleuten aber ein Gerücht, das bereits seit Mittwoch die Runde machte: DEF LEPPARD und WHITESNAKE sollten ihre Auftritte, die für Samstagabend geplant waren, abgesagt haben. Darauf angesprochen, bestätigte Joey die Absagen, konnte oder wollte zu den Gründen jedoch nichts sagen. Ebenso war noch nicht klar, wie dieses entstandene Zeitfenster ausgefüllt werden sollten. Für ein wenig Gelächter sorgte dann MANOWAR- Sänger Eric Adams, der auf die Frage, wie er sich denn auf das Singen von zweimal drei Stunden in zwei Tagen vorbereitet hat, antwortete: „The secret is pussy juice!“ Etwas ernster fügte er dann aber hinzu, dass er gerne singt und es für ihn kein Problem ist. Joey erzählte den zahlreichen ausländischen Korrespondenten, dass es für sie als Amerikaner eine Ehre wäre, dieses Event in Deutschland zu veranstalten. Für dieses Land haben sie sich entschieden, weil es zentral in Europa liegt und damit die ausländischen Fans erleben können, wie man den Heavy Metal in Deutschland lebt.
HOLY HELL- Sängerin Maria gab bekannt, dass sie ihr neues Album fertiggestellt haben. Da sie jedoch noch immer auf Tour sind, gibt es noch kein Releasedatum seitens der Plattenfirma, so dass sie die Fans noch um Geduld bitten müssen. Wahrscheinlich ist jedoch eine Veröffentlichung im nächsten Jahr. Darauf angesprochen, warum Scott Columbus nicht auf dem Festival dabei ist, erfuhren die Presseleute, dass Scott innerhalb von kürzester Zeit drei wichtige Menschen verloren hat. So starb erst der ältere Bruder, dann der Vater und zuletzt die Mutter. Nun gilt es für ihn, einige Dinge im Leben zu sortieren, die Tür ist für ihn bei MANOWAR aber natürlich nicht zu. Seinen Platz nimmt bis dahin Drummer Rhino Edwards ein, der von 1991 bis 1994 bereits in der Band aktiv war. Obwohl Rhino ebenfalls bei HOLY HELL das Schlagzeug bedient, ist er also dabei, so dass er auf eine Arbeitszeit von sieben Stunden in zwei Tagen kommt. Ein Thema war natürlich auch, wie es war, sich das alte Songmaterial für diesen einzigartigen Event draufzuschaffen. Dabei kam heraus, dass Gitarrist Karl Logan jeden Song spielen konnte, während sich Joey kaum daran erinnern konnte, dass er diesen oder jenen Track geschrieben hatte.
Abschließend äußerte sich Joey dazu, dass man bei dem Festival musikalisch nicht limitiert ist. Egal ob Black-, Death- oder Gothic Metal, das Event ist nicht den traditionellen Tönen vorbehalten. In den letzten beiden Jahren hatte das Magic Cirlce Festival nur eben diese Ausrichtung, weil die Fans danach gefragt haben, was sich künftig aber auch ändern kann.
Nach der Rückkehr von der Pressekonferenz bekamen wir noch die letzten Songs von BELOVED ENEMY mit, deren Verpflichtung schon vor dem Festival für Fragezeichen sorgte, passten sie als einzige Band musikalisch doch so gar nicht zum restlichen Billing. Überhaupt waren BELOVED ENEMY für den Samstag angekündigt. Zwar teilte die Band auf ihrer My Space- Seite via Blog-Eintrag noch mit, dass sie auf jeden Fall Freitag spielen, aber etliche Fans dürften die Band dennoch verpasst haben. Düsteren Gothic Rock haben sich die Deutschen auf die Fahnen geschrieben. Musikalisch verbindet die Band Traurigkeit mit eingängigen Gitarrenmelodien. Der Gesang wies ein recht breites Spektrum auf, von tieferen Stimmlagen über geschriene Vocals bis zu opernhafter Theatralik war alles dabei. Die einen oder anderen Gothic- Fans waren dann doch anwesend, die dann von der Band auch sehr angetan waren. Die Masse konnte mit dem Sound erwartungsgemäß aber nichts anfangen.
Nach einer wie immer sehr kurzen Umbaupause (die Unterbrechungen zwischen den Bands beschränkten sich auf sehr angenehme 15-20 Minuten außer bei MANOWAR) enterte die deutsche Metal Queen DORO samt Band die Bühne und für die nächsten 60 Minuten wurde klassischer Heavy Metal zelebriert. Doro war viel in Bewegung, animierte ständig das Publikum und hatte immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und auch das Headbangen kam nie zu kurz. Sie hatte sichtlich Spaß, war mehr als angetan von den Publikumsreaktionen und grinste bei wirklich jedem Song. Optisch hatte sich Doro wie immer in ein enges Lederkostüm geworfen, aber die Frau kann es auch wirklich tragen, sie sieht mit ihren 44 Jahren immer noch sehr lecker aus. Bei der Songauswahl startete sie beim Debüt-Album „Burning The Witches“ und arbeitete sich dann einigermaßen chronologisch zu den späteren WARLOCK- Alben vor. Bei Highlights wie „Earthshaker“, „I Rule The Ruins“, „Hellbound“, „True As Steel“ oder „Burning The Witches“, in das ein toller Mitsingpart für das Publikum integriert wurde, kann man aber auch nichts falsch machen. Die Ballade „Für Immer“ ging unter die Haut und das JUDAS PRIEST- Cover „Breaking The Law“ ist zwar ausgelutscht, aber DORO veränderten den Song ein wenig und begannen ihn als langsamere Akustikversion, was dem Song einen ganz neuen Anstrich gab. Zwischendrin wurden auch mal nicht ganz so alte Songs wie ein Track vom „Warrior Soul“- Album sowie DER Titeltrack vom „Fight“- Album gezockt. Abgeschlossen wurde der Auftritt dann vom unvermeidbaren „All We Are“ sowie dem etwas überraschenden „Metal Racer“ vom Debüt-Album. Ein sahnemäßiger Auftritt, der richtig Spaß gemacht hat und Appetit auf das Jubiläumskonzert gemacht hat, das am 13.12. in Düsseldorf im ISS Dome stattfinden wird und wo viele prominente Bands und Gäste erwartet werden.
Nachdem die Absage von WHITESNAKE und DEF LEPPARD schon bei der Pressekonferenz bestätigt wurde, erfolgte nun die Bekanntgabe von der Bühne. Nachdem der Sprecher ein deftiges Pfeifkonzert geerntet hatte, gab er dann noch bekannt, dass sich die Veranstalter entschlossen haben, denjenigen, die deswegen das Festival sofort verlassen möchten, einen Teil des Festivaltickets gegen Entwertung des Festivalbandes erstatten möchten. Die Bekanntgabe erfolgte gegen 18 Uhr und die genannte Personengruppe musste bis 20 Uhr das Festivalgelände verlassen haben und bekam dafür gerade mal 15 Euro erstattet. Wenn man bedenkt, dass es sich bei der Absage nicht um irgendwelche Bandshandelte sondern um die beiden Co-Headlinerm mit denen auch kräftig im Vorfeld geworben wurde, dann steht die Erstattung in keinem Gegenwert zu dem Wegfall der beiden Bands. Vor allem dann nicht, wenn man berücksichtigt, dass Denjenigen am Freitag die letzten beiden Bands entgehen sowie der komplette Samstag mit weiteren neun Bands. Als weitere Wiedergutmachung hat sich der Veranstalter daher entschlossen, für zehn Minuten Freibier zapfen zu lassen. Allerdings wurde im Vorfeld sowieso angekündigt, dass es 20.000 Bier gratis geben würde. Da der Gerstensaft jedoch wegen dem Andrang schnell gezapft werden musste, bestand ein Becher aus 0,2 l Bier und 0,2 l Schaum. Insgesamt wurde dreimal zehn Minuten lang auf dem Festival Freibier ausgeschenkt und ich wage zu bezweifeln, dass es wirklich 20.000 Freibier waren. Das ist an sich ja kein Problem, bloß sollte man so etwas dann nicht großspurig ankündigen.
Ein Konzert oder Festivalauftritt ist bei W.A.S.P. immer eine Wundertüte. Entweder die Band erwischt einen Sahnetag und gibt ein Killerkonzert oder Herr Lawless hat keinen Bock und zeigt das auch sehr deutlich. Diesmal gab es leider einen Gig der zweiten Variante. Nachdem man die Fans sage und schreibe 26 Minuten warten ließ, ging es dann endlich los. Sicherlich hat die Bekanntgabe der Absage von DEF LEPPARD und WHITESNAKE Zeit gebraucht, aber mit mehr als fünf Minuten schlug das nicht zu Buche. Ohne Intro ging es dann gleich los mit „On Your Knees“, das jedoch nicht ausgespielt wurde, ehe es mit dem etwas unerwarteten „The Electric Circus“ und „Hate To Love Me“ vom „Unholy Terror“- Album weiterging. Mit Ansagen war Blackie etwas sparsam, die Old-School-Fans wurden aber mit Songs wie „Love Machine“, „Wild Child“, „Chainsaw Charlie“ und „I Wanna Be Somebody“ ordentlich bedient. Blackie sah recht blass um die Nase aus, obwohl er das ja eigentlich immer tut. Auf jeden Fall merkte man ihm deutlich an, dass er keinen Bock auf das Konzert hatte. In der Vergangenheit gab es ja Playback- Gerüchte um den Gesang, doch das war an diesem Tag sicherlich nicht der Fall, da Blackie ständig einige Silben verschluckte und die Töne manchmal nicht lange halten konnte. Unschlagbar waren aber Blackies beige Westernstiefel mit Fransen – sehr modisch ;-)
Ich habe keine Ahnung, warum GOTTHARD so dermaßen hoch im Billing eingestuft wurden. Ihren melodischen Hardrock kann man nebenbei sicher sehr gut hören, aber als Co-Headliner für den Freitag mit einer Spielzeit von 75 Minuten gibt es sicher andere Bands mit diesem Anspruch im Billing. Soundtechnisch mussten auch GOTTHARD Abstriche machen, da die Basstrommel die übrigen Instrumente überdröhnte. Gerade bei dieser Musikrichtung ist ein guter, differenzierter Sound aber wichtig und das fehlte hier. Der Sechser versuchte dies durch besonders viel Spielfreude auszugleichen, was den sympathischen Schweizern auch recht gut gelang. Die Band war sehr gut drauf, was ja auch kein Wunder ist, denn wann erreicht die Band auf einem Festival in Deutschland schon mal so viele Leute. Daher erstaunt es nicht, dass sich die Band ordentlich ins Zeug legte und damit auch überzeugen konnte. Gute und solide Show, aber nichts Besonderes. Dazu trug auch die Sonne bei, die sich endlich mal sehen ließ.
Auf Nachfrage bei der Pressebetreuung, was denn während der für WHITESNAKE und DEF LEPPARD vorgesehenen Spielzeit passieren würde, hieß es zu dem Zeitpunkt, dass auf jeden Fall zwei andere Bands spielen würden. Derzeit werde mit der Plattenfirma, wo WHITESNAKE unter Vertrag stehen, mit anderen Acts verhandelt. Fest stand bis dahin jedoch noch nichts.
Es war natürlich völlig klar, wegen welcher Band die meisten der anwesenden Festivalbesucher gekommen war. Der Großteil lief in MANOWAR-Shirts herum und so waren die Besucher auch gespannt auf den Headliner, der angekündigt hatte, die ersten sechs Alben der Bandgeschichte auf diesem Festival zu spielen. Da die Band an zwei Festivaltagen, nämlich am Freitag und am Samstag, auftrat, teilten sich diese Alben in jeweils drei Werke je Tag auf. Zunächst ließen die Amis ihre Fans aber im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen – pünktlich zu um 21 Uhr hatte es begonnen, stark zu regnen, so dass man, sofern man nur im T-Shirt wartete, schnell durchgenässt war. Die Zeit sollte der Soundtrack von „Conan, der Barbar“ verkürzen. Vor Beginn des Auftritts fuhr eine schwenkbare Kamera durch das Publikum, was für etwas Abwechslung und Kurzweiligkeit sorgte. Die Internationalität der Festivalbesucher zeigte sich dann in Form von mitgebrachten Flaggen, die fleißig geschwenkt wurden. Griechenland, Polen, Belgien, Dänemark, England, Estland, Norwegen, Schweiz, Russland, Japan, Kanada, USA – die Fans hatten teilweise richtig lange Fahrtstrecken zurückgelegt.
Das Schwenken von Fahnen erlebt man ja auf Jedem größeren Festival. Für MANOWAR-Fans hat es mit den Flaggen aber auch noch eine andere Bewandtnis. Auf dem „Kings Of Metal“- Cover sowie auf der „Kings Of Metal/Herz aus Stahl“- Maxi und der „Wheels Of Fire“- Single sind ja viele Flaggen abgebildet, außerdem geht es bei dem Song „Blood Of The Kings“ vom „Kings Of Metal“- Album ja um die MANOWAR-Armeen der einzelnen Länder, womit einfach ihre Fans gemeint sind. Daher war es auch klar, dass es ein fahnenreiches Event wird. Da die Bühne jedoch recht hoch war, hatten die Fans, die weiter hinten standen, allerdings schlechte Karten, was das Sichtfeld betraf. Hier hätte eine Videowand Abhilfe schaffen können, die gab es allerdings nicht. Weswegen man aber riesengroße Fahnen mit teilweise 2m langen Fahnenmasten mit reinnehmen durfte aber kein 0,5 l TetraPak mit Wasser, das soll mir mal einer erklären!
Mit einer Verspätung von 32 Minuten (!) – und dass, obwohl die Bühne längst bereit war – enterten Joey, Eric, Karl und Rhino nach einem Intro die Bretter, die die Welt bedeuten und stiegen mit „Manowar“ ein. Da das sowieso der übliche Beginn eines Konzertes der New Yorker ist, stellte sich hier noch kein Gänsehautfeeling ein. Somit wurde die chronologische Reihenfolge ein wenig durcheinandergebracht, denn der Track ist ja erst der erste Song auf der B-Seite der Platte. Die übrigen Tracks wurden aber in der korrekten Reihenfolge vorgetragen. Überraschenderweise hielt sich die Band mit Ansagen und Reden stark zurück. Man hoffte schon, davon verschont zu bleiben, allerdings zeigte sich, dass diese Reden und Monologe zwischen den einzelnen Alben erfolgten und die dann auch richtig ausführlich wurden. Nach dem „Battle Hymn“- Album schnappte sich Joey das Mikro und kam noch einmal auf die Absagen von WHITESNAKE und DEF LEPPARD zurück. Dort erzählte er, dass er vom Metal Hammer angesprochen worden wäre, er solle doch bitte eine Pressemitteilung herausgeben, warum die beiden Bands nicht aufgetreten sind. Joey lehnte dies ab, er sagte, dass er nicht wüsste, warum die Gruppen abgesagt haben. Soweit so gut. Aber dass ein Spruch wie „Who is DEF LEPPARD? Who is WHITESNAKE? We are MANOWAR and we are true and play only for you!” gebracht wurde, empfanden sehr viele Leute als schlicht überflüssig. Witzig war die Antwort des Publikums, als er dieses fragte, ob jemand wegen WHITESNAKE oder DEF LEPPARD hier wäre und die Fans “Yes” schrien. Nachdem er noch einmal fragte, ob er sich verhört hätte, waren die „No“- Rufe um einiges lauter...Joey sagte, dass nicht WHITESNAKE oder DEF LEPPARD das Festival organisiert hätten sondern er. Herr DeMaio verwies darauf, dass nur 30 Leute ihre Tickets zurückgegeben hätten. Ja super, Joey, für 15 Euro hätte ich das auch nicht gemacht! Darüber hinaus hätten MANOWAR ja für 20.000 Freibier, 20.000 verteilten Singles und die Verlosung der vier Motorräder gesorgt. Diese Aussage kann nur als respektlos den anderen Bands und deren Fans gegenüber gewertet werden. Das war aber noch nicht alles, denn auch die Bemerkung, wie schwer es wäre, so ein Festival zu organisieren, wenn ständig Arschlöcher die Veranstaltung behindern, richtete sich gegen WHITESNAKE und DEF LEPPARD. Danach hetzte er gegen den Metal Hammer, weil dieser um eine Stellungsnahme zur Absage von WHITESNAKE und DEF LEPPARD bat. Er bezeichnete die Kollegen als „Assholes of Metal Hammer Magazine“, weil sich diese etwas kritisch verhielten. Dabei fiel die Frage danach gar nicht auf der Pressekonferenz durch den Metal Hammer sondern durch ein andres Magazin. Man darf also gespannt sein, wer im nächsten Jahr das Festival präsentiert, nachdem Metal Hammer und Rock Hard nicht mehr bereit sind, mit der Band zusammenzuarbeiten, denn immerhin war der Metal Hammer kurz davor, den eigenen Stand auf dem Festival- gelände abzubauen, was sie dann aber doch nicht taten.
Auch während dem zweiten Teil in Form des Albums „Into Glory Ride“ war sehr wenig Bewegung auf der Bühne. Ansonsten wurden die Songs aber absolut authentisch rübergebracht. Speziell das Schlagzeugspiel von Rhino muss lobend erwähnt werden, denn was er aus den Drum- Parts von Scott herausgeholt hat, war schon beachtlich. Nach einem erneuten Monolog von Joey gab es dann noch erwartungsgemäß das „Hail To England“- Album, in dessen Anschluss noch der neue Song „Die With Honor“, der sich auf der gratis verteilten Single befand sowie „Warriors Of The World“ gespielt wurde.
Abschließend gab es in der MCF Event Hall das Finale des Battle Of The Bands- Wettbewerbs, aus denen LIBERTY OF SPEECH siegreich hervorgingen. Diese durften dann am nächsten Tag auftreten.
SAMSTAG, 12.07.2008
Am Samstag ging dann die Farce in dem Zusammenhang der Absagen von WHITESNAKE und DEF LEPPARD weiter: Der Start des Festivaltages wurde einfach mal von 10.15 Uhr auf 12 Uhr verlegt und es wurde mit KRYPTERIA auch nur eine Band verpflichtet, die bei weitem nicht die Popularität der abgesagten Bands aufzuweisen hatte. Darüber hinaus wurde der komplette Zeitplan durcheinandergewürfelt, es verschob sich einfach alles. Die Information darüber gab es an dem Infostand, der vom Campingplatz allerdings sehr weit entfernt war.
Den Anfang machten am Samstag also die Gewinner des „Battle Of The Bands“- Wettbewerbs namens KASSOK. An der Bühne vor den Monitorboxen kündigte ein Banner, das aufgemacht war wie eine Zeitung, die Band an, damit auch jeder wusste, mit welcher Gruppe er es zu tun hat. Die Band stellte ihr Debütalbum „Liberty Of Speech“ vor und hatte dafür eine halbe Stunde Zeit. Die drei Jungs mit einer Frontfrau spielen melodischen Heavy Metal mit kräftigen Punk- Einschlag. Optisch wollte man sich wohl von den anderen Bands abheben, so trat die Sängerin in weißer Hose und schwarzem Korsett auf, während sich der Gitarrist für ein weißes Hemd und schwarze Weste entschied und der Drummer ein weißes T-Shirt samt kurze schwarze Weste bevorzugte. Das Riffing der Band wies einen derben Punkeinschlag auf, so dass die Abwechslung nicht gerade Trumpf war, dafür hatte man eingängiges Material anzubieten. Der Sound war überraschenderweise schon gleich zu Beginn sehr gut, ganz im Gegensatz zum Wetter, das deutlich geringere Temperaturen aufwies, zudem war es windiger als an den Vortagen.

Weiter ging es mit einer weiteren, hierzulande unbekannten Band: SIXTH SENSE waren im letzten Jahr in Bulgarien mit MANOWAR und ALICE COOPER auf Tour und gaben dem Festival einen musikalischen Farbklecks, denn eine Nu Metal- Band hätte wohl keiner hier erwartet. Dennoch machten die Jungs ihre Sache gar nicht mal schlecht und dazu haben sie auch interessante Ideen wie z.B. Sänger Alex Grata, der einen alten Telefonhörer benutzte, um seinen Gesang zeitweise zu verzerren. Die Backing Vocals wurden von Gitarrist Slava Molchanov in einer tiefen Stimmlage gegrunzt. Trotz ihres Bemühens stieß die Musik jedoch nicht auf großes Interesse bei dem Publikum, was jedoch verständlich ist, wenn man die musikalische Grundausrichtung des Festivals berücksichtigt. Fans dieser Musikrichtung sollten die Band aber im Auge behalten, denn die rhythmisch orientierte Gruppe wusste zu unterhalten. Beim letzten Song bewies sie auch Humor, als sie den alten BONEY M- Hit „Rasputin“ in die Nummer integrierte.
MOB RULES sind keine BLACK SABBATH- Coverband und klingen musikalisch auch ganz anders. Obwohl die Band seit 1994 besteht und seitdem sechs tolle Alben abgeliefert hat, kommen die Jungs aus Wilhelmshaven nicht so recht vom Fleck. Ihnen wurde immer zugestanden, eine gute Band zu sein, doch live fanden sie nur im kleinen Rahmen statt und auch von der Presse wurden sie in Sachen Interviews eher gemieden. Eigentlich unverständlich, wenn man den Auftritt auf dem Festival zu Grunde legt: Die Band war richtig geil auf den Auftritt, hatte extrem viel Spaß und die Kommunikation mit dem Publikum passte einfach. Da wurde gescherzt, gelacht und bei allem Spaß auch ehrliche Arbeit abgeliefert. Der melodische Power Metal kam nicht so vertrackt wie auf CD rüber und so haben die Niedersachsen an diesem Nachmittag sicher einige Fans hinzugewonnen. Sänger Klaus Dirks bot neben recht hohem Vocals und sehr gut ausgearbeiteten Gesangslinien auch echte Entertainer- Qualitäten, als es ihm gelang, einige Leute, die sitzend und leicht verkatert weiter hinten der Show folgten, nach vorne zu holen, in dem er augenzwinkernd einfach mit der Unterbrechung des Konzerts drohte. Die Band präsentierte sich als eingespielt und kam daher absolut homogen rüber. Besonders gut kamen beim Publikum die Tracks „In The Land Of Wind And Rain“ sowie „Hollowed By Thy Name“ an. Beim nächsten Mal darf es dann gerne auch einmal etwas mehr als 45 Minuten Spielzeit sein.

TITANIUM BLACK sind das neueste Signing des Labels Magic Circle Music, das ja Joey und Eric von MANOWAR gehört und das die meisten Bands auf diesem Festival stellte. Die New Yorker, die bereits 2004 ihr Debüt „Bleed For You“ veröffentlicht haben, trugen ihren traditionellen Heavy Metal vor, der jedoch ziemlich belanglos wirkte. Spannungsbögen oder herausragende Ideen suchte man vergebens und so verließ der Sound der Band die Ohren so schnell, wie er gekommen war. Auch das Publikum war wenig angetan, erst das JUDAS PRIEST- Cover „Victim Of Changes“ ließ aufhorchen, aber wenn schon eine Coverversion das Highlight einer neuen Band ist, läuft wohl was falsch. Mal abwarten, wie das zweite Album klingt, dass über Magic Circle Music in Kürze veröffentlicht wird.
Als Ersatz für die Absagen von WHITESNAKE und DEF LEPPARD wurden sehr kurzfristig KRYPTERIA aus Deutschland verpflichtet. Die Kölner, die dank ihrer exotisch angehauchten Synthie- Klänge und der koreanischen Frontfrau Ji-In Cho im asiatischen Raum einige Erfolge feierten, konnten in der Heimat aber bislang keine Akzente setzen. Ihr powervoller Gothic Metal wurde 2005 durch den Song „Liberatio“ bekannt, dessen Erlöse an die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien gingen und der bei der RTL-Berichterstattung immer wieder eingespielt wurde. In der knapp bemessenen Spielzeit von gerade einmal dreißig Minuten konnte ihr eingängiger Sound, der mit vielen orchestralen Elementen verfeinert wurde, nur Genrefans überzeugen. Ungewöhnlich war sicherlich, dass die Band das eine oder andere Gitarrensolo in die Songs eingestreut hatte, wenngleich diese die Musik eher auflockern sollten, denn sonderlich anspruchsvoll waren sie nicht.
Auch BRAZON ABBOTT dürften dem geneigten Heavy Metal- Fan nicht unbedingt etwas sagen. Zur Geschichte der Band: Der russische Gitarrenheld Nikolo Kotzev spielte in der schwedischen Band BALTIMORE, ehe ihn persönliche Differenzen dazu zwangen, ein Soloprojekt zu starten und diesem gab er den Namen BRAZON ABBOT. Mit diesem Projekt hat Nikolo bereits fünf Alben veröffentlicht und zwar mit Sängern wie Joe Lynn Turner, Jorn Lande und Goram Edham. Den Auftritt in Bad Arolsen absolvierte die Band mit Joe Lynn Turner, der bereits bei Bands wie YNGWIE MALMSTEEN´S RISING FORCE, RAINBOW oder DEEP PURPLE gesungen hat. Etwas unglücklich war die Aktion von Joe, als er auf die Bühne kam und zwei Bonbons, die er im Mund hatte, auf die Fotografen spuckte. Auch ansonsten gab er sich alle Mühe, den Rockstar raushängen zu lassen: Die Kommunikation mit dem Publikum fand kaum statt und auch die Sonnenbrille durfte trotz leichtem Regen und dunklen Wolken natürlich nicht fehlen. Zudem war seine Stimme ziemlich dünn, vor allem in den höheren Tonlagen. Gut, er ist nicht mehr der Jüngste, das muss man berücksichtigen, aber mit der Attitüde macht er sich nicht viele Freunde, das konnten auch die drei RAINBOW- Songs nicht mehr gutmachen, die im Set berücksichtigt wurden. Musikalisch war der Melodic Metal aber ziemlich stark, obwohl die Gitarren nur bei den Soli zu hören waren, weil die Drums zu weit in den Vordergrund gemischt wurden. Ansonsten erinnerte die Mucke vor allem bei den schnelleren Passagen an RIOT. Die Band überzog ihren Auftritt um acht Minuten, obwohl sie pünktlich anfangen konnten, was ja auch nicht die feine Art ist.
Mit einer Verspätung von 13 Minuten enterten die Amis HOLY HELL um genau 17.53 Uhr die Bühne. Die Band, die durch den Support-Slot auf der letztjährigen MANOWAR- Tour bekannt geworden ist, nimmt dabei einen erstaunlich hohen Rang im Billing ein. Zwar war man bereits im letzten Jahr auf dem Festival präsent, aber die Gruppe hat eben mit „Apocalypse“ nach wie vor nur eine 4-Track-EP vorzuweisen. Dafür war die angesetzte Spielzeit von 60 Minuten jedenfalls gewaltig. Allerdings haben sie auch von der Absage von WHITESNAKE und DEF LEPPARD profitiert, so dass sie 15 Minuten länger spielen konnten. Diese Zeit wurde neben den beiden neuen Songs „Dream On“ und „Prophecy“ mit den beiden Cover-Versionen „Rising Force“ (von YNGWIE J. MALMSTEEN´S RISING FORCE, wurde bereits im letzten Jahr vorgetragen) und „Holy Diver“ (DIO) ausgefüllt. Während „Rising Force“ einwandfrei vorgetragen wurde und auch dem künstlerischen Niveau der Band entsprach, passten Ronnies Gesangslinien einfach nicht zu Maria und außerdem wurde der Song nach dem Solo ziemlich verfremdet. However, im Vergleich zum letzten Jahr wirkte die Band jedenfalls eingespielter und homogener, was auch kein Wunder ist, so viel, wie HOLY HELL im letzten Jahr aufgetreten ist. Die Formation ist dabei, ihren eigenen Stil zu finden und bewegt sich immer mehr von dem von NIGHTWISH- geprägten Stil weg hin zu einem Power Metal-lastigen Sound, was man vor allem beim Gitarrensound merkt. Etwas unnatürlich wirkte hingegen die Refrains, da bei Maria auf dem Mikro viel zu viel Hall drauf war – möglicherweise kam das auch von Band, denn das hörte sich schon fast wie ein ganzer Chor an.

Nach diesem Auftritt sah sich Joey DeMaio gezwungen, auf die Bühne zu kommen und eine Ansage zu tätigen. Jemand hatte wohl das Gerücht gestreut, dass nach dem Auftritt von HOLY HELL das Festival beendet ist. Hierzu hatten zwei Personen unbefugt versucht, backstage zu kommen, um die Ansage auf der Bühne zu machen. Dem war natürlich nicht so und so ging es nach einer kurzen Umbaupause weiter mit MAJESTY. Auch die Süddeutschen um „Keep It True“- Festival -Veranstalter Tarek hatten zusätzliche Spielzeit zugestanden bekommen und zwar gleich eine halbe Stunde mehr. Nach dem Opener „Reign In Glory“ gab Sänger Tarek bekannt, dass die Band MAJESTY Geschichte sind und man sich fortan METALFORCE nennt. Wie ich das mitbekommen habe, ist die Bandbesetzung allerdings gleich geblieben. Trieft schon der Bandname vor Klischees, so macht man sich mit einer Ansage wie „Wir werden mit True Metal die ganze Scheißwelt erobern“ höchstens unter Fanatikern dieser Musikrichtung Freunde. Weiter ging es aber erst mal mit einem neuen Song namens „Fields Of War“, der wohl zu den schnellsten Songs zählt, den die Band je geschrieben hat. Ein Double Bass- Gewitter, wo jeder Schlag auf die Felle einem Tritt in den Magen gleich kam, wobei die anderen Instrumente dadurch aber leider kaum zu hören waren. Auch im Verlaufe des Sets, wo Bandklassiker wie „Sword And Sorcery“ oder „Hellforces“ gezockt wurden, erwiesen sich die Basstrommel und der Bass als zu dominant. Dennoch kann man der Band nicht absprechen, dass sie sehr aktiv war und ihre Show eine 100%ige Verbesserung zu den Auftritten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, war. Die Süddeutschen waren hungrig und die Fans gingen sehr gut mit, zumal das Wetter auch wieder besser wurde. Vor allem die hohen Screams von Tarek saßen, was wichtig war, denn nichts ist schlimmer als eine traditionelle Heavy Metal- Band, dessen Sänger die Töne nicht trifft. Die Optik der Band ist aber sicherlich mit ihren schwarzen Westen, Schlaufen und Ringen Geschmackssache. Wir sind gespannt, wie das Debüt von METALFORCE ausfällt, zumal auch der zweite neue Song namens „Freedom Warriors“, der an diesem Abend gespielt wurde, überzeugen konnte.
Nach einer unverschämten Wartezeit von satten 37 Minuten Verspätung kamen dann MANOWAR auf die Bühne. Das Intro und der erste Track namens „Manowar“ sorgten für ein Deja Vu- Erlebnis, die bereits am Vortag gespielt wurden. Wollte die Band heute nicht die Alben „Sign Of The Hammer“, „Fighting The World“ und „Kings Of Metal“ performen? Doch danach ging es auch gleich los mit „All Men Play On Ten“. Auf der Bühne befand sich eine riesige Lautsprecherfront. Da es aber nicht lauter war als am Abend zuvor – im Gegenteil, ich hatte sogar den Eindruck, dass es etwas leiser war – ist es durchaus möglich, dass es nur Attrappen waren. Heute war jedoch mehr Bewegung auf der Bühne als am Freitag, wo die Jungs den Aktionsradius einer Streichholzschachtel hatten. Dennoch bot die Band, insbesondere Joey, die gleichen Posen wie am Vortag. Darüber hinaus verwunderte es, wozu die Band gleich zwei Keyboarder braucht, die links und rechts seitlich zur Bühne standen. Doch die geile Lichtshow entschädigte für diesen Umstand.
Die chronologische Reihenfolge des „Sign Of The Hammer“- Albums wurde nicht ganz eingehalten, denn nach dem Opener „All Men Play On Ten“ folgte gleich das phänomenale „Thor (The Powerhead)“, ehe „Mountains“, das auf dem Album erst an vierter Stelle steht, gezockt und erst danach „Animals“ gespielt wurde, das eigentlich zwischen „All Men Play On Ten“ und „Thor (The Powerhead)“ gehört. Die übrige Reihenfolge wurde aber beibehalten. Nachdem man das „Sign Of The Hammer“- Album vorgestellt hatte, wurde das Publikum erst einmal von Eric animiert, mehr Stimmung zu entfachen. Anschließend bekam Eric, der an diesem Tag 50 Jahre alt wurde, ein Geburtstagsständchen von den Fans serviert, um danach das vollständige „Fighting The World“- Album zu präsentieren. Aufgrund der Produktion und dem weichen Sound ist es unter MANOWAR- Fans nicht unumstritten, aber an diesem Abend wirkte das Songmaterial druckvoll und heavy. Das Album wurde genau in der Reihenfolge gespielt, wie es auch auf der LP der Fall war. Im Anschluss bedankte sich Joey bei allen Leuten, die diesen Event überhaupt erst möglich gemacht haben. Außerdem wurden die vier MANOWAR- Chopper verlost, wobei sogar jemand aus Bad Arolsen, dem Veranstaltungsort, glücklich gemacht wurde. Dazu kam noch ein wenig True Metal- Gelaber von Joey, wie man es schon kennt, ehe es endlich an die Präsentation der „Kings Of Metal“- Scheibe ging.

Nahm man es schon bei den älteren Alben mit der Chronologie nicht so sehr genau, geriet die Reihenfolge hier völlig durcheinander. Nach dem Opener „Wheels Of Fire“ gab es zunächst “Sting Of The Bumblebee” und erst dann folgte der Titeltrack. Danach wurde die Show unterbrochen und eine junge Frau betrat die Bühne, um ihren Traummann um die Eheschließung zu bitten. MANOWAR wären nicht MANOWAR, würden sie das nicht in ihre Show einbeziehen und zwar nach allen Regeln der Kunst. Nachdem die schüchterne Frau ihr Begehren vorgetragen und den Ehemann in spe auf die Bühne geholt hatte, wurde die große Frage gestellt – die der junge Mann jedoch nicht sofort beantworten durfte. Zunächst wurde die Dame von der Bühne geführt und ihrem Typen wurde bedeutet, sich auf den Boden zu setzen. Die Band stieg mit „Pleasure Slave“ in die Szenerie ein, in deren Verlauf ein paar Tänzerinnen auf die Bühne kamen, die mit nackten Oberkörpern (aber abgeklebten Brustwarzen) tanzten, dem jungen Mann das Oberteil auszogen und ihn auch sonst betörten. Nach Beendigung des Songs durfte er dann auch antworten, jedoch wurde seiner Freundin zuvor von Joey und den Fans noch das Versprechen abgerungen, dass der Mann jeden Tag mit ihr Sex haben könne. Somit war auch dieses Klischee bedient und nach Verlassen des Liebespaares ertönte „The Warrior´s Prayer“, das teilweise vom Publikum Publikum mitgesprochen wurde.
„Blood Of The Kings“ wurde erneut in die Länge gezogen, machte aber trotzdem Spaß, weil das einfach ein geiler Song ist. Aber dass der Track mit Keyboards zugekleistert wurde, hätte nun wirklich nicht sein müssen! Weiter ging es mit dem begeistert mitgesungenen „Hail And Kill“, „Heart Of Steel“ und „Kingdom Come“ (viel zu langsam!). Bei diesen Tracks wirkte ein mehrstimmiger Chor mit, der hinter den Drums auf einem Podest präsentiert wurde. Eigentlich war ja ein aus 100 Sängern bestehender Chor des tschechischen Orchesters angekündigt, aber letzten Endes waren es lediglich nur etwa fünfzehn Stimmen – die allerdings wie 100 Mann klangen. Ob da effekttechnisch nachgeholfen wurde, weiß ich allerdings nicht, es klang aber danach. Wie schon am Tag zuvor gab es dann noch den neuen Song „Die With Honor“ und das überraschend dargebotene „Warriors Of The World United“, ehe es das abschließende „The Crown And The Ring“ gab, jedoch nicht, wie angekündigt, mit Orchester. Vielmehr kam das Orchester digital aus den Keyboards– schade! Weitere Zugaben gab es nicht.
Musikalisch waren die beiden MANOWAR-Auftritte schon in Ordnung, wenngleich Karl Logan wie immer etliche Spielfehler drin hatte und das Timing und die Abstimmung oftmals daneben lag. Bewegungstechnisch hätte gerade am Freitag mehr kommen müssen, doch die tolle Gesangsleistung von Eric und das dynamische Drumming von Rhino riss viel wieder heraus. Joey brachte es insgesamt auf nicht weniger als sechs Ansagen, die allesamt ausuferten. Leider muss man sich daran als MANOWAR-Fan ja schon gewöhnen, denn das macht der gute Mann seit Jahren.
Die Band erwähnte noch, dass sie im nächsten Jahr ihr komplettes neues Album, was sie bis dahin zu veröffentlichen gedenken, live spielen werden. Hierzu bat die Band den Fantasy- Autor Wolfgang Hohlbein auf die Bühne und gemeinsam gaben sie bekannt, dass es zu der Veröffentlichung des neuen MANOWAR- Albums einen Fantasy-Roman von Wolfgang Hohlbein geben wird. Auch ein PC-Spiel wird der Veröffentlichung beiliegen. Darüber hinaus soll es bei der dritten Auflage des Magic Circle Festivals längere Autogrammstunden der beteiligten Bands geben, da die Warteschlangen in diesem Jahr sehr lang waren und nicht Jeder seine Unterschriften bekommen hat.
Doch vielleicht sollten sich die Jungs erst mal um eine reibungslose Organisation und mehr Kommunikation zu den Fans betreiben. Und es wäre sicherlich toll, wenn Versprechen auch eingehalten werden. So bleibt ein sehr fader Beigeschmack, auch wenn viele Bands eine tolle Leistung gebracht haben.
Jede Menge Fotos vom Festival findet ihr in unserer GALLERY.

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Verfasser:
Leather Rebel
Datum:
23.07.2008
Gelesen:
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