ROCK HARZ OPEN AIR - Förste - (17.07. - 19.07.2008)
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Aufgrund von beruflicher Unabkömmlichkeit und organisatorischen Dingen wie Parkplatz suchen, Akkreditierungsort finden und zum Festivalgelände kommen, verpassten wir leider die ersten beiden Bands NOISE DRUG (Gewinner des Dooload- Bandcontest) und KISSIN´ DYNAMITE. Die erste Band, die wir für euch in Augenschein nehmen konnten, war daher FEUERSCHWANZ. Die Jungs aus dem Raum Erlangen verbinden Comedy mit Mittelaltermusik und erinnern so an IN EXTREMO (Musik) und J.B.O. (Texte und Image). Die Band traf damit den Nerv der größtenteils sehr jungen Zuschauer, von denen es einer ganz besonders lustig fand, uns im Fotograben mit Schlamm zu bewerfen und dabei beinahe unsere Fotoausrüstung zu ruinieren – ganz toll! Ansonsten stellte die Band ihre beiden Alben „Prima Nocte Snippet“ und „Met und Miezen“ vor, die immer wieder mit lustigen Ansagen gespickt waren, in denen auch gerne mal zum Saufen aufgerufen wurde. Da auch der Sound im grünen Bereich lag, kann man auf jeden Fall von einem gelungenen Konzert gesprochen, wenngleich man sich streiten kann, ob Comedy im Heavy Metal etwas zu suchen hat, aber richtiger Metal war es ja ohnehin nicht. Highlights waren in jedem Fall „Verteidiger des wahren Mets“ und „Feuerschwanz“ (die beide unter anderen Songnamen bei J.B.O. bekannt sind) sowie das Cover „Der Teufel hat den Schnaps gebrannt“. Auch optisch bot man das komplette Programm und trat mit Ritterrüstungen, alten Gewändern und dergleichen auf. Das bereits recht zahlreich anwesende Publikum war von der Darbietung auf jeden Fall angetan und so sah man auch im Kreis tanzende Anhänger.
Nach einer halbstündigen Umbaupause wurde es dann ein bisschen ernster und dreckiger, die V8 WIXXXER gaben ihr Live-Debüt. Es handelt sich dabei um das deutschsprachige Projekt der V8 WANKERS, den volltätowierten Rock´n Roll- Assis. Das ist übrigens keine Beleidigung, nein, so nennen sich die Jungs selbst. Im August erscheint jedenfalls das deutschsprachige Debüt „Wixxxer ohne Grund“, wobei als Appetizer im Mai ja bereits die Split-Single mit SERUM 114 erschien. Musikalisch waren keine großen Unterschiede zu den Wankers ersichtlich und auch textlich geht es bei diesem Projekt hauptsächlich um Saufen, Frauen und die liebe Gesellschaft. Der Punk- Einschlag war nicht zu überhören und auch der Old-School-Rock´n Roll bewegte sich im vorhersehbaren Rahmen. Für zwischendurch und live sicherlich in Ordnung, aber langfristig fesseln konnten die Jungs nicht. Die Kutten, die stilecht auf nacktem Oberkörper getragen wurden, sahen aber beeindruckend aus.
Auf der Nebenbühne begann der King der Heimorgel, MAMBO KURT. Man kann von dem jungen Mann, übrigens Doktor der Chirurgie, halten, was man will, aber er versteht definitiv sein Fach. Sicher kann er nicht besonders gut singen, aber unterhaltsam ist er auf jeden Fall. Dabei weist bereits sein an die 70er Jahre angelehntes Outfit mit hellen Anzügen und Sonnenbrille darauf hin, dass er sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt, was auch die Mini-Diskokugel auf seiner Heimorgel unterstreicht. Nach dem ersten Song „The Number Of The Beast“ drehte MAMBO KURT seine Orgel zum Publikum hin um, damit sie sehen konnten, dass er auch wirklich live spielt – coole Idee. Weiter ging es mit VAN HALENs „Jump“, bei dem er das Publikum immer wieder mit fliegenden Fäusten zu mehr Anfeuerung animierte, während er mit der anderen Hand spielte. Ein weiteres Highlight war „The Final Countdown“, was natürlich fast jeder kannte, so dass der Refrain vom begeisterten Publikum übernommen wurde. Im Mittelteil stellte er sein Instrument auf Automatik, um mit einem Fan auf der Bühne zu tanzen. Es sind genau diese spontanen Elemente, für die er von seinen Anhängern geliebt wird. Das anschließende „Enter Sandman“ wurde kaum erkannt und konnte musikalisch nicht so sehr überzeugen, das tat dafür „Paradise City“ von GUNS `N ROSES, das er der Stadt Osterode widmete. Grund genug für den ersten Stagediver, der von MAMBO KURT vor dem Sprung Applaus einheimste, allerdings wurde er im Abschluss fallen gelassen – sicherlich eine schmerzhafte Erfahrung für ihn. Die letzen beiden Songs „Musik Ist Trumpf“ (mit dem er 1982 die Ausscheidung des besten Heimorgelspielers gewann) und „South Of Heaven“, bei dem der Gesang eher Gothic- mäßig klang, markierten dann erst mal das Ende vom ersten Set.
Ohne Pause ging es auf der Hauptbühne weiter mit den Bremern DIMPLE MINDS. Die Punker, die Anfang und Mitte der 90er ihre größten Erfolge feierten und durch ihre Annäherung zum Heavy Metal schon damals für Fans härterer Gitarrentöne interessant waren. Nachdem es in den letzten Jahren um Sänger Ladde & Co. ruhig geworden war, gab es im letzten Jahr in Form der neuen CD „Toleranz ist heilbar“ ein Lebenszeichen, zu dem es sogar eine kleine Tour gab. Auf dem Rock Harz durften sie dann eine Stunde lang ihre Songs im grünen Orthopädenkittel vorstellen, wobei sich Sänger Ladde von der Hose bereits nach den ersten zwei Songs trennte und seine tolle Shorts zum Vorschein kam. Der Mann hat wirklich einen seltsamen Humor. Zwischen den Songs gab es ein bisschen viel Gelaber, da hätte man besser den einen oder anderen älteren Song gespielt, von denen es doch etwas zu wenig zu hören gab. Mit „Durstige Männer“, ihrem wohl größten Assi-Hit, versöhnten sie aber die Fans wieder. Da es inzwischen dunkel wurde, kam die Lightshow auch endlich mal zur Geltung. Kein überragender Auftritt, aber für zwischendurch zum Rumgröhlen auf jeden Fall geeignet.
 Weiter ging das Rumblödeln mit dem zweiten Set von MAMBO KURT, der seine Show leider beginnen musste, als die DIMPLE MINDS noch spielten, weil diese ihre Spielzeit überzogen hatten. Den Opener „Still Loving You“, der im Publikum nicht überall gut ankam, entschuldigte der Allenunterhalter als offiziellen Soundcheck. Der Track „Get It“ von CLAWFINGER fand da schon deutlich mehr Anklang, dabei versuchte sich MAMBO KURT am Headbangen, das sah in der SloMo-Variante allerdings etwas obskur aus. Die Grunge- Ecke wurde mit NIRVANAs „Smells Like Teen Spirit“ bedient, bei dem MAMBO KURT eine echt krasse Kopfstimme im Mittelteil eingebaut hatte. Mit dem sicherlich kultigen aber doch unmetallischen „Dancing Queen“ fischte der Entertainer in fremden Gewässern. Wer jetzt dachte, dass er es beim letzten Song noch einmal krachen lassen würde, sah sich getäuscht. Nachdem er sich zwei Leute aus dem Publikum auf die Bühne geholt hatte, die nicht wussten, was sie erwartete, legte der Heimorgelkönig mit „Sing Hallelujah“ von DR. ALBAN los, zu dem die beiden Protagonisten die Matten fliegen ließen.
Seinen Abschluss fand der erste Abend, der eigentlich nur als Appetizer dienen sollte, aber schon mächtig viele Fans anzog, mit den Kult-Rockern von TORFROCK, die ja schon seit Jahren durch die Republik, vor allem im Norden, tingeln. Die Band war auch ein kleines Zugeständnis an die Dorfbewohner von Förste, die herzlich eingeladen waren, sich das Spektakel gratis anzuschauen – coole Idee. TORFROCK haben ja schon seit einiger Zeit keine neuen Alben veröffentlicht und leben von ihren älteren Werken. Mit Hits wie „Rut mit´n Torf (dat matscht so schön)“, „Karola Petersen“, „Wildsau“, „Rollo der Wikinger“ und natürlich „Beinhart“ wurde das feierwillige Publikum versorgt. Naturgemäß bewegen sich TORFROCK auf der Bühne weniger, doch das wurde mit lustigen Sprüchen von Sänger Klaus Büchner, der mächtig abgenommen hat, wieder wettgemacht, wenngleich ein Spruch wie „Vielen, vielen Danke!“ auf Dauer schon nervt. Nichtsdestotrotz entließen die Nordlichter die Fans nach 90 Minuten Spielzeit auf den Campingplatz respektive in die Mehrzweckhalle in Förste, die ca. 200 m vom Campground entfernt lag, wo DJ Gerre von TANKARD an den Festival-Tagen nach den Live-Bands jeweils feierwütige Fans mit den besten Metal- Songs versorgte. Dazu gab es noch eine Metal- Karaoke-Show, wo die drei besten Performances belohnt wurden. Das Ganze kostete keinen Eintritt, lediglich zwei Euro Mindestverzehr waren zu entrichten.

Tagsüber hatte es bereits geregnet und auch die Tage zuvor hat Petrus die Pforten amtlich offen gelassen. Da bereits am Donnerstag unerwartet viele Fans auf dem Campground erschienen waren und der Veranstalter damit nicht gerechnet hatte, ergab das ein mittleres Chaos. So hatte man den Campingplatz für die Autos gesperrt, da man befürchtete, dass sich diese im aufgeweichten Boden festfahren und manövrierunfähig werden. Einige Anwohner stellten den nötig gewordenen zusätzlichen Platz zur Verfügung, so dass einige Besucher auf diese Flächen ausweichen konnten, was sehr löblich war. Bis diese allerdings mit mobilen Toiletten und Sicherheitskräften bestückt waren, sollte noch eine gewisse Zeit in das Land ziehen.
Am Samstag gab es dann keine Campingkapazitäten mehr, da ja der Campingplatz wegen dem starken Regen umstrukturiert werden musste. Das hieß im Klartext, dass die Tickets an der Abendkasse nur ohne Zugang zum Campingplatz gekauft werden konnten. Gäste, die bereits ein Campingticket hatten, wurden auf die letzten Reserveflächen geleitet. Es wurde also viel improvisiert und man muss den Organisatoren danken, dass sie so schnell reagiert haben. Allerdings findet das Rock Harz Open Air bereits zum 15. Mal statt und fast jedes Mal war das Wetter schlecht. Es war also vorhersehbar, dass das Wetter nicht mitspielen wird. Dies galt insbesondere für das Festivalgelände, das bereits am Donnerstag ziemlich matschig war, am Samstag und Sonntag jedoch zur Schlammwiese verkam. Es wurde zwar auf vereinzelte Flächen Heu ausgelegt, dieses wurde jedoch nicht verteilt – nicht sehr sinnvoll!
Einmal mehr zeigte sich, dass die Leute, die größtenteils zwischen 14 und 17 Jahre alt waren, eher wegen der Party zum Rock Harz gekommen waren und weniger wegen der Musik. Einige verhielten sich, als wären sie das erste Mal auf einem Festival und meinten, die Sau rauslassen zu müssen und zwar ohne Rücksicht auf andere. Dass sie anderen Leuten damit den Spaß am Festival nahmen, interessierte sie hingegen nicht – meganervig!
FREITAG, 18.07.2008
Nachdem sich der Rezensent nach einer verkaterten Nacht gegen halb 2 nachmittags erneut auf dem Festivalgelände einfand, fingen gerade die Brasilianer TORTURE SQUAD an. Der Vierer aus Sao Paulo wurde bereits 1990 gegründet und veröffentlichte inzwischen sechs Alben und eine DVD, die hierzulande jedoch eher unbekannt sind. Ihr aktuelles Album „Hellbound“ erschien Ende April in Europa über Wacken Records, da die Jungs den Wacken Award für die beste Nachwuchsband gewannen. Und das nicht ohne Grund, denn der riffbetonte Death- und Thrash Metal war genau das Richtige für die ganzen Alkoholleichen, um aufzuwachen. Die vielen Breaks und die technisch versierten Soli mussten sich hinter dem Songwriting nicht verstecken. Die Band hatte zwar nur eine halbe Stunde Spielzeit, diese nutzte sie aber mit einer energiegeladenen Show, in deren Verlauf sie andauernd die Matten kreisen ließen. Vor allem Drummer Amilcar Christofaro, der sehr tight spielte und Bassist Castor stachen hervor und sorgten für einen mächtigen rhythmischen Teppich. Das Publikum wurde immer wieder durch Sänger Vitor Rodrigues, der sowohl die tiefen Growls als auch die hohen Screams drauf hatte, animiert und so war auch unter den Fans immer viel Bewegung zu sehen. Insgesamt war die Lautstärke etwas höher als am Vortag, so dass der ein oder andere schon mal seine Ohrstöpsel herauskramte. Auf jeden Fall überzeugte der Thrash Metal mit Death Metal- Gesang, der musikalisch des Öfteren Ähnlichkeiten zu alten KREATOR aufwies, so dass die Jungs aus Südamerika mit Sicherheit neue Fans dazugewinnen konnten.
Die nächste halbe Stunde wollten uns RAW mit ihrer Musik begeistern, was jedoch nur bedingt gelang. Als Emo- Band angekündigt, die eine Mischung aus Melancholie, traurig-schönen Gesangsarrangements und druckvoller Gitarrenarbeit repräsentieren sollten, konnte jedoch nur der Sänger überzeugen, der sich als unheimlich vielseitig erwies und an CLAWFINGER erinnerte. Die Mischung aus melancholischen und melodischen Elementen sowie aggressiven Hau-Drauf-Der-Zuckt-Noch- Elementen war höchstens für die jüngere Hüpfgeneration von Belang. Der eher minimalistische Metalcore, der einige Crossover- Einflüsse aufwies, entpuppte sich jedoch als grottenlangweilig und so waren auch die Publikumsreaktionen eher bescheiden.
Auch nicht besser wurde es bei CAPRICCIO aus Göttingen, die es somit auch nicht weit nach Förste hatten. Wieder hatten wir es mit Metalcore zu tun, auch hier ragten einige Crossover- Elemente heraus. Die Musik war auch hier völlig eintönig und belanglos, lediglich der Gesang konnte Akzente setzen: Egal ob Gegrunze, melodische Elemente oder CELTIC FROST-mäßige Vocals, das alles gab es zu begutachten. Ansonsten ist die Band aber nicht weiter erwähnenswert, auch wenn einige Hüpf- und Core- Jugendliche ihren Spaß hatten. Das Songwriting wirkte einfach zu unausgereift und simpel, da muss erst noch mehr kommen.
ALESTORM haben mit „Captain Morgan´s Revenge” ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Debüt hingelegt. Natürlich ist ihr Piraten- Image nichts Neues, das haben RUNNING WILD jahrelang erfolgreich und sehr unterhaltsam betrieben und so sang Vokalist Christopher Bowes vor Konzertbeginn „Under Jolly Roger“ auch gleich mal an. Der Power Metal der Schotten weist einige Folk Metal- Elemente auf und das macht den Vierer bei den jüngeren Fans sicherlich auch so beliebt, aber ansonsten geht man schon recht knackig und aggressiv zu Werke. Die halbstündige Spielzeit wurde für Kracher der Marke „Over The Seas“, „Set Sail And Conquer“, „Wenches & Mead“ oder „Captain Morgan´s Revenge“ verwendet und durch die sichtbare Spielfreude, die die Band an den Tag legte, beigeisterten sie die vielen Fans. Gitarrist Gavin Harper suchte zwar ständig den visuellen Kontakt mit dem Publikum, wirkte bei seinem Gitarrenspiel jedoch des Öfteren unsicher und erlaubte sich recht viele Spielfehler. Aber die Band ist noch jung und muss sich sicher erst einmal an Live-Auftritte gewöhnen. Etwas gewöhnungsbedürftig war das Keyboard, das Sänger Christopher mobil vor dem Bauch trug und das eher wie ein altes Schiffsklavier klang. Doch auch einige technische Probleme konnten ALESTORM nicht stoppen und so machten sie ihre Fans glücklich. Länger hätte der Auftritt aber auch nicht sein müssen, denn auf Dauer ist ihr Sound doch etwas eintönig, vor allem, was die Schlagzeugarbeit angeht. Doch letzten Endes steht bei den Schotten der Spaß im Vordergrund und so setzten sie sich beim letzten Track echte Piratenhüte auf. Wir sind gespannt, wozu die Band auf dem nächsten Album im Stande sein wird.
TYR waren ja gerade noch auf der „Paganfest“- Tour zu sehen, nun waren sie für 45 Minuten auf dem Rock Harz Open Air Gast. Obwohl ihr aktuelles Werk „Land“ nicht überall gute Kritiken einheimsen konnte, waren doch viele Leute heiß auf die Jungs von den Färöer- Inseln, denn es waren sehr viele Anhänger vor der Bühne versammelt. Bandleader Heri Joensen, der im Kettenhemd auftrat, hatte seine Fans jederzeit im Griff und sie fraßen ihm aus der Hand. Songtechnischer Höhepunkt war ohne Zweifel die Bandhymne „Hail To The Hammer“. Auch ein Song, der als Melodie das von Klaus & Klaus bekannte „An der Nordseeküste“ aufwies, sorgte für einen gewissen Aha- Effekt.
 Eine ganz andere Zielgruppe sprachen dann BELOVED ENEMY an. Gothic Rock mit einigen Metal- Einflüssen war angesagt. Die Band um Ski-King „Dead L-Vis“, der mit seiner Statur und den tätowierten Koteletten (!!) verdächtig an Elvis Presley erinnerte, war ja eine Woche zuvor auf dem Magic Circle Festival aktiv und sah sich da schon einer Armada von Leuten gegenüber, die nicht unbedingt wegen Gothic Rock gekommen waren. Doch die Songs der im letzten Jahr veröffentlichten CD „Enemy Mine“ überzeugten auch das Rock Harz- Publikum und so konnten die Deutschen sicherlich wieder neue Fans hinzugewinnen. Erneut gab es jedoch technische Probleme, denn Strom gab es für die Lichtanlage erst beim dritten Song und auch der Basssound verabschiedete sich zwischendurch immer wieder mal. Einige Fans verpassten die Band leider, weil der Veranstalter die Band in der Running Order am Samstag spielen lassen wollte. Komisch, denn auch beim Magic Circle war der Tag, an dem die Gruppe auftreten sollte, vertauscht.
Anschließend wurden die traditionellen Heavy Metal- Fans auf der Hauptbühne mit BRAINSTORM unterhalten, die mit ihrem aktuellen Album „Downburst“ hervorragende Kritiken einheimsen konnten. Die Headliner- Tour im März dieses Jahres war ja leider nicht so gut besucht und zudem hatte Sänger Andy B. Franck immer wieder mit der Gesundheit zu kämpfen, aber schon dort hatte man erneut bewiesen, wozu man fähig ist. Der Auftritt auf dem Rock Harz gehörte sicherlich eher zu den routinierteren Gastspielen der Baden-Württemberger. An der Gitarre war wieder Aushilfsgitarrist Tom Naumann zu sehen, den man ja noch von PRIMAL FEAR und JUST PRIEST kannte. Sänger Andy war wie immer sehr kommunikativ und wusste jederzeit das Publikum zu unterhalten. Soundtechnisch war zu Beginn auch noch nicht alles im grünen Bereich, erst nach einigen Songs wurde der übersteuerte Basssound besser. Alles in allem konnten Songs wie „Fire Walk With Me“, „Shiva´s Tears“ oder „Shadowland“ überzeugen, allerdings hätte man auch den einen oder anderen Song von den ersten beiden Alben spielen können, es war schließlich ein Festival-Auftritt und kein reguläres Konzert.
Auf der Nebenbühne mussten dann NEAERA ran, um ihren melodischen Death Metal vorzustellen. Sänger Benjamin gab alles und schrie sich die Seele aus dem Leib, unglaublich, zu was ein Mensch fähig ist, für unmenschliche Töne aus sich herauszubefördern. Die Band hat in diesem Jahr noch kein neues Album veröffentlicht und so beschränkte man sich auf die bisherigen drei Releases. Aggressivität war Trumpf und das sehr junge Publikum war vor der Bühne auch ordentlich in Aktion. Aufgrund ihrer deutlichen Metalcore- Elemente, die gerade auf den ersten beiden Alben zum Tragen gekommen sind, ist das auch kein Wunder. Neben dem Gesang war vor allem die Gitarrenarbeit auffällig, die sehr präzise und unheimlich druckvoll war. NEAERA haben sich in nur drei Jahren auf Konserve ziemlich weiterentwickelt und das dokumentieren auch ihre Live-Auftritte. Hut ab!
Mit KNORKATOR bin ich noch nie klargekommen. Der Humor der deutschen Rock- Band hat sich mir zu keinem Zeitpunkt erschlossen und so fand ich auch die Idee, komplett in weißen Klamotten aufzutreten, sehr strange. Musikalisch ging der Sound an mir auch vorbei, aber die Rock- Fans unter dem Publikum hatten ihren Spaß mit der Band, vor allem beim Song „Alter Mann“, einer der besten Songs der Band. Allerdings nervte das Playback, das offenbar verwendet wurde, denn es waren Trommelschläge zu hören, die gar nicht gespielt wurden. Außerdem wirkte die Band nicht besonders motiviert, wenn man bedenkt, dass vor dem Festival das letzte Konzert der Band dort angekündigt war und man auch bei den Ansagen eher sparsam war.
Obwohl es TURISAS bislang erst auf zwei vollständige Alben gebracht haben, stehen sie bei vielen Fans schon recht weit oben. Ihr epischer Folk- und Pagan Metal ist sehr eingängig und eignet sicher hervorragend zum Mitgröhlen. Optisch ist die rot-schwarze Kriegsbemalung der Finnen immer wieder schön anzuschauen. Sänger Mathias, seit 1997 dabei, hatte die euphorischen Fans stets in der Hand und trieb sie zu Höchstleistungen an. Für Netta Skog, ganz frisch als Akkordeonspielerin in der Band, war das alles noch recht neu, sie genoss es aber und war dauernd am lächeln – sehr sympathisch. Der einzige Nachteil war mal wieder der Sound, der einmal mehr furchtbar übersteuert war.

HAGGARD treten im Allgemeinen nicht sehr oft auf. Dabei haben die Münchener eine sehr interessante Entwicklung vollzogen: Als reiner Death Metal-Act fing man Anfang der 90er an, mittlerweile hat die Band fast mehr orchestrale und symphonische Elemente im Sound als Heavy Metal- Strukturen. Mittlerweile beschränken sich die Death  Metal-Einflüsse auf den Gesang, wobei die beiden Damen für den Sopran bzw. die Altstimme sorgen. Das Orchester ist ihr ständiger Begleiter, so trat man auf dem Rock Harz Open Air als 12-köpfige- Band an. Dennoch fehlten der cleane Gesang und noch etliche andere Bandmitglieder, die nur auf den Studioaufnahmen dabei sind. Vom neuen Album, das Ende August erscheinen wird, wurde leider nichts vorgetragen, dafür bandinterne Klassiker wie „Final Victory“, „Awakening The Centuries“ oder das verkürzte „Herr Mannelig“. Alles in allem ein überzeugender Auftritt, auch wenn nur die halbe Band anwesend war. Zwischendrin drohte das Konzert übrigens abgebrochen zu werden: Ein kleines Kind war relativ weit vorne im Publikum, und hatte seinen Ohrschutz nicht aufgesetzt. Der Vater konnte das nicht sehen und Sänger Asis Nasseri sah sich zu der Ansage „Entweder, das Kind bekommt den Ohrschutz sofort wieder auf oder wir brechen das Konzert auf der Stelle ab“ genötigt sah, was einen großen Applaus gab.
DOWN BELOW erlangten überregionale Bekanntheit durch die Teilnahme an Stefan Raabs Bundes-Vision-Song-Contest, wo die Band aus Sachsen-Anhalt einen hervorragenden dritten Platz erreichte. Dass ihr dortiger Song, der düster und Musical-beeinflusst rüber kam, nicht unbedingt repräsentativ für den Sound der Band war, merkte man bei dem 45-minütigen Auftritt auf der Nebenbühne. Songs wie „Private Soul Security“, das vom Bundes-Vision-Song-Contest bekannte “Sand in meiner Hand” oder “Return Back From Ignorance” boten astreinen Gothic Rock. Die ständige pantomimische Darstellung von Sänger Neo Scope, optisch ein Mann der Marke Schwiegermutters Liebling, nervte jedoch schnell, weil sie sich ständig wiederholte und aufgesetzt wirkte. Sein Gesang war oft unmelodisch und ein wenig schief, ansonsten aber ein netter Gig, wenngleich einige Sounds vom Band kamen.
Von ATROCITY selbst hört man schon lange nichts mehr. Kein Wunder, nach den Erfolgen der Werk 80- Alben wollen die Leute eben nur noch diese Songs hören. Wenn eine Band jedoch nur noch von Cover-Versionen lebt, egal, wie gut sie gemacht sind, hat das immer einen faden Beigeschmack. Wie auch immer, für das Rock Harz war eine Show angesagt, die nur Songs der beiden Werk 80- Alben beinhaltete und so gab es Songs der Marke „Don´t You (Forget About Me)“, „Tainted Love“, „Fade To Grey“, „Send Me An Angel“, „Rage Hard“ oder auch „Shout“, die vor a  llem bei der etwas älteren Generation ein Aha-Erlebnis auslösten. Showtechnisch gab es zwei Go-Go-Girls, die links und rechts neben dem Schlagzeug hinter jeweils einem Gitter tanzten und für die weiblichen Backing Vocals sorgte Alex’ Frau Liv-Kristine. Die ganzen Electronic-Sounds kamen vermutlich von Band. Bis auf den erneut dröhnenden Bass war soundtechnisch alles im Rahmen. Die Spielzeit verkürzte sich, da die Band erst 15 Minuten später beginnen konnte, was vermutlich an den technischen Schwierigkeiten lag, die es auf dem Festival leider immer wieder mal gab. An den Drums war übrigens Peter Hornung zu hören, den man von LEAVES EYES kennt. Das bisherige Bandmitglied Nick Barker ist seit Ende Mai diesen Jahres aufgrund einer drastischen Veränderung in seinem Privatleben ja nicht mehr dabei.
Die Überbrückung zum Headliner stellten SALTATIO MORTIS dar. Die Deutschen, die mit ihrem aktuellen Longplayer „Aus der Asche“ viele Songs vorstellten, sind der mittelalterlichen Rockmusik zuzuordnen. War die Tour schon recht erfolgreich, so versammelten sich erneut viele Fans im Publikum und sahen Alea, dem Bescheidenen bei der Arbeit zu. Songmaterial hatten sie genug, immerhin haben die Mannheimer in sieben Jahren sechs Alben und eine Liveplatte veröffentlicht. Alea war gut drauf und feuerte einige lustige Ansagen ins Publikum, im Gegensatz zu Band wie z.B. FEUERSCHWANZ stellte man jedoch ernsthafte Musik in den Vordergrund. Eine kurzweilige Angelegenheit.
Den Freitag beschloss eine Band, die bekannt ist für geile Live-Shows: SAXON! Die Engländer um Sänger Biff Byford legten einen routinierten Gig vor, an dem die Band sichtlich Spaß hatten, wenngleich es bewegungstechnisch nicht der stärkste Gig der Inselbewohner war, aber die Jungs sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Neben den ganzen Standards wie „Motorcycle Man“, „Strong Arm Of The Law“, „Heavy Metal Thunder“, „Crusader“ oder „Princess Of The Night“ gab es auch nicht ganz so alte Tracks wie „Dogs Of War“ oder „Witchfinder General“ und Songs vom starken letzten Album „The Inner Sanctum“ in Form von dem passenden „Let Me Feel Your Power“ und „I´ve Got To Rock (To Stay Alive)“. Einen Song wie „To Hell And Back Again“ vom dritten Album „Strong Arm Of The Law“ konnte man nicht unbedingt erwarten, dafür nervte die Band mit einem ewig langen Mittelteil bei „Wheels Of Steel“, wo dann lange mitgesungen werden durfte – den hätte man aber auch kompakter gestalten und dafür lieber noch einen kurzen Song dazu spielen können!
Wer immer noch nicht genug hatte, konnte zu DJ Gerre (TANKARD) in die Mehrzweckhalle gehen, die nicht weit vom Campinggelände entfernt lag, doch die meisten Besucher dürften recht müde in ihre Zelte gefallen sein.
Über Nacht und auch am morgen regnete es erneut, was sich natürlich sowohl auf dem Camping- als auch auf dem Festivalgelände niederschlug: Tiefe Matsch- und Schlammkuhlen, kaum begehbare Wege und dergleichen mehr waren an der Tagesordnung. Hoffte man gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein auf eine Besserung, wurde man im Laufe des Tages erneut enttäuscht, ständige Regengüsse sorgten für Verdruss bei Fans, Bands und Veranstalter.
SAMSTAG, 19.07.2008
Meinereiner merkte die Anstrengungen der letzten Tage am Samstagmorgen, man ist schließlich keine 20 mehr…da nach dem Headliner auch noch die Heimfahrt in das ca. 240 km Hamburg bevorstand, entschloss ich mich lieber, Kraft zu tanken und zu entspannen. So ging es dann erst am Nachmittag zurück auf das Festivalgelände, wo gerade MAROON anfingen zu spielen. Die Thüringer feiern in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen und können immerhin auf vier Alben zurück blicken. Ihr moderner Metalcore hat neben einigen Thrash Metal- Elementen inzwischen auch brutalen Death Metal zu bieten und so sind die Gitarren inzwischen etwas tiefer gestimmt als früher. Sänger Andre Moraweck kam gesanglich und von der Attitüde her Hardcore-mäßig rüber, dafür tönte die Sologitarre recht old-school, die jedoch leider viel zu leise war. Die oft sehr schnellen Songs, bei denen die Double Bass Drums häufig zum Einsatz kamen, wirkten manchmal überhastet und es zeigte sich, dass die Band am stärksten ist, wenn sie den Fuß ein wenig vom Gaspedal herunter nimmt. Sogar einen kleinen Circle Pit durfte man im Publikum begrüßen, dass sich gegenseitig mit dem ausgestreuten Heu bewarf. 
SECRETS OF THE MOON sind auch schon seit 13 Jahren in der Szene unterwegs, konnten dem Underground jedoch nie so recht entwachsen. Das letzte Album „Antithesis“ ist bereits zwei Jahre alt und so war ein livehaftiges Lebenszeichen der Niedersachsen nicht ganz unwichtig. Ihr Death/Black Metal wirkte anfangs nicht, weil der Sound völlig übersteuert war. Zudem schlug das Wetter nach den ersten beiden Songs um und es begann stark zu regnen. Die musikalische Instrumentierung beschränkte sich auf ein Minimum, so dass sich optisch alles auf die Bassistin LSK konzentrierte, die seit diesem Jahr dabei ist und Daevas ablöste, der seit 1995 dabei war. Der Gitarrist kam mit seiner Ausstrahlung und seiner Mütze eher wie ein Mensch aus der Hardcore- Szene rüber. Vom Songwriting her waren die Strukturen doch reichlich langweilig und es blieb nichts hängen. Als dann auch noch DIAMOND HEADs „Am I Evil“ verschandelt wurde, hat es mir gereicht.
Die Gothic Metal-Front war auf dem Rock harz recht präsent und CREMATORY sind aus dieser Szene nicht mehr wegzudenken. Auch die Deutschen litten unter einem schwachen Sound, so war die Lautstärke viel zu leise, vor allem das Keyboard von Katrin und der Gesang von Felix waren kaum zu vernehmen. Übrigens ist Felix eine wirklich imposante Person geworden. Ich habe die Band ja einige Zeit nicht mehr live gesehen, aber er hat doch so einiges zugelegt. Vor Beginn des Konzerts klatschte sch die Band ab, das zeugt doch von einem intakten Bandklima. Während sich Keyboarderin Katrin hinter ihrem großen Instrument versteckte, waren die Saitenbediener sehr aktiv und auch Sänger Felix wanderte fleißig umher. Etwas nervig waren die Elektro-Synthies, die vom Band kamen. Songtechnischer Höhepunkt war wie immer der Überhit „Tears Of Time“. Aufgrund des schlechten Wetters musste die Band das Konzert leider unterbrechen. Ich habe auch noch auf keinem Festival erlebt, dass die Technik dermaßen empfindlich ist. Allerdings war der Stoff seitlich und hinter der Bühne auch extrem dünn. Besonders professionell war das jedenfalls nicht. Sehr löblich allerdings, dass die Bands, die später begonnen, ihre Spielzeit nicht überzogen.
BENEDICTUM aus den Vereinigten Staaten konnten nicht nur durch ihre attraktive Sängerin Veronica Freeman einiges an Aufsehen erregen. Ihre Musik, die ich mal als zeitgemäßen US Power Metal bezeichnen möchte, hat Ohrwurmcharakter, weil es die Gruppe versteht, Songstrukturen zu integrieren, die einfach hängen bleiben. Die Reibeisenstimme der Frontfrau tut ihr übriges hinzu und dadurch, dass der Fünfer etwas zeitgemäßer klingt, sollte es auch für jüngere Fans interessant sein. Im Fokus stand naturgemäß das aktuelle Album, das mit „Shell Shock“, „Beast In The Field“, „Steel Rain“ und „Seasons Of Tragedy“ auch ausreichend gefeatured wurde. Dazu gab es noch das ACCEPT- Cover „Balls To The Wall“, wo vor allem die Vocals beeindruckend waren, denn einen Unterscheid zu Udo hörte man wirklich kaum! Dabei war anfangs der Drumsound mal wieder viel zu laut und das Keyboard war kaum zu hören. Das glich der gute Mann aber aus, indem er ziemlich viel bangte – sah beeindruckend aus! Auch der Gitarrensound war anfangs ein ziemlicher Soundmatsch und es dauerte einige Songs, bis die Techniker das im Griff hatten. Im Gegensatz zu Keyboarder Chris Morgan war Gitarrist Pete Wells allerdings ziemlich schüchtern und es dauerte, bis der gute Mann auftaute und immer öfter den Blickkontakt mit dem Publikum suchte. Herausragend war aber eben der Gesang von Veronica, der sehr kraftvoll rüber kam, aber dennoch ausreichend Platz für Gesangsmelodien hatte. Zudem klang man live nicht so modern wie auf Konserve, so dass der Gig echt Lust auf mehr machte.
Schnell rübergehetzt zur Hauptbühne, denn SODOM gaben sich die Ehre. Bei dieser Band kann man eigentlich nichts verkehrt machen, wenn man sich die Jungs anschaut, denn sie sind ein Garant für kurzweilige Unterhaltung. Und auch dieses Mal enttäuschte die Band ihre Fans nicht. Nach dem Einstieg „Blood On Your Lips“ wurde mit „Outbreak Of Evil“ erst mal schwer in de 80er Jahre- Kiste gegriffen, ehe mit „M-16“ ein nicht ganz so alter Track zeigte, dass SODOM auch in der nahen Vergangenheit Songs geschrieben haben, die die Zeit überdauert haben. „Sodomy & Lust“ brachte die Fans komplett zum Ausrasten, danach ließ Tom die Fans wissen, dass an dem Wochenende in Dortmund gerade die Love Parade lief und sie echt froh sind, ihre Zeit hier zu verbringen. Das nahm man den Jungs auch ab, denn während der 30-minütigen Autogrammstunde waren SODOM für wirklich jeden Scheiß zu haben, so muss das sein. Nun setzte mal wieder starker Regen ein, aber einen knallharten Sodomaniac stört das natürlich nicht. Nachdem Tom eine Kamera ins Publikum gehalten hatte, ging es weiter mit „City Of God“, bevor der deutschsprachige Doppelschlag  „Der Wachturm“ (Refrain wurde vom Publikum übernommen) und das doppelt so schnell gespielte „Die stumme Ursel“ (eine Sexpuppe wurde aus dem Publikum auf die Bühne befördert) für noch mehr Jubel unter den Fans sorgte. Dazwischen gab Tom bei einem befreundeten und heiratswilligen Paar den Priester und fragte diese auf der Bühne, ob sie den Partner ehelich en wollen. Und während eine ähnliche Aktion eine Woche zuvor auf dem Magic Circle Festival von MANOWAR noch kommerziell und marketingtechnisch ausgeschlachtet wurde, war das Thema nach weniger als fünf Minuten auch wieder erledigt. Den Beiden war der Segen von Tom einfach wichtig. Von der „In The Sign Of Evil“- EP gab´s dann „Blasphemer“, ehe mit dem etwas untypischen „Surfin´ Bird“, einem THE TRASHMEN-Cover, die erste songtechnische Überraschung lauerte. Auch „The Saw Is The Law“ wurde sehr wohlwollend aufgenommen, aber als dann tatsächlich das uralte „Obsessed By Crulety“ kam, das komplett durchgespielt wurde, sorgte das schon für einige offene Münder, damit durfte man schließlich nicht unbedingt rechnen. So langsam neigte sich der Auftritt leider auch schon dem Ende zu, es folgten lediglich noch das melodische und langsame „Remember The Fallen“ und das sauschnell runtergespielte „Bombenhagel“. Ein sehr intensiver Gig, der nun wirklich jeden begeisterte.
Um nun ein wenig die Nackenmuskeln zu entspannen, passte die nächste Band OHRENFEINDT, die 45 Minuten lang auf der Nebenbühne spielte, recht gut. Ihr Sound ist zwar wenig eigenständig und erinnert an allen Ecken und Enden an AC/DC, ihre teilweise auf Deutsch vorgetragenen Texte, die sich um Alkohol, Frauen und Dergleichen drehen, waren Easy Listening und passten gut zur Musik. Mit ihrem Sound konnten die Hamburger auf jeden Fall einige Altrocker und etliche Jungspunde begeistern, die auch gerne so wären wie sie. Auf jeden Fall überbrückten sie die Zeit zur nächsten Band sehr gut.
AMON AMARTH wurden recht hoch im Billing eingestuft und mit einer Spielzeit von 75 Minuten agierten sie nur 15 Minuten weniger als der Headliner. Zunächst einmal begannen sie ihren Set allerdings zehn Minuten später und da sie ihn pünktlich beendeten, war es reell entsprechend weniger Spielzeit. Für das Auge wurde viel geboten, es gab einige Feuerwerke, Kanonenschläge und Feuerfontänen. Außerdem sah man neben dem großen Logo im Hintergrund einige Dekorationsgeschichten. Die Band überzeugte durch viel Spielfreude und Bewegungsreichtum und auch der Sound war diesmal echt spitze. Mit Highlights der Marke „Across The Rainbow Bridge“, “Death In Fire”, “Victorius March”, “Cry Of The Black Birds”, „Pursuit Of Vikings“ oder “Asathor” begeisterten sie die Fans und spielten jede Menge Klassiker. „Fate Of Norns“ gehört nicht unbedingt zu den besten Songs der Band, kann man aber verschmerzen, wenn so eine starke Setlist die Grundlage eines Konzertes bildet. Überraschungen gab es zwar keine, aber unzufrieden war mit der Auswahl der Tracks natürlich auch niemand. Die Stimmung unter den Fans war ausgelassen, was sich in dem Zwischenruf „Bier her, Bier her, oder ich kipp um!“ äußerte. Einige Ansagen von Sänger Johann Hegg kamen sogar auf Deutsch, was aber nicht so sehr überrascht, da das ja auch andere schwedische Bands tun und AMON AMARTH waren ja nun schon öfter auf Konzertreise in unserem Vaterland. Die Fans waren jedenfalls begeistert und nicht wenige ließen das Festival damit ausklingen und verließen danach das Gelände. Sie sorgten somit für völlig überfüllte Shuttle- Busse. Auch auf dem Campground war danach der Teufel los.
Vor dem Headliner spielten auf der Second Stage nun noch EISBRECHER. Die Band aus München besteht in der Hauptsache aus den Ex-MEGAHERZ- Musikern Alexx Wesselsky (Tex/Gesang) und Noel Pix (Komposition/Programming). Der moderne und harte Rock, der viele elektronische Elemente aufweist, ging stark in die dunkle und düstere Ecke und war so auch für Anhänger von Gothic interessant. In jedem Fall ein interessanter Farbklecks im Billing des Festivals.
Die letzte Band waren dann WITHIN TEMPTATION aus unserem Nachbarland Holland. Da nach AMON AMARTH bereits einige Leute das Gelände verlassen hatten, war es nun deutlich leerer vor der Bühne. Das machte aber nichts, hatte man doch so mehr Bewegungsfreiraum, wenngleich es nicht immer leicht war, stabil zu stehen, da der vollkommen nasse Boden die eine oder anderen Schlammkuhle bereit hielt. Bereits eine Million Scheiben hat die Band um Frontfrau Sharon Den Adel verkauft, doch livetechnisch gibt es noch einiges zu verbessern. Es gab fast keine Ansagen zu den Songs, , so dass Unwissende auch nicht wussten, welcher Song gerade gespielt wurde. Von den Bewegungen her blieb alles ein wenig zurückhaltend, aber die Musik ist ja auch nicht dazu geeignet, richtig auszurasten. Die Show wurde unterstützt von einer Beamer-Show, die fließende und passende Bilder zu den entsprechenden Songs eingespielt hat. Musikalisch ist natürlich viel auf den Gesang von Sharon ausgerichtet gewesen – meiner Meinung nach zu viel. Denn die Gitarrenarbeit der beiden Saitenkünstlern Robert Westerholt und Ruud Jolie beschränkt sich auf die Rhythmusarbeit und beinhaltete meist nur wenige Akkorde. Von ihren Fans wurden sie dennoch begeistert abgefeiert.
Alles in allem ein schönes Festival, bei dem ca. 8.000 Fans gefeiert haben, die somit einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt haben. Zu bemängeln ist die etwas chaotische Organisation bei der massenhaften Anreise am Donnerstag, die massiven Soundprobleme durch das vom Veranstalter gestellte Equipment und das mangelhafte Gegensteuern gegen das schlechte Wetter. Das Rock Harz zieht Fans an, denen das Feiern teilweise wichtiger ist als die Musik und die nicht unbedingt wegen der Musik gekommen sind. Durch das breite Spektrum an Musik war für so ziemlich jeden etwas dabei, mal sehen, wie es das nächste Mal sein wird. Wir sind auch gespannt, welches Gelände man sich für 2009 aussucht, denn das hat in den letzten Jahren ja immer wieder mal gewechselt. Vielleicht hat man dann ja auch mal mehr Glück mit dem Wetter.
Bilder vom Festival findet ihr hier in unserer Gallery!

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Verfasser:
Leather Rebel
Datum:
29.07.2008
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