Metal District präsentiert...
Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
Skull Metal District - Live Reports: Skull
SUMMER BREEZE - Dinkelsbühl - (14.-16.08.2008)

 

 
Übersicht
Donnerstag:
 
 
Freitag:
 
 
Samstag:
 

 
 
Weder Sturmwarnungen noch perverse Spritpreise, keine vernichteten und veränderten Wegweiser oder Nutella mopsende Sicherheitsleute, nicht mal das ewige Herumirren auf dem Festivalgelände um unseren Zeltplatz zu finden oder das verdammte Pisswetter bei teilweise sieben Grad konnten uns davon abhalten: Wir waren da auf dem elften Summer Breeze, um zu feiern und zu frieren und vor allem einige begnadete Musiker zu zelebrieren und nicht zuletzt um nun euch davon zu berichten!
(Marco)

Was Kollege Marco euch mitzuteilen versucht ist folgendes: Im Vorfeld checkte mein Kollege den Wetterbericht und hat wahrscheinlich statt Dinkelsbühl Miami in die Seite gehackt und bekam natürlich prompt Tornado- und Hurricane-Warnungen ohne Ende. Am Ende war's dann ein wenig Regen am Freitag und abends arschkalt. Aber das kennt man ja schon (zumindest diejenigen unter uns, die da öfters hinfahren, hä hä).
Was das das Herumirren angeht, das lag neben lustigen Stammesbrüdern, die wohl nix besseres zu tun hatten, als die Festivalwegweiser abzumontieren, vor allem an den spaßigen Ordnern. Der Höhepunkt war der etwas dunkelhäutige, freundliche Helfer der auf die Nachfrage "wo ist denn der VIP-Parkplatz?" nur mit einem ungläubigen "was ist VIP?" antwortete. Sachen gibt's.
Aber irgendwann waren auch wir mal da.
 
DONNERSTAG

Nachdem der Zeltaufbau bewerkstelligt war und man sich kurz orientiert hat, sollten die Schweden nun unsere Stimmung heben. Das gelang aber leider nur zum Teil. Die Songauswahl war zwar durchaus ok, es wurden sogar endlich mal wieder alte Songs von “The Chainheart Machine” und “A Predator’s Portrait” gezockt, aber es blieben vor allem der durchschnittliche Sound und das untighte Zusammenspiel hängen. Vor allem der Drummer verhaute Breaks in Serie. Der Auftritt war dann letztendlich in Ordnung, aber ich wurde das Gefühl einer “SOILWORK-Coverband” nicht los. Schade, aber SOILWORK sind nur noch ein Schatten von einst.
(Frank)
 
Ich wünschte, ich könnte dem werten Kollegen widersprechen, doch leider bot SOILWORK keinen Anlass zum Jubel. Matsch ist wohl die beste Bezeichnung, sowohl für den Sound als auch für das Bandzusammenspiel. Schade.
(Marco)
Die Band um Vorzeigeblondine Angela Gossow zog als erster Act des Tages relevantere Zuschauermengen bei noch gutem Wetter vor die Main Stage, was den Status den sich die Band in den letzten Jahren durchaus zu Recht erspielt hat widerspiegelt. Hier trat dann auch der einzige Nachteil des gewählten Bühnenstandortes zu Tage, denn die gen Westen blickenden Zuschauer die nicht im Schatten der Bühne standen wurden von der untergehenden Sonne geblendet und erkannten dementsprechend wenig vom Geschehen auf der Bühne.
ARCH ENEMY an sich zeigten sich in recht guter Form, wirkten aber irgendwie sehr entspannt und daher fehlte dem Auftritt im Verhältnis zu ihrer Performance während der Tour mit MACHINE HEAD etwas der rechte Biss, was kombiniert mit der eher mauen Lautstärke ein wenig Kraft vermissen ließ.
Nichts desto Trotz brillierte das Brüderpaar an den Gitarren mal wieder sehr und brachte die Melodieläufe, für welche die Band mindestens so bekannt ist wie für ihre Growlerin, sehr schön zur Geltung und generell zeigte sich der Haufen gut eingespielt. Auch Fronterin Angela gab sich alle Mühe und warf sich in ihre Lieblingsposen als gäbe es kein morgen mehr und machte in ihrem Totenkopfoutfit eine gute Figur und auch die Performance bei Songs wie „We Will Rise“ war gut, wenn auch der Eindruck des ein oder anderen Effektgerätes nicht ganz auszuräumen war. Leider hat die gute Frau noch immer nicht gelernt zwischen den Songs nicht so viel zu reden, denn das liegt ihr nicht und teils englische Ansagen vor einem überwiegend deutschen Publikum machen auch keinen Sinn. Dennoch ein solider Auftritt einer fähigen Band.
(Marco)
Tja, die Erzfeinde zockten im Prinzip wie immer. Die Songauswahl war richtig gut, und die Ansagen von Angela wie immer extrem peinlich. Leider matschten die Gitarren so sehr, dass von den Feinheiten dieser exquisiten Musiker nicht viel übrig blieb. Dafür war die Stimmung super und es wurde sogar direkt neben uns eine menschliche Pyramide gebildet, die unsanft wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht wurde. (siehe Bilder in der Gallery)
 
 
Auch für BEHEMOTH galt “alles wie gehabt”. Irgendwie gingen alle auf dem Summer Breeze in Sachen Setlist auf Nummer sicher. So boten die polnischen Schwarzwurzler zwar einen gewohnt starken Gig mit gutem Sound, aber der altbekannten Setlist. Hier muss dringend mal neues her.
Aber man hatte die bis dato beste Publikumsresonanz und bei einer Ansage die Lacher auf ihrer Seite.
Nergal: Woher kommen wir?
Publikum: aus Polen.
Nergal: Nein, we are From The Pagan Vastelands!
Da sag noch mal einer BM’ler hätten keinen Humor.
(Frank)
 
Der Auftritt der Briten war sicherlich einer der Gründe für mich und meine Lebensgefährtin das Summer Breeze dieses Jahr zu besuchen. Man kann uns durchaus als langjährige Fans bezeichnen, was für mich eher die ersten sechs Alben betrifft. Wir hatten es aber bisher noch nicht zu einem Konzert der Band geschafft. Dementsprechend war ich enorm gespannt was uns geboten würde. Mit dem neueren Material das zur Eröffnung gewählt wurde konnte ich erwartungsgemäß weniger anfangen, wenn ich den Jungs auch zugute halten muss, dass es deutlich intensiver und mit mehr Dampf als auf Platte dargeboten wurde. Was schon beinahe die sehr geringe Lautstärke wieder ausglich.
Der Gesang war, wie er eben auf dem neueren Zeug ist, eher weinerlich dünn, seit Nick Holmes meint tatsächlich singen zu können. Auch wenn die eine oder andere Soundschwierigkeit mit eine Rolle gespielt haben mag, was da an Vocals kam war eher mau, aber wohl auf die seichte Gülle abgestimmt die PARADISE LOST heutzutage fabrizieren und die den Kiddies derzeit so gefällt.
Schwer zu glauben, dass sich der Frontmann da ernsthaft darüber wunderte warum kaum jemand über Zwanzig vor Ort war.
Dann wurde es interessanter, als der Reigen alter Songs mit dem zumindest früher legendären „As I Die“ eröffnet wurde, aber die Ambivalenz des Konzertes wurde hier überdeutlich. Eine technisch an den Instrumenten ausgefeilt und energetisch agierende Band, die eine solide Songauswahl darbot, in der auch Klassiker wie „Embers Fire“, „Joys Of The Emptiness“ oder auch „One Second“ Raum fanden, stand einem Sänger gegenüber, der jegliche Kraft und Energie vermissen ließ und sich dem hingab, was er für Gesang hält. Selbst seine Ansagen hatten mehr Dampf und ließen den für ihn einst so typischen rauen, tiefen Klang mit dem einst die Stücke gesungen wurden erklingen. Um mal meine Freundin zu zitieren: „Es wäre schön wenn er wenigstens den alten Kram noch mit Eiern und nicht wie ein Kastrat für den Kindergarten singen würde, da kommt man sich ja wie auf einem Kindergeburtstag vor.“

Die durchaus zahlreichen Fans vor der Bühne feierten zwar dennoch, wenn auch nur relativ verhalten und ich zumindest hatte den Eindruck, den Älteren erging es wie mir. In meinen Augen ein durchwachsener Auftritt mit einer sehr guten Instrumentenfraktion und lausigem Sänger und gerade Fans alter Schule wurden hier maßlos enttäuscht.

(Marco)
 

Tja, wäre der Herr Kollege mal mit mir zu den Diablos getigert. Denn die waren Hammer und richtig geil!
DSO haben für mich das erste große Highlight des Festivals abgeliefert. Der Sound war super, die Stimmung riesig und jeder hatte eine Menge Spaß!
Wer dachte, dass hier eine Band ein wenig rumzockt und alle anderen Instrumente der CD vom Band kommen und man als eine Art Mini Playback Show auftritt, der musste sehr schnell Abbitte leisten. Es wurde komplett auf Samples jeder Art verzichtet. Es wurde nur mit Drums, zwei Gitarren, Bass und Cello gezockt und vom Album bekannte Instrumente wie Trompete lässt man einfach weg. Was übrig bleibt, ist eine hart rockende Band mit zwei richtig guten Metal-Gitarristen und einer Sängerin die perfekt das Klischee der klassischen Operndiva erfüllt, alle aber mit kraftvoller, ausdrucksstarker Stimme überrascht.
Als letzter Song wurde ein neues Stück gespielt. Eine Mischung aus MH und finnischer Folklore. Sehr fett!
 











 
Und endlich war es Zeit für die zwingend notwendige Dosis Thrash. Die Engländer zockten einen routinierten und guten Gig wie immer. Allerdings auch komplett ohne Überraschungen. Ähnlich wie bei BEHEMOTH muss man an der Setlist drehen, sonst wird das irgendwann langweilig. Höhepunkt war wieder Mal "Burn" vom Comeback Scheibchen.


Trotz bekannter Setlist waren ONSLAUGHT aber auch diesmal wieder sehenswert!
(Frank)
 
 
 
Nach ihrer überragenden Scheibe „To The Nameless Dead“ waren die Iren von PRIMORDIAL mit ihrem Pagan angehauchten Black Metal, der sich so ungern Kategorieren lässt, für mich ein Pflichttermin und es hat sich zumindest meiner Ansicht nach mehr als gelohnt. Sehr geschickt wurde im Vorfeld die Atmosphäre mit Licht, Rauch und dem passenden Intro aufgebaut und als dann die Band gefolgt von Frontmann Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill in seiner blutigen Bemalung die Bühne betrat und den Reigen mit dem Eröffnungssong "Empire Falls" des letzten Albums eröffnete, überlief einen direkt eine Gänsehaut. Das Publikum war nicht übermäßig zahlreich, aber dafür umso begeisterter bei der Sache. Kaum jemand der nicht die Texte mitsang und völlig in der Kraft der Musik aufging. Nach dem Desaster bei PARADISE LOST war das eine willkommene Abwechslung. Leider schwankte der Sound etwas und anfänglich störte der völlig unkoordinierte Drummer das Gesamtbild doch erheblich, denn der schaffte keine Double Bass Passage sauber und verholzte auch einige andere der rasanteren Stellen. Bei der Betonung auf die Rhythmusgruppe wie sie die Iren fahren natürlich katastrophal.
Allerdings stellte sich auch heraus woran das lag, denn der gute Mann war schwer krank und die Band konnte so kurzfristig keinen Ersatz finden. In diesem Lichte betrachtet, muss man den Herren für sein Durchhaltevermögen bewundern und darf getrost über die Schnitzer hinwegsehen. Denn davon abgesehen lieferten PRIMORDIAL einen klasse Auftritt, der erwartungsgemäß viel Material des aktuellen Outputs wie auch „Gallows Hymn“ oder „As Rome Burns“ abdeckte, aber auch kleine Ausflüge in die Vergangenheit machte. Der Gesang trug weit in die Reihen hinein und die Energie des Fronters übertrug sich schon hypnotisch auf das Publikum, von der Gitarrenwand, die eine verzweifelt wütende Botschaft vor sich her trieb, ganz zu schweigen.
Das war ein begeisternder Gig, der Lust auf mehr machte.

Ein gewaltiges Backdrop und ein riesiges Drumkit beherrschte die Bühne als das imposante Intro von HELLOWEEN das Festivalgelände beschallte und die bisher größte Menge Zuschauer vor die Main Stage lockte, kurz bevor Gitarrenriffs die Luft erfüllten und die Bühne zu leben erwachte wobei Springfloh und Frontmann Andi Deris die ersten Textzeilen von „Halloween“ anstimmte. Man muss ihm lassen, auf der Bühne versprüht der Kerl eine ungeheure Energie, rennt, springt und hüpft herum, dass es eine wahre Pracht ist. Einzig stimmlich kommt der Gute zumindest bei den Prä-"Master Of The Rings" Sachen nicht an die Leistungen seines Vorgängers heran, was man auch am folgenden „March Of Time“ deutlich merkte. Nicht, dass ich ihn für einen schlechten Sänger halte, nur dem Vergleich hält er in Sachen ganz hohe Töne einfach nicht Stand. Die neueren, auf ihn zugeschnittenen Sachen wirken da natürlich schon ganz anders und sein Talent kann sich da ganz anders entfalten. Zusammen mit den Instrumentalisten bot sich da ein stimmiges Bild, denn die Jungs von HELLOWEEN sind ganz unbestritten hervorragende Musiker, ob man ihre Musik nun mag oder nicht. So zerpflügten brillante Soli die Gehörgänge und rhythmische Tiraden des Drummers waren durchaus hörenswert, auch wenn ich den Eindruck hatte ein etwas bescheidener bestücktes Schlagzeug hätte es auch getan. Aber der gute Herr Deris sollte zwischen den Songs nicht ganz so viel herumschwafeln, sonst könnte noch der Eindruck entstehen, er sei mit Angela Gossow verwandt

Somit dennoch ein durchaus angemessener Auftritt der schon legendären Power Metal Band, der aber ebenfalls ein wenig mehr Dezibel hätte vertragen können.
(Marco)

Mit HELLOWEEN hatte ich mit dem Einstieg von Kiske damals abgeschlossen und erst mit dem Einstieg von Deris wurde wieder kurz mein Interesse geweckt. Die Güte der Songs zu beurteilen überlasse ich also lieber Marco und konzentriere mich auf die Fakten.

Der Sound war viel zu leise. Dagegen ist selbst Zimmerlautstärke ein tosender Akustiksturm. Dafür gab es eine tolle Lightshow und tightes, routiniertes Zusammenspiel. Schwachpunkt von der ersten Sekunde an war Sänger Deris, der nicht einen Ton trifft. Vor allem die hohen Parts werden zur Zereissprobe für meine Nerven. Was für ein Gejammer. Dagegen ist eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt eine wahre Wohltat. Nach drei Songs trete ich die Flucht an und lasse den 1. Tag bei ein paar Bier und lauter, heftiger Mucke (jedenfalls lauter als vor der Mainstage) im Backstagebereich ausklingen.

(Frank)
FREITAG

I
ch bin nicht zwingend der größte Fan von MEGAHERZ, aber einmal Live sehen wollte ich sie doch mal ganz gerne. Leider wurde das etwas erschwert, da die Jungs gute zehn Minuten früher als veranschlagt anfingen und so war es bei den sehr engen Zeitplänen unmöglich rechtzeitig da zu sein, also entschlossen wir uns das ganze frustriert aus einigem Abstand zu begutachten. Dabei machten die Jungs gar keinen so schlechten Eindruck, während sie eigentlich alle ihre Clubhits runterzockten, allen voran natürlich „Miststück“ []. Klar, ein Ausbund an Innovation sind sie nicht gerade, aber sie fetzten ihr Set mit einigem Schwung in die Menge und wirkten relativ eingespielt, und die Anwesenden schienen durchaus ihren Spaß zu haben. Zugegebener Maßen brauche ich das aber nicht unbedingt noch mal, da ich ihr Material nicht spannend genug finde.

Die Humpa-Metaller von KORPIKLAANI habe ich ja nun schon einige Male Live erlebt und muss zugeben, dass mich ihr Auftritt auf dem Summer Breeze positiv überrascht hat. Sie wirkten deutlich beschwingter als noch auf dem diesjährigen Pagan Fest und machten dementsprechend ordentlich Laune. Daher war die recht gute Zuschauerresonanz auch durchaus verdient, zogen die Finnen doch wieder, wie die meisten auch nur annähernd Folk/Pagan angehauchten Bands dieses Jahr, eine größere Meute vor die Main Stage und heizten mit beschwingten Rhythmen und fetzigen Gitarren ein, die zwar nicht fehlerfrei aber größtenteils überzeugend gespielt wurden. Allerdings könnte das Set mal etwas Auffrischung vertragen, denn mit zunehmender Häufigkeit wird das ganze sehr vorausschaubar.
Offenbar hat sich der Clan des Waldes aber ziemlich hoch in die Gunst der Hörer gespielt, und vermutlich FINNTROLL in Sachen Beliebtheit in dieser Sparte abgelöst. Die Fans bewiesen dann auch mit das größte Spaßpotential des Festivals und trotz des reichlich bescheidenen Wetters wurde verhältnismäßig wild getanzt, gehüpft und mit Stroh um sich geworfen und gerade beim unvermeidlichen „Beer, Beer“ ging es hoch her. Somit eine endlich wieder zufrieden stellende Darbietung der Jungs.

(Marco)
 

Hohe Erwartungen meinerseits sind normalerweise keine gute Basis, da diese selten erfüllt werden. Noch schwieriger hatten es Waldi und Co. bei mir Aufgrund der Tatsache, dass ich sogar GRIP INC. live in den 90ern erleben durfte und der damalige Auftritt auch heute noch zu meinen Top Highlights gehört.
Aber, oh Wunder, Waldemar (neuerdings Frisurtechnisch ein Brother in crime mit mir, also sehr kurz) und seine Jungspunde inkl. der properen Bassistin legten einen sehr geilen Gig hin. Die Band war gut eingespielt und mit dem Sänger hat man ein riesen Talent in den eigenen Reihen. Der Bubi konnte nicht nur schreien und shouten sondern auch richtig gut singen und legte nebenbei noch ein sehr energiegeladenes und selbstbewusstes Stageacting an den Tag. Dazu kam noch ein klasse Sound!
Höhepunkt aus meiner Sicht war der völlig unerwartete und coole Gastauftritt von Altmeister Gus bei den GRIP INC. Klassikern “Octrazised” und “Hostage To Heaven”. Zwar hat der gute Gus bei der zweiten Strophe von „Hostage...“ seinen Einsatz versemmelt, aber allein dafür diesen Übersong des Thrash noch mal live erleben zu dürfen, hat sich die Fahrt nach Dinkelsbühl gelohnt. Großes Kino.
(Frank)
In der Tat ein überaus gelungener Auftritt mit einem äußerst talentierten jungen Mann am Mikro. Ich war sehr beeindruckt und das so sehr, dass ich den Gastauftritt in der Tat nicht gebraucht hätte, da er für meine Begriffe den Drive aus der Show nahm. Auch wenn die Klassiker für sich genommen durchaus Gänsehaut verursachten, hätte ich lieber mehr von den sehr guten ENEMY OF THE SUN am Stück gehabt.
(Marco)
 
 




Was für ein unglaublich intensiver Gig! Zwar hatte man zu Beginn mit einem miesen Sound zu kämpfen, dieser wurde aber ab "Funeral Hymn" wesentlich besser. Die Setlist gefiel mir zwar gut, sparte aber leider alles ab Debüt bis "Tempo Of The Damned" aus und selbst von letztgenanntem Album gab's nur "Blacklist". Machte aber garnix, dafür killen die Songs von "Atrocity" einfach viel zu sehr, als sich davon die Laune vermiesen zu lassen. Dazu gab es gleich drei der unsterblichen Klassiker vom Debüt. Bei "Piranha" mussten alle Abstand von mir nehmen, so breit machte sich bei mir die Gänsehaut. [Wohl war aber es war ein Fest den Herren bei absoluter Zelebration von geiler Mucke zuzusehen!-Anm. v. Marco] Auch Sänger Rob zeigte eine hervorragende Leistung und zeigte beim Refrain zu "Children Of A Worthless God" sogar relativ gute gesangliche Qualitäten. Keine Ahnung warum so viele Oldschoolfanatiker sich auf Rob eingeschossen haben, aber von Hardcore-Shouts ist der gute Rob soweit weg, wie Steve Souza von Bruce Dickinson. Aber egal wie man zu seinen stimmlichen Qualitäten steht, der Mann bringt eine ungezügelte Energie und eine fast satanische Ausstrahlung auf die Bühne und so muss das auch sein.
Ich jedenfalls war hochzufrieden und viele andere vor der Hauptbühne auch. Und so schallten die EXODUS-Rufe noch lange nach dem Auftritt nach.
 


Setlist:
Bonded By Blood
Iconoclasm
Funeral Hymn
Piranha
Children Of A Worthless God
Deathamphetamine
Blacklist
Strike Of The Beast
(Frank)
Ich muss gestehen, nach der anfänglichen Soundschwäche, trotz des brillant gewählten Einstiegssongs, brauchte es bei mir eine Weile um zu Zünden. Dann aber ergab ich mich diesem wütenden Tier auf der Bühne, von dem so mancher Jungspund der sich für böse hält noch viel lernen kann. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, doch zum Schluss muss ich zugeben wie gut die Jungs waren. Thrash at its best.
(Marco)
 




 
Als erstes fiel das Fehlen der beiden Brüder auf, die ja bekanntlich die Band vor ein paar Wochen verlassen haben. Als zweites nervte der Regen. Keins von beidem hinderte das zahlreich erschienene Publikum daran mit den Schweizern eine riesige Party zu feiern. Überall wurde getanzt, gehüpft, gesungen und gesoffen. Die Stagediver flogen im Sekundentakt und am härtesten arbeiteten nicht die Musiker sondern die armen Ordner, die als einzige wohl keinen Spaß gehabt haben dürften.
Es ist schon erstaunlich, was für einen Weg der Folk Metal im Laufe der letzten Jahre genommen hat. Noch vor ein paar Jahren waren ELUVEITIE mit ihrem in Eigenproduktion erstellten Debüt nur ein Geheimtipp, heute in ganz Europa eine gefeierte Band. Aber wenn es eine Folkband verdient hat, dann die sympathischen Schweizer mit ihrem eigenwilligen und höchst originellen Sound. Böswillige Zungen könnten behaupten, dass Folk im Metal aufs Rentenalter und den Musikantenstadl vorbereiten, mir hatts Gefallen.
(Frank)
 


Die Band um den ehemaligen FIDDLER'S GREEN Gitarristen Peter Kafka war für mich wohl die positive Überraschung des Festivals. Druckvoll aufspielend haben die Herren mit dem Ausnahmetalent Ski King „Dead L-vis“ (zum Glück singt er nicht so albern wie er sich nennt) am Mikrofon unzweifelhaft Arsch getreten, wenn sie fette Riffsalven abfeuerten und mit hämmernden Schlagzeugrhythmen den Herzschlag erhöhten. Ganz und gar unglaublich ist aber, was Dead L-vis gesanglich leistet. Wie ein Opern-Bariton schmetterte er die Texte mit unglaublicher Stimmgewalt, mit der er Problemlos die Instrumente in Schach hielt, ist aber auch im raueren, rotzig wütenden Gefilden heimisch. Zusammen mit einer energiegeladenen Performance bei glaubhafter Bühnenpräsenz ist das eine echte Glanznummer.
Die Stücke ihres Debüts und bisher einzigen Albums „Enemy Mine“ kamen ziemlich tight und bis auf wenige Schnitzer gut dargeboten rüber. Darüber hinaus funktionierte die Kommunikation mit dem Publikum im Party Zelt sehr gut und man witzelte miteinander und mit den Zuschauern, insbesondere als Bassist Eddy in Zurschaustellung seiner Trainingserfolge sich seines Shirts entledigte, konnte sich Dead L-vis ein „Zieh dich doch bitte wieder an...“ nicht verkneifen. Solche Schmankerl standen aber hinter der musikalischen Leistung zurück, und auch ein neues Stück wurde geboten, welches auf die neuen Platte „Behind Enemy Lines“ soll, sobald denn ein Label gefunden worden sei. Dass eine solche Band ohne Plattenvertrag dasteht, will mir einfach nicht in den Kopf, gerade nachdem ich mich von ihren Live-Qualitäten überzeugen konnte.



Die Jungs von END OF GREEN endlich mal Live-haftig zu sehen, war mir ein echtes Anliegen, seit mir vor gut Zwölf Jahren ihr Debütalbum „Infinity“ in die Hände gespielt wurde. ‚Depressive Sub-Core’ nannten sie ihre Mucke damals wie heute und eher den finsteren Stimmungen zugetan sind sie ja unbestritten. Auf dem Summer Breeze war dann auch noch ein besonderer Zeitpunkt, denn die Band betrachtete das Ganze quasi als Release-Festival für ihr neues Album „The Sick’s Sense“ und einen viel besseren Rahmen um eine neue Scheibe vorzustellen kann man sich kaum vorstellen. Jetzt hätte nur noch der Auftritt im Dunkeln stattfinden müssen und dann wäre quasi alles perfekt gewesen. Aber man kann nun mal nicht immer alles haben.
Die Lichtverhältnisse wären dann aber auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt an dem Gig des Quintetts. Davon abgesehen rockten die Herrschaften gehörig die Festivalwiese in ihrer typischen Mischung einer tonnenschweren Soundwalze in eher gemächlichem Tempo mit den für sie typischen Melancholischen bis wütenden Melodien und dem entsprechenden Gesang, eben ihre Mischung aus Goth, Metal, Alternative und Rock.
Das Geheimnis ihrer teils sehr filigranen Songstrukturen mit den ausgefeilten Gitarrenparts liegt wohl in den drei Gitarren, die die Herren auf der Bühne auffahren. Klanglich definitiv ein Erlebnis und das sah man dem Publikum auch an, denn das hatte sichtlich seine Freude, egal ob älteres Material oder die wenigen Stücke der neuen Scheibe, die allesamt ziemlich stimmig und mitreißend wirkten. Da waren schon fast (aber auch nur fast) das miese Wetter und die für Mitte August erbärmlichen Temperaturen vergessen. Hände flogen, Körper surften auf der Menge und die Jungs gaben sich sympathisch und waren enthusiastisch bei der Sache und so verflog die Zeit auf angenehmste Weise mit einer gut unterhaltenden Band, die einem die schönste Variante einer musikalischen Depression verpasste, die mir spontan einfällt.
(Marco)
 
 
Wer etwas für Grind übrig hatte, der ließ sich den Gig der Schweden nicht nehmen. ROTTEN SOUND lieferten einen fetten, intensiven Gig. Die Energie war förmlich spürbar. Der Drummer knüppelte tight wie ein Uhrwerk auf sein Kit ein und lässt seinen Vorgänger Kai Hahto glatt vergessen. Kollege Marco glaubte im Vorfeld nicht unbedingt an die Massenkompatibilität von Grind und meinte "da hast du schön Platz vorne zum Fotografieren". Typischer Fall von denkste. Das Zelt war gut gefüllt, die Pits immer in Bewegung und eine gute, energiegeladene Stimmung. So holten sich die Jungs nach einer knappen halben intensiven Stunde ihren wohlverdienten Applaus ab.
 
 
Überraschung! Ein gut gelaunter Chris Barnes lieferte auf dem Breeze die stärkste Show seit langem ab. Die Setlist mit allen Hits war Klasse und auch sonst gab es an der starken Show der alten Männer nichts zu nörgeln. Zum Abschluss gab es (fast wie immer) den geröchelten AC/DC Klassiker "T.N.T." und ganz Dinkelsbühl feierte. Im Anschluss ging es dann 50 Meter nach rechts um bei KATAKLYSM das Death Metal Doppelpack voll zu machen.
(Frank)
Hell Yes! Ja, die Jungs überzeugten auf ganzer Linie. Hatte ich im Vorfeld eigentlich keine Lust sie mir anzusehen, bin ich froh da gewesen zu sein. SIX FEET UNDER haben gekillt, und zwar richtig. Starke Performance aller beteiligten und eine wohltuende Überraschung am verregneten Freitagabend
 
Die Kanadier mobilisierten bis dahin mit Abstand die meisten Zuschauer. Die Setlist bestand erwartungsgemäß nur aus den letzten 4 Alben und dürfte damit zwar der breiten Masse gefallen haben, ich vermisse aber dennoch wie immer den einen oder alten Kracher von "Epic" oder "The Prophecy". Und es fehlt meiner Meinung nach live immer noch ein 2. Gitarrist. Vor allem da diesmal kleine Timingschwierigkeiten beim Gitarristen nicht zu überhören waren. Ansonsten guter Gig mit immenser Resonanz.
(Frank)
 
 


Hierüber könnte ich mich eigentlich Stundenlang aufregen, aber ich versuche mich relativ kurz zu fassen. SUBWAY TO SALLY hatten ebenfalls die Ehre auf dem Summer Breeze aufzutreten. Es gab mal Zeiten, da war ein SUBWAY Konzert eine ziemlich unterhaltsame Sache und Musikfreunde aus den unterschiedlichsten Subkulturen fanden sich ein und gingen auf ziemlich unorthodoxe Musik ab. Aber das war einmal. Heute kommt da eine Band, die ihre frühen Alben während des Auftritts völlig ignoriert. Es war schon ziemlich traurig mit anzusehen und -hören, wie sich die Herrschaften mit ihren pompösen Bühnenaufbauten und drolligen Lederkostümen quer durch die Riffgeschichte von RAMMSTEIN klauten um Dampf in die Songs zu kriegen und zunehmend belanglose Texte von sich zu geben.
Das Traurige war, dass dies das bisher mit Abstand vollste Konzert auf dem Festival war, zum ersten Mal war so ziemlich der gesamte Raum vor den Bühnen gefüllt, und das ist verdammt viel Raum gewesen. Traurig war auch, dass die meisten dieser Menge ziemlich unkritisch abgefeiert haben was auf der Bühne so passiert ist, offensichtlich kannte auch kaum jemand frühere Songs oder Konzerttraditionen der Band, wie die früher obligatorischen „Blut, Blut, Räuber saufen Blut!“- Rufe zwischen den Songs, nicht dass das eine Rolle gespielt hätte, es gab nur einen wirklich alten Song zum Traditionellen Abschluss des Konzerts, eben „Julia und die Räuber“, man kann ja nicht alles aufgeben.
Rein handwerklich kann man der Band auch nicht viel vorwerfen, sieht man von ein wenig Gepose an überflüssigen Doppelgitarren und eben ihren offensichtlichen Zugeständnissen an den Mainstream mal ab. Nein, dies alles waren nicht der Affront der mich so bitterlich erzürnen ließ. Aber wenn sich ein Herr Eric Fish vor die versammelten Leute stellt und allen ernstes sagt „...und wir haben den Metal und den Gothic in den deutschen Medien durchgesetzt“ geht mir die Hutschnur hoch. Das ist ein Schlag ins Gesicht von jedem, sei es nun der gemeine Headbanger oder Gothic der sich seit Jahrzehnten gegen Anfeindungen, Klischees, Benachteiligungen wegen seines Auftretens etc. zur wehr gesetzt hat, damit wir heute relativ unbehelligt unserer Subkultur frönen können.
Ein Schlag ins Gesicht jeder Band die es trotz eventueller Auftrittsverbote und was den Obrigkeiten noch so eingefallen ist geschafft hat eine menge Leute zu erreichen, ohne dazu in der nur bedingt witzigen aber sehr erfolgreichen Show eines ehemaligen Metzgers aufzutreten. Für mich zumindest haben sich SUBWAY TO SELLOUT an diesem Abend ihr Grab geschaufelt und sind Kopf voran hineingesprungen. Aber Geld verdienen werden sie nun wie Blöde, das ist auch mir klar.
 
 
Bei den Herren von ASP war alles beim Alten, was in dem Fall eine gute Sache ist. Ohne sich zugunsten eines Metal-Publikums zu verstellen, zockten die Jungs ihren weichgespülten, aber unterhaltsamen Gothic Rock und dies gewohnt enthusiastisch und energiegeladen. Die Entertainerfähigkeiten von Frontmann Asp machten sich mal wieder hervorragend und natürlich trug sein stimmliches Talent die teils sehr schmachtigen Songs weit in die Menge.
Wie immer recht gut gelaunt war auch die Verbindung zum Publikum ausgesprochen gut und ich muss gestehen ein wenig erstaunt über die Menge an Kuttenträgern und „harten Jungs“ gewesen zu sein, die da ziemlich frenetisch zu Songs wie „Ich will brennen“ oder „Weltunter“ abfeierten, empfand das aber als positive Überraschung. So war auch verdammt viel Bewegung in der Menge, was mich ebenfalls erstaunte, bedenkt man die relative Müdigkeit mit der so einiges in den vergangenen Tagen zelebriert wurde, was wohl nicht unwesentlich am der Stimmung abträglichen Wetter lag.
Nichts desto Trotz waren ASP mal wieder sehr unterhaltsam und schenkten dem gierigen Publikum einige schöne Minuten und lieferten auch noch die Live Prämiere eines neuen Songs des kommenden Albums. Also alles wie es sein soll, soweit man mit der Mucke was anfangen kann.
(Marco)
 
 
Die Ösis lieferten zur selben Zeit im Zelt wie immer einen guten Gig mit kleinen Schönheitsfehlern ab. Vor allem die Setlist beinhaltete, nicht nur meiner Meinung nach, zu viele neue Songs. Ein wenig ausgewogener wäre besser gewesen. Und der Sound war wie immer zu laut, aber dafür wenigstens klar und transparent. Ohne Gehörschutz hatte man an diesem Abend aber definitiv schlechte Karten.
(Frank)
 
 
 

Darauf hatte ich mich trotz einiger Highlights bereits den ganzen Tag gefreut, denn THE VISION BLEAK gehören zweifelsohne zu den Bands die mich in den letzten paar Jahren sehr begeistern konnten. Nach Live-Erfahrungen mit den Jungs 2005 und Anfang dieses Jahres konnte ich es kaum erwarten die Band nochmals zu erleben und ich zumindest wurde nicht enttäuscht. Merkwürdigerweise gingen sie dabei einen anderen Weg als für Live-Auftritte üblich ist und spielten ihre Songs etwas langsamer als auf CD, schafften es aber dabei eine schon fast doomige und vor allem überwältigende Schwere der Gitarrenwände aufzubauen, dass einem der Hirnschmalz fast zum Hinterkopf hinausgedrückt wurde.
Dabei präsentierten sich die Herren Schwadorf und Konstanz in recht guter Form und gerade Konstanz schien das Publikum ausgesprochen gut im Griff zu haben. Erstaunlich zu sehen, wie angetan er zu sein schien, wenn die Leute einzelne Textpassagen als Aufforderungen zwischen den Songs schrieen, allen voran natürlich Teile von „Kutulu!“, dem Song der sich wohl unbestritten der größten Live-Resonanz seitens der Fans erfreut, und das nicht ganz zu unrecht. Und als dann eben dieser Song angespielt wurde, ging zumindest in den vorderen Reihen ein Aufschrei der Begeisterung um und alle stimmten mit ein „Kutulu! Fatanga!“ Der gute H.P. Lovecraft hätte sich wohl im Grabe umgedreht...oder begeistert mitgefeiert, verrückt genug schien er ja gewesen zu sein. Leider machte nur die Technik nicht alles so mit wie gefordert, aber davon ließ sich keiner die Stimmung versauen, warum auch?
Headbangen, springen, schreien und sich in der Menge hochheben lassen, alle diese verrückten Rituale wurden zelebriert und trugen ihren nicht unwesentlichen Teil zu einem in meinen Augen sehr gelungenen Auftritt bei. Die Horrormetaller von THE VISION BLEAK haben mal wieder gerockt und ihr Publikum in Angst und Schrecken versetzt, so wie es das auch erwartet. Das nächste Mal bin ich nach Möglichkeit wieder dabei.
(Marco)
 
Was war da denn los? Die ersten Songs wurden dermaßen langsam gespielt, dass ich schon dachte, ich wäre in einer Art Zeitloch gefangen. Ich vermute mal das Click für den Drummer war zu langsam eingestellt. Jedenfalls waren THE VISION BLEAK schon mal flotter unterwegs. Mir sind da fast die Füße eingeschlafen. Dafür war die Setlist ausgewogen und Stimmung für die späte Uhrzeit im Zelt verdammt gut. Ich hatte mir aufgrund der letzten Tour aber mehr erhofft.
Und da die im Anschluss spielenden JESUS ON EXTASY mich mit den ersten Tönen direkt vergraulten und aus dem Zelt jagten, endet hier der 2. Tag.
(Frank)
 
SAMSTAG

Ein weiterer Auftritt auf den ich sehr gespannt war und dem ich entgegenfieberte, denn die Alben von THE OLD DEAD TREE stehen bei mir ziemlich hoch im Kurs und es ist nicht unbedingt das leichteste auf der Welt die sympathischen Franzosen Live zu erwischen. Und so stand ich in einer sehr überschaubaren kleinen Schar Enthusiasten vor der Pain Stage und lauschte dem Treiben des Quartetts gespannt. Leider wurde der Gig gerade anfänglich von immensen technischen Schwierigkeiten überschattet, was unter anderem im Totalausfall der Lead-Gitarre gipfelte und angesichts des durchscheinenden Potentials ziemlich frustrierend war. Das war nämlich zumindest in meinen Augen im Übermaß vorhanden, gerade als sich die Technik einpendelte kamen das enorme Stimmvermögen von klar zu Growls und wieder zurück zum Vorschein und generell die Kraft in der Kehle des sympathischen Frontmannes Manuel Munoz, die sich auf so vortreffliche weise mit der Wucht der Instrumente verbindet, gerade mit der markerschütternden Gitarrenarbeit.
Leider verzockte sich der Gute im Zuge seines Kampfes mit der Elektrik an seinem Instrument das ein ums andere Mal, was traurig stimmte bei einem Gig der das unglaubliche Talent und die unwahrscheinliche Stärke vieler Stücke wie dem „Knock Out Song“ offenbarte und mir Lust auf mehr machte, in einem etwas kleineren Rahmen. Dies alles hielt aber die angereiste Gruppe junger Franzosen nicht davon ab enthusiastisch und Fahne schwenkend ihre Landsleute zu feiern, für die meisten anderen war es aber am letzten Tag einfach noch etwas zu früh um übertriebene Freude zu demonstrieren. Dennoch ein viel versprechender Gig, der mich in dem Beschluss bestärkte die Band auf einer eigenen Tour noch mal zu begutachten.
(Marco)

Ich habe nur noch die letzten drei Songs der alten, toten Bäume mitbekommen und fand es furchtbar! Ich kann dem Düsterrock der Franzosen auf CD durchaus etwas abgewinnen, der Auftritt war aber, zumindest spieltechnisch, in meinen Ohren ganz mies. Die Gitarren waren unsauber gespielt und der Sänger versuchte sich im klaren Gesang und an und wann zu growlen, kann aber beides nicht wirklich gut. Da konnte auch der Irish Coffe mit mehr Irish als Kaffee nichts mehr retten.

 
Die Jungs mit Mädel spielten nun direkt im Anschluss an die unsäglichen Franzmänner und waren mir bis dato komplett unbekannt. Umso gespannte lauschte ich dann den ersten Klängen, nur um zu erkennen, dass hier nichts Spektakuläres geboten wird. Man spielt zwar eine Art Dark Rock, der auch recht nett anzuhören ist, aber völlig unspektakulär an mir vorbei plätscherte. Also suchte ich, nachdem ich von dem Mädel ein paar Fotos geschossen hatte, schnell wieder das Weite.
 
 
 
Die alten Herren des Death Metal zelebrierten ihre School of Rock bzw. School of swedish Death Metal, konnten aber erwartungsgemäß in Sachen Publikumsresonanz nicht gegen SFU und KATAKLYSM vom Vortag anstinken. Das lag zum einen an der recht frühen Uhrzeit, zum anderen aber natürlich auch an dem völlig unzeitgemäßen Stil. Die breite Masse des Publikums setzte sich schließlich aus jungen Hüpfern und trendbewussten Szenegängern zusammen. Dennoch boten die Schweden eine flotte dreiviertel Stunde Schwedenstahl mit einer bunt gemischten Songauswahl aus zwei Dekaden Todmetall und so kreiste die eine oder andere angegraute oder lichter gewordene Haarpracht im hellen Sonnenschein.
 
 
 
Junge haben die Dampf gemacht. HACRIDE könnte man durchaus als simplen Klon von MESHUGGAH und GOJIRA abstempeln, live haben sie einen starken Eindruck hinterlassen. Die Instrumentalfraktion wummerte mächtig tight, der Bass fungierte quasi als 2.Gitarre und die ganze Band wirkte sehr agil. Leider hatte nur wenig Publikum den Weg ins Zelt gefunden. Die kuck ich mir aber gern mal wieder an.
 
 
 
 
 
Ja ja, die ollen H-BLOCKX sind ja eigentlich ein Relikt aus einer Zeit, als der Crossover mit Bands wie BODYCOUNT, CLAWFINGER oder RAGE AGAINST THE MACHINE seine Blütezeit hatte. So nahm man die Band um Sänger Henning von jeher eher als Trendhinterherrenner war. Gut, die Jungs haben ein paar Hits wie "Time To Move" oder "The Power" und man lieferte auch einen ordentlichen humorvollen Gig, der allerdings null ins Billing passte. Und außer den 3-4 Hits, einer handvoll abgeguckte Melodien und den Ansagen von Henning hat die Band nicht viel zu bieten. Nett, aber überflüssig.
(Frank)
 
Die Jungs von den H-BLOCKX mal live zu sehen hätte ich zugegebener Maßen nicht mehr erwartet, aber unverhofft kommt oft, und so spielte die Band auf dem Summer Breeze. Ich wollte sie schon deshalb gerne sehen, weil kaum jemand der in den Neunzigern groß geworden ist an der Combo vorbei kam, kaum eine Party mit gemischtem Publikum, wo nicht wenigstens ein H-BLOCKX Song lief. Und da standen sie nun auf der Bühne, die frühen nationalen Vertreter des Crossover, und haben tatsächlich recht ordentlich gerockt. Klar, die musikalische Offenbarung in Sachen härterer Gitarrenmusik sind sie nie gewesen, aber sie haben ein paar ziemlich nette Songs geschrieben und einige davon waren auch noch verdammt erfolgreich. Wer erinnert sich nicht, vorausgesetzt er ist um die dreißig, an Songs der Marke „Risin’ High“ oder das obligatorische „Move“ die natürlich auch an diesem Konzertabend nicht fehlen durften. Generell wurde das Publikum mit einem sehr guten Querschnitt des kreativen Schaffens der Band bedient, einschließlich des anrührenden „Little Girl“ und der Johnny Cash Coverversion „Ring Of Fire“. Der Auftritt wirkte dabei frisch und recht authentisch und das Quartett wusste definitiv zu unterhalten, sie bringen ja auch genug Erfahrung mit und so war es schon ein kleiner Stich der einen durchfuhr, als Sänger Henning Wehland verkündete, dass dies das letzte Konzert der Band sei und diese nun getrennte Wege gehen würde. Aber sie hatten auf diesem letzten Konzert durchaus Unterhaltungswert und die nicht unwesentliche Menge vor der Bühne schien das ganz ähnlich zu sehen und feierte die Münsteraner ganz schön ab. Man könnte also durchaus von einem gediegenen letzten Konzert sprechen und wenn ich auch nicht so tief im Geschehen dabei sein konnte, bereue ich keinesfalls sie gesehen zu haben.
(Marco)
 
 
Ich glaube ich verrate kein Geheimnis, wenn ich HSB als führende Metalcore Band weltweit bezeichne. Ich kann mich noch an einen Gig vor ein paar Jahren in Dortmund erinnern, als man im Vorprogramm von BOLT THROWER gerade mal eine Handvoll Leute gezogen hat. Und heute? Heute stehen HSB vor 20.000 Fans auf dem Summer Breeze und werden gefeiert als gäbe es kein Morgen. Die Jungs haben es aber auch verdient, schließlich liefert seit Jahren keine andere Band dieses Genres (außer CATARACT vielleicht) so viele hervorragende Alben und Gigs ab.
Leider konnte mich der Auftritt diesmal nur zum Teil überzeugen. Das lag zum einen an dem wirklich unterirdischen Sound, der gerade die normalerweise brachialen Eröffnungsnummern "Final Resistance" (dafür war der aus 20.000 Kehlen angestimmte Ruf "Resistance" Gänsehauttreibend ohne Ende) und "Counterweight" zu einem lauwarmen Lüftchen verkommen ließ und zum anderen an dem ständig initiierten Wall Of Death Gehampel. Diesem Quatsch stehe ich ohnehin sehr Skeptisch gegenüber. Gut die Ansagen díesbezüglich waren lustig "Und wenn ihr schon dabei seid, will ich einen riesigen Circlepit, ich will den ganzen Platz in Bewegung sehen und wenn ihr schon dabei seid, nehmt den Turm dahinten gleich mit", aber nach jedem Song Minutenlange Pausen wegen diesem Mist, sorgen nicht unbedingt für einen kontinuierlichen Fluss. Na, sei's drum. Den meisten hat's gefallen.
(Frank)
Gerade nach der überragenden letzten Scheibe „Iconoclast“ habe ich dem Auftritt sehr entgegengefiebert und muss mich nun enttäuscht zeigen. Matschiger und kraftloser Sound über weite Strecken des Gigs und immer wieder den Fluss durch zu langes Gequatsche unterbrochen, das musste ja auf die Freude drücken. Und dieses ganze Wall of Death-Brimborium können SICK OF IT ALL deutlich besser. Die Leute haben zwar mächtig gefeiert und die intensiven Reaktionen einer solch großen Menge hatten ihre ganz eigene Faszination, der Gig selbst begeisterte mich aber nur mäßig.
(Marco)
 
 
 
Die deutsche Thrashlegende machte das Thrash Metal Triple des Festivals komplett und bildete für mich auch gleich den Abschluss, da man sich entschied nach diesem Gig den Heimweg anzutreten, weil ANATHEMA wohl gleichzeitig Fuß- und Handgelenksschmerzen hatten. Aber dazu später mehr.
DESTRUCTION lieferten jedenfalls eines der Glanzlichter des Summer Breeze 2008. Musikalisch gab es einen bunten Strauss aus neuem und altem Songmaterial, wobei das neuere Material nicht allzu sehr abfiel, obwohl ich den meisten Sachen seit dem Comeback nicht allzu viel abgewinnen konnte. Dazu wurde eine Show in bester VENOM-Manier aufgefahren. Meterhohe Pyros, Flammen, Kracher, man hätte meinen können DESTRUCTION feiern Sylvester im August.
Dazu gab es diverse Showeinlagen mit dem Mad Butcher und ein paar leicht bekleideten Mädels. Da machen Klassiker wie "Mad Butcher", "Total Disaster" oder "Curse The Gods" gleich doppelt Spaß. Die Menge sah es genauso und feierte, moshte und ließ sich in Serie über die Köpfe tragen. Nur den Abschlusssong "Bestial Invasion" versaute man vom Timing her völlig, aber das war zu dem Zeitpunkt dann auch egal. Da hatte man eh schon gewonnen. Für mich ein schöner Abschluss eines durchwachsenen Festivals
(Frank)
 

Fazit (Frank): Auf das Summer Breeze blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Es war für mich das erste Breeze auf dem neuen Gelände und das erste große Festival mit eigenem Fotopass.
Positiv wird die straffe Organisation, die hervorragenden Essensstände (das Dresdner Handbrot war ja mal nur lecker) und wieder mal die netten Kollegen der schreibenden Zunft hängen bleiben. Auch dass so viele Menschen aus ganz Europa angereist sind und sich sichtlich wohl fühlten zwischen soviel Spinnern aus Deutschland, kann man als sehr positiv verbuchen.
Nicht so dolle fand ich diverse organisatorische Dinge. Da wäre die viel zu geringe Anzahl an Pinkelrinnen für die Männer, was dazu führte, dass man sich an keinen Zaun mehr gefahrlos annähern konnte. Das machen andere wie das Bang Your Head oder das Graspop einfach besser. Auch dass mir unsanft der Eintritt täglich nach 19 Uhr im Fotograben verweigert wurde, weil ich keinen "Headliner"-Fotopass hatte, vergällte mir die Laune. Somit nahm die Qualität der Fotos abends natürlich rapide ab. Das nennt man wohl Zweiklassengesellschaft. Vielleicht sollte ich mich doch mal beim Metal Hammer bewerben. Na vielleicht auch lieber nicht.
Nicht so doll war auch, dass die Band ANATHEMA wohl keinen Bock auf Autogramme hatte, so zumindest die Gerüchteküche. Fakt ist, die Band erschien nicht und so stapfte mir ein wutentbrannter Kollege entgegen und schrie Zeter und Mordio. Schade, davon hab ich dann dummerweise kein Foto.
Highlights: EXODUS, DIABLO SWING ORCHESTRA, ENEMY OF THE SUN und DESTRUCTION.
 
Fazit (Marco): Auch meine Eindrücke sind ambivalent. Da waren ein paar wirklich erstaunlich gute Bands, die überraschend begeisterten. Das Festivalgelände ist hervorragend gewählt und aufgeteilt und die Versorgung der Besucher war auf hohem Niveau gesichert. Ganz erstaunlich zu welch günstigen Preisen der Alkohol angeboten wurde und wie lecker das Essen zu fairen Preisen war. Die Shuttle-Verbindung zum nahe gelegenen Dinkelsbühl war fantastisch und wurde zur Vorratserweiterung ausgiebig genutzt. Die Stimmung war trotz des erbärmlichen Wetters bei noch erbärmlicheren Temperaturen mitten im Hochsommer erstaunlich gut und die Leute sind allesamt fair und nett miteinander umgegangen.
Weniger gut waren ein paar organisatorische Dinge, wie das etwas unkoordinierte Verhalten der Sicherheitskontrollen und die relative Ahnungslosigkeit, die in vielen Belangen unter den Ordnern herrschte. Die Verschiebungen im Zeitplan nach vorne, waren bei dem kleinen Spiel zwischen Bands eher unangenehm um eine Band zu sehen, da die meisten nicht nach hinten verlängerten, so verpasste man unter Umständen einiges, was man doch gerne ganz gesehen hätte. Und als Tipp: Wer unter den Metallern und Metallerinnen mal modische Ausflüge in die Gothic Mode machen möchte, sollte die entsprechenden Stände auf dem Summer Breeze tunlichst meiden oder sich um Vorfeld ausgiebig informieren. Die meisten haben im Verhältnis zu ihren Gothic-Festival-Preisen ordentlich angezogen, scheinbar um die diesbezügliche Ahnungslosigkeit der Metalfans auszunutzen, anders wäre es zumindest schwer zu erklären.
Highlights: PRIMORDIAL, BELOVED ENEMY, THE VISION BLEAK und ENEMY OF THE SUN





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Verfasser:
Azriel

Datum:
25.08.2008

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