PARTY.SAN - Bad Berka - (07.-09.08.2008)
DONNERSTAG
Wirklich prickelnde Anreise bei 35 Grad Außentemperatur in einem schwarzen Auto plus vier Stunden Fahrt, so dass ich eigentlich schon fertig bin, als wir endlich am frühen Abend ankommen. Mein Schädel brummt und meine Klamotten kleben an mir wie Kaugummi unterm Schuh (und fühlen sich auch fast so eklig an). Der Sinn steht mir grade nicht wirklich nach lauter Mucke, erstmal eine Handvoll Kopfschmerztabletten einwerfen. Nachdem wir uns halbwegs häuslich eingerichtet haben, ziehen erste Wolken am Himmel auf und die Luft kühlt sich netterweise merklich ab, was ich doch ziemlich angenehm finde.
Nachdem auch Trabi mit leichter Verspätung eingetroffen ist und die löwenmutterartige Verteidigung des eigens für ihn freigehaltenen Stellplatzes damit überflüssig, mache ich mich gerade noch rechtzeitig auf zur Bühne, wo FARSOT gerade ihr Set beginnen.
FARSOT
geben sich redlich Mühe, die wenigen Leute vor der Bühne zu motivieren. Die Herren mit den seltsamen Kürzeln legen sich durchaus ins Zeug, die Instrumentenfraktion macht ihre Sache gut und vor allem der Shouter bietet durch intensiven körperlichen Einsatz eine ansprechende Live-Darbietung. Dennoch will der Funke nicht so recht überspringen und das Publikum lichtet sich immer mehr. Eigentlich schade für die Band, wobei ich auch denke, dass FARSOT einfach eher Mucke für Zuhause machen, zumindest ein Festival ist jedenfalls nicht die optimale Umgebung dafür. Das sieht bei
SKYFORGER, die im Anschluss spielen, auch gleich ganz anders aus. Deren Mucke ist einfach mehr auf den Metsauf- und Spaß-Faktor ausgelegt. Es finden sich doch einige Leute mehr, mit Trinkhörnern bewaffnet, vor der Bühne ein und feiern die Litauen ordentlich ab. Da ich die Band nicht kenne, kann ich zu Details wenig sagen, aber soweit ich das beurteilen kann, liefern die Jungs eine gute Show, der Shouter versucht in leicht gebrochenem Englisch, die Stimmung noch weiter aufzulockern und die Leute haben sichtbar Spaß. (velvet)
Mitternacht – Headlinerzeit! Und was für einer! Die mächtigen
 DISMEMBER
entern die Bühne und machen sofort klar, warum die Schweden diese Position verdient haben. Unglaubliche Spielfreude, aalglatter Sound und alles in allem eine Show, die alles übertrumpft, was ich bereits live von den 5 Knäckebrots gesehen habe. Einzig und allein an der Setlist gibt’s ein wenig zu meckern, denn mir persönlich hat noch „On Frozen Fields“ sowie „Collection by Blood“ gefehlt und auch einige andere haben ihren Lieblingssong vermisst. Alles in allem aber absolut gelungen und für mich persönlich die Band des Party San. (AggressivePerfector)
Tja, und auch ich kann mal wieder DISMEMBER fotografieren bzw anschauen. Das kann man auch immer und immer wieder, denn die Schweden sind nun einmal eine der besten Live-Bands des Planet Metal, was sie nun mit einer erstklassigen Show mit vielen ollen Kamellen untermauern. Zwar spielt man auch etwas vom aktuellen, selbst betitelten Album, doch selbst einen verdammt old-schooligen Dreier, der aus 'Override Of The Overture', 'Soon To Be Dead' und 'Bleed For Me' besteht, dröhnt man rotzfrech den ausflippenden Köpfen um die Ohren. Manch einer hätte sich sicher noch gern mehr gewünscht, doch irgendwann muss auch das Partyzelt wieder gefüllt werden. Für mich wird das aber nur ein kurzer Ausflug, denn irgendwie ist auch ohne Paulchen Panter die Zeit so schnell vergangen, dass es mich so langsam gen Auto und nachdem ein Sturm aufzieht auch gen Iglu zieht. Schließlich stehen noch zwei fette Tage bevor. (trabi)
Eigentlich hatte ich mir im Vorfeld vorgenommen, zumindest jede Band wenigstens kurz anzuschauen, aufgrund der Tatsache, dass ich mich nach der Anreise immer noch nicht wirklich fit fühle, entscheide ich mich aber gegen DISMEMBER und für das Auto, das zu meinem Schlafplatz auserkoren ist. Kaum dort angekommen, zieht starker Wind auf und innerhalb von wenigen Minuten bricht ein ziemliches Unwetter über Bad Berka herein. Wie gut, dass Autos dazu tendieren, wasser- und winddicht zu sein...(velvet)
FREITAG
Die Vorfreude auf ein zünftiges Frühstück wird mir allerdings schnell geschmälert, denn es steht auf einmal ein Bufett zur Auswahl, von dem man sich seinen Teller füllt und am Ende satte 7,50€ löhnt. Dabei hat man noch nicht einmal Rührei zur Auswahl und ich verfluche jetzt schon den Catering Service mit abgehackten Genitalien, während der erste 1-Euro-Bissen den leeren Magen findet. Zufällig bekommt man auch heraus, dass der Pappbecher, in dem sich die luxuriöse Variante eines Muggefugs befindet, mit einem satten Euro bepfandet wurde. Steht nirgends geschrieben und so finden sich einige Becher selbst im Müllbeutel wieder. So kommt man auch zu seinem ‚Trinkgeld’…
Ein Blick über den Campground bestätigt die schon im Frühjahr manifestierte Behauptung, dass das PSOA einen neuen Besucherrekord vermelden wird. Flächen, die bislang nur als Wiese gekennzeichnet waren, sind bereits voll gestopft und müssen angeblich auch schon seit Donnerstagnachmittag besudelt worden sein. Ich find´s jedenfalls geil, denn das zeugt nur vom guten Geschmack der mittlerweile recht stark angewachsenen Metal-Gemeinde. Mittlerweile wird das PSOA auch immer internationaler, was mein kanadischer Zeltnachbar bestens bezeugen kann.
IRATE ARCHITECT
Mögen zwar im Underground schon ihren Namen haben, doch nur die Wenigsten kennen die erfrischend musizierenden Norddeutschen, die es bereits mit nur einer EP und dem diesjährig veröffentlichten Album „Visitors“ nach Bad Berka geschafft haben. Zu Recht! Ihr schnittiger Death Grind, der mit allem technischem Allerlei ausgestattet ist, geht flott in die noch trägen Beine und Nacken, doch überschwängliche Reaktionen aus dem Publikum bleiben aus. Mag auch daran liegen, dass die Jungs solch große Bühnen noch nicht gewohnt sind und sich in einem stickigen Club wohler fühlen werden. Man sollte die Band aus jeden Fall mal im Auge bzw. Ohr behalten. (trabi)
DEFLORATION
Manch einer mag die Spielposition der Death Metaller um DEFLORATION als doch etwas undankbar für ein CD Release einstufen, doch wie auch Frontsau Uwe mir in einer durchzechten Nacht mal mitteilte, scheinen die Thüringer wirklich glücklich mit der Spielmöglichkeit auf dem Party San zu sein. Unglücklicherweise ist allerdings vor der Bühne im Gegensatz zu anderen Bands, die später spielten nicht wirklich viel los. Und so springt auch irgendwie nicht der Funke zum Publikum über. Insgesamt allerdings ein solider Gig, der aber durch die frühe Spielzeit etwas an Schub verloren hat. Hervorzuheben sind noch die neuen Songs, die sich vom Druck her ordentlich vom restlichen Set abheben. (AggressivePerfector)
Und man sollte auch Uwes Plauze erwähnen, die er auch gern mal in die Sonne reckt. Von weiter weg sah das nämlich schon aus, als hätte er einen Hohlspiegel umgehängt. Jedenfalls sind solche Aktionen absolut Metal und für Uwe typisch. Nicht nur durch seine körperliche Größe ist er der Hinkucker der Band schlechthin und bleibt bei vielen in Erinnerung. (trabi)
Der Freitag beginnt viel zu früh um kurz vor acht, als mir die Sonne direkt ins Gesicht scheint. Ein bisschen länger hätte ich schon gerne geschlafen, aber sei es drum. Ich nutze die Gelegenheit für einen Besuch im Frühstückszelt, wo man mit leckeren Brötchen, Kaffee, Eiern und allem erdenklichen anderen versorgt wird. Allerdings zieht sich der Vormittag doch ziemlich in die Länge, meine erste Band
TYRANT
beginnt nämlich erst um 15:45 Uhr. Ich bin doch einigermaßen erstaunt, wie viele Leute zu so früher Stunde schon aktiv sind, aber TYRANT darf man sich ja auch nicht entgehen lassen. Der Herr Bragmann sieht zwar nicht mehr unbedingt aus wie 'black metal' mit seiner Gel-Frisur, aber er hat seit den Tagen von Vinterland kaum etwas an Charisma eingebüsst. TYRANT wollen raw, simple und ugly sein, und verdammt, das sind sie. Laut und ohne Firlefanz, mit einem starken Fronter und die Mucke ist genau das richtige, um die Nackenmuskeln zu lockern.
Fast noch sehenswerter als D.F. Bragmann ist aber Bassist Daniel Ekeroth, der dem Herrn im Hause fast die Show stiehlt. Ekeroth ist eigentlich ausgesprochen schüchtern, aber sobald er auf der Bühne steht, wird er zum absoluten Spassvogel, turnt wie ein Berserker herum, albert mit dem Gitarristen herum (dem er zum Ende noch einen ordentlichen Schmatzer auf den Mund verpasst) und kommuniziert intensiv mit dem Publikum. Ganz nebenbei trümmern sich die vier Schweden auch noch ohne hörbare Mängel durch ihr Set, so dass es hier mal rein gar nichts zu meckern gibt. TYRANT sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben! (velvet)
HAIL OF BULLETS
Neben DISMEMBER kommt nun endlich mein Highlight des Wochenendes. HAIL OF BULLETS, der Bastard aus ASPHYX, THANATOS und ner Prise PESTILENCE. Absolut gelungener Auftritt, der bis auf den Sound und dem Wetter unglaublich gelungen ist. Der viel zu leise Sound sowie die Regenschauer vermiest aber dem Publikum den Gig nicht im Ansatz und so konnte man mal wieder den unglaublich sympathischen Martin van Drunen und der zugehörigen Instrumentalfraktion zusehen, wie man sich durch „…Of Frost and War“ bolzt. Daumen hoch für diesen Gig! (AggressivePerfector)
LIVIDITY
haben es danach mindestens genauso leicht, denn die Amis gelten in der DeathGrind-Gemeinde als Lieblinge der Szene, die sie auch während des ganzen Wochenendes mit zahlreichen Gesprächen mit Fans und einigen Wanderungen über das ganze Gelände untermauern. Sie kommen halt nur selten nach Europa und Deutschland mögen sie ganz besonders. Dave und seine neuen Mannen überzeugen aber auch auf der Bühne, auch wenn manch einer vorher etwas skeptisch war. Der abwechselnde Kreisch-Grunz-Gesang zwischen Hauptsänger Von und Dave an der Gitarre kann absolut überzeugen und die Ansagen haben sich auch nicht verändert. So wird genre-typisch auf mehr oder weniger sexuelle Praktiken hingewiesen und der Mob tobt die gesamte Spielzeit über um die Wette. Selbst eine Art ‚Wall of Seats’ wird veranstaltet. Leider komme ich zu spät zum fotografieren und habe auch nicht das ‚Warum’ verstanden. Jedenfalls sah es recht lustig aus, wie einige Fans hintereinander im Gras vor der Bühne saßen. DeathGrinder haben eindeutig mehr Spaß als Schwarzwurzeln! (trabi)
Die mühsam aufgewärmten Nackenmuskeln sind schon fast wieder abgekühlt, als es endlich um 18.45Uhr mit
KAMPFAR
weiter geht.
Eröffnet wird der Auftritt mit "Ravenheart", der Killer-Hit von KAMPFAR überhaupt und schon mit den ersten Klängen kommt ordentlich Wallung ins Folk vor der Bühne. Die Frage "You want something old?" wird etwas müde (noch angeschlagen von der Nacht im Partyzelt?) mit einem zaghaften 'yeah' beantwortet. Also nochmal, das 'yeah' wird etwas lauter. "You want something norse?" funktioniert da schon besser und - Geduld sei Dank - beim zweiten Mal dann auch endlich mit dem dem Song gebührenden 'YEAAAHHHH' beantwortet. "Norse" kracht erwartungsgemäß und wird ordentlich abgefeiert, wobei es mich schon etwas wundert, wie wenig Leute den Text zu kennen scheinen, immerhin ist der in englisch. Beim nächsten Song "Troll, Død og Trolldom" habe ich da schon mehr Verständnis für's nicht mitsingen, so bleibt auch mehr Zeit für's Bangen. Danach bekommen wir einen Appetizer vom kommenden Album "Heimgang", das im September erscheinen wird und auch dieser Song kommt gut an. Deutlich dunkler und härter wirkt er auf mich, aber auch direkter, eine recht natürliche Weiterentwicklung von "Kvass", ich freue mich jedenfalls sehr auf das neue Album. Es folgt noch ein weiterer Song, an den ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann (Alzheimer lässt grüssen). Die Spielzeit hätte auch noch für einen weiteren Song gereicht, "Lyktemenn" wäre hier definitiv Wunschkandidat gewesen, aber sei es drum, KAMPFAR ist einfach geil!
Gleich im Anschluss geht es weiter mit
TYR,
auf die ich doch zumindest neugierig bin. Ich muss ja sagen, dass ich diese Band sehr für ihren ernsthaften Umgang mit ihrer Faröer Geschichte achte, aber mit ihrer Musik kann ich mich auf CD nicht wirklich anfreunden. Offenbar bin ich mit dieser Einstellung nicht alleine, so dass sich das Folk vor der Bühne innerhalb zweier Songs zusehends lichtet, bis nur noch eingefleischte Fans übrig sind und auch ich nutze die Zeit, um mich kurz zum Auto zurück zu ziehen. Auf dem Weg dorthin werde ich (was einem die Leute alles meinen erzählen zu müssen, nur weil man ein Pressebändchen umhängen hat...) mit entsprechenden Bemerkungen überschüttet, von 'zu kitschig' und 'nervig' über 'zu langweilig' bis hin zu 'überflüssig' ist alles dabei. Über das 'überflüssig' kann man sicher streiten, aber der Rest passt wie der Met ins Horn, ist leider so. (velvet)
In dieser Zeit muss ich erst einmal feststellen, dass der nächtliche Sturm doch so manches Opfer gefunden hatte. Einige Merch-Stände waren notdürftig zusammengeflickt und wer kein Dach mehr über seinen anzubietenden Waren hatte, musste auf besseres Wetter hoffen. Erhoffen konnte man sich auch einen guten Gig der endlich wieder zurück gekehrten
UNANIMATED.
Die Schweden waren viel zu früh von den Bühnen der Welt gegangen und in den letzten zwölf Jahren gesellten sich einige Fans mehr dazu, was ihnen nun eine enorme Zuschauerzahl bescheren sollte. Viel wurde also von dem Quintett erwartet. Dass es noch nicht so flott klappen sollte, war klar. Dass man sich aber zwischen und während der ersten etwas in den Sand gesetzten Songs auf der mit Kerzen ausgestatteten Bühne wegen irgendwelcher Fehler streitet, ist überraschend, wenn auch nicht gerade positiv. Trotzdem zieht man sein Ding durch und spätestens in der zweiten Hälfte gibt es bei vielen Fans eiskalte Schauer über die Rücken. 'Mournful Twilight', 'Oceans Of Time' und das höllisch zermalmende 'Die Alone' das erste Mal in Deutschland live um die Ohren geknallt zu bekommen, ist einfach unvergesslich und schon allein dafür sollte man dem PSOA-Team danken! (trabi)
Als
ENDSTILLE
die Bühne entern, bin ich auch wieder zugegen und gleich vorweg: diese Band hat sich den Überraschungssieg in Sachen Charisma und Mitreissfaktor redlich verdient. Ich war und bin kein wirklicher Fan ihrer Mucke auf CD (weswegen man mir bitte auch meine Unkenntnis von Songtiteln nachsehen möge), auch wenn diese natürlich nicht schlecht ist, aber was die Truppe auf der Bühne abliefert, ist an Intensität und Ausstrahlung kaum zu überbieten.

Schon mit den ersten Klängen und dem Betreten der Bühne von Iblis beginnt die Atmosphäre auf und vor der Bühne regelrecht zu knistern und mein kuscheliger Platz direkt vor den Seitenboxen der Bühne eröffnet mir ganz neue Erlebnisdimensionen in Sachen spürbar druckvoller Drums. Die Band verfügt insgesamt über eine hervorragende Bühnenpräsenz, die Jungs beherrschen ihre Waffen, eh Instrumente perfekt, so dass auch der Showfaktor nicht zu kurz kommt, was in diesem Ausmass für eine Black Metal Band sicher eine Ausnahme darstellt. Das alleine reicht eigentlich schon, um einen in Begeisterung zu versetzen, aber Iblis setzt dem ganzen noch die Krone auf: mit einer der ausdrucksstärksten und besten BM-Voices, die mir bislang untergekommen sind. Dabei darf man getrost komplett vergessen, was auf CD ist, das kommt da nicht mal ansatzweise ran. Live ist der Typ einfach der ultimative Propaganda-Meister, dessen Gekreische sich locker mit der Intensität von Vokills ala Kraath (Setherial, Blackwinds) messen kann, das sich wie Maschinengewehrfeuer in Körper und Seele bohrt und dann der Artillerist, eh ich meine Drummer Mayhemic Destructor (betrachtet das als Titel, den er sich verdient!), der eine unglaubliche Vernichtungsmaschinerie an Blast-Groove-Parts auffährt, tight bis Anschlag, aber alles andere als stumpf oder gefühllos, dass es einem die Nackenmuskeln zerfetzt wie Berlin im Bombenhagel. DAS muss man mal gesehen haben - GEIL!
Wer braucht da noch was anderes zum Glücklichsein? Ich jedenfalls nix mehr, von BLOODBATH bekomme ich nur die cool rollenden Drums im Backstagebereich mit, wo ich versuche, meinen Nacken zu kurieren, was nicht gänzlich gelingt und BOLT THROWER dienen mir im Auto als herrlich monotone Einschlafhilfe. (velvet)
Dafür hatte der Rest eine Menge Spaß mit
BLOODBATH.
Die Gerüchteküche brodelt und nun ist es auch amtlich – Mikael Akerfeld übernimmt den Gesang und das auch ganz allein. Also nix mit Peter Tägtgren, denn dieser hat eh noch genug mit dem neuen PAIN-Release zu tun. Mir ist es auch so lieber, denn Mikael hat nun einmal die kräftigere Grunzstimme und diese wird bei dem typischen Old School Death Metal, wie ihn BLOODBATH spielen, verlangt.
Zwar haben auch diese Schweden anfänglich soundtechnische Probleme, weshalb der Funke beim Publikum nicht so schnell überspringen will, doch auch hier beginnt nach ca. drei Songs die Party. Spätestens beim genial gespielten ‚Cry My Name’ ist die Hölle offen und ich halte es selbst nicht mehr aus und schmeiß mich in die Menge. Klasse!
BOLT THROWER
Haben sich entschieden. Und zwar gegen ein voll gestopftes Festival, bei dem man nur eine Band unter vielen wäre, und für den Event für Liebhaber extremer Metalsounds in Deutschland schlechthin. Die Erwartungen sind hoch, die Gerüchteküche brodelt auch hier wieder und ob es der letzte Gig der sympathischen Briten werden sollte, wird erst die Zukunft zeigen. Jedenfalls ist es nicht der beste Open Air-Auftritt, denn irgendwie vermisse ich die gnadenlose Walze, die mich auf dem WFF in den Bann zog. Indoor ist die Band eh eine Macht, aber auf einer Open Air-Bühne ist der Sound manchmal leider nicht ganz so umzusetzen, wie man es gern erwartet.
Freilich drücken Klassiker wie ‚No Guts, No Glory’ oder ‚Cenotaph, VIth Crusade’ das Auditorium in den Boden und auch die Ansagen sind rührend und zeugen von der unnachgiebigen Einstellung der Band, immer ihren eigenen Weg gemeinsam mit den Fans zu gehen, doch am Ende war es eben ‚nur’ ein weiterer Auftritt der neben MOTÖRHEAD liebsten Briten. (trabi)
SAMSTAG
Nicht ganz so früh wie gestern weckt mich die Sonne, die mir um kurz nach neun mitten ins Gesicht scheint. Super, auf sowas steh ich ja. Ich versuche mich in meinem Schlafsack und halb liegend im Auto wieder anzuziehen (um den umstehenden Herren keine Show zu bieten) (du bist einfach zu gütig! – trabi), was mit einem stechenden Schmerz in Nacken und Rücken bestraft wird. Meine vorläufig einzige Bewegung besteht denn im rauskrabbeln und Aufstellen des Stuhls, wo ich erstmal sitzen bleibe und meine Lebensgeister mit Hilfe von reichlich Cola und Nikotin aufzuwecken versuche. Eine notwendige mentale Vorbereitung auf den, eigentlich nicht so langen, Weg zum Frühstückszelt. Dort erledigen ein lecker Frühstück und Unmengen Kaffee ihre Aufgabe und lassen mich allmählich wieder zum Menschen werden. (velvet)
Auch ich wache auf. Irgendwann. Allerdings lässt es sich im Zelt wesentlich besser schlafen. Das Frühstück genehmige ich mir trotz des Preises, denn irgendwie ist man doch zu faul, sich eine günstigere Alternative zu suchen. Die erste Band bekomme ich ein paar Stunden später nur beiläufig mit, denn ein Besuch bei Kumpels auf dem Campingplatz ist reizvoller, als ein weiterer KRISIUN-Klon. Zwar höre ich später recht positive Meinungen über den Auftritt IMPERIOUS MALEVOLENCE, doch verpasst ist eben verpasst.
INSISION
hingegen hatte ich schon einmal vor ein paar Jahren gesehen und wusste, dass die recht untypischen Schweden einen ordentlichen Sound auf die Bretter legen. Darin irrte ich mich auch nicht, obgleich der Sound etwas druckvoller ausfallen hätte können. Nichtsdestotrotz komme ich auf meine Kosten und besonders Sänger Carl beweist ein weiteres Mal seine Qualitäten als irrer Death Metal-Shouter, der voll und ganz in seiner Musik aufgeht. Die groovigen und mit zahlreichen Blastbeats untersetzte Mucke animiert mich jedenfalls bestens für die nächste Band, auf die ich mich schon lange freue.
 FACEBREAKER
Ex-PAN THY MONIUM-Sänger Roberth, der unter anderem auch eine EDGE OF SANITY-Scheibe einsang, steht nun zum ersten Mal mit seiner Band FACEBREAKER auf einer deutschen Bühne und lässt den Elch röhren. Auch jetzt ist keine zahlreiche Schar vor der Absperrung zu sichten, doch die echten Maniacs flippen allmählich immer mehr aus. Besonders die Sachen vom aktuellen Album „Dead, Rotten And Hungry“ zerfetzen einem förmlich den Körper in Stücke. Spätestens bei ‚Walking Dead’ stehen selbst die erschöpftesten Brutz und Brakel-Zombies auf und recken die Schnecke (Fuck Pommesgabel!) empor. Die Mucker wirken zwar bis auf Roberth alle etwas schüchtern, doch wird auch gern mal das Saiteninstrument Rockstar-like den Leuten entgegen gereckt. Man überzeugt anscheinend viel lieber mit geilen Songs und bringt auch noch den weiteren Hit ‚Soul Eater’, dessen Text mittlerweile bei mir genauso sitzt, wie bei Herrn Karlsson. Eigentlich hätte für mich jetzt auch das Party.San zu Ende sein können, doch es sollten ja noch ein paar Schmankerl kommen. (trabi)
Um 16.45 beginnt mit KOLDBRANN für mich der Arbeitstag und ich mische mich ins Publikum, wo mir auch D.F. Bragmann über den Weg läuft. Auf KOLDBRANN habe ich mich im Vorfeld schon sehr gefreut, aber irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen und der Andrang vor der Bühne hält sich auch in Grenzen. Rein handwerklich betrachtet kann man an der Darbietung nur wenig bemängeln, allerdings wird das Set eher nüchtern und trocken heruntergezockt. Hier fehlt es eindeutig an Energie und Ausstrahlung, was wohl nicht nur mir auffällt, im Laufe des Auftritts werden die Leute vor der Bühne immer weniger. Bei
GENERAL SURGERY
hab ich erst mal wieder Pause, gucke mir aber dennoch ein paar Minuten der Show an: mit blutigen Arztkittel und einem breiten Grinsen im Gesicht heizt die Band dem sichtlich Spaß habenden Folk vor der Bühne ein. (velvet)
Ja, ja, das Volk. Dem geht es jedenfalls prächtig, auch wenn der neue Sänger nicht ganz so überzeugen weiß, wie Grant McWilliams, der einfach die sicke Sau war, die diese schwedische Kult-Combo benötigt. Eric fehlt es einfach an Charisma und sein Gesangsstil besteht vorwiegend aus tiefer Grunzerei, die zum Sound von GENERAL SURGERY nicht wirklich passt. Zumindest nicht andauernd. Dafür überzeugt die Saitenfraktion ein weiteres Mal mit arschcoolem Spiel und gierigen Posen. (trabi)
Weiter geht es mit
VREID,
die ihrem Ruf durchaus gerecht werden und ein amtliches Black'n'Roll Gewitter entfesseln. Eröffnet wird der Gig mit "Jarnbyrd", gefolgt vom Band-Hit "Under Isen", was dann auch bei einigen Leuten die Hüftschwungmuskeln lockert und auch ich freue mich über die wohltuende Verschnaufpause für meinen Nacken, aber auch die bangtauglichen Passagen werden ausgereizt und schön in die Länge gezogen. Hier stimmt auch wieder die Bühnenpräsenz der Band, die oft und gerne mit dem Publikum kommuniziert. Die meisten Songs stammen von "I Krig", aber auch ältere Songs von "Pitch Black Brigade" werden geboten ("Pitch Black" und "Our Battle", wenn ich mich recht entsinne), so dass das Set einen schönen Querschnitt durch die Diskographie darstellt.
Kurzzeitig gerät das Geschehen auf der Bühne aber in den Hintergrund, dank einer wenig erfreulichen Randgeschichte in Form der einzigen Fast-Schlägerei, die ich in den drei Tagen mitbekommen habe und das nun ausgerechnet bei VREID.
Das Auftauchen des Störenfrieds wird von einem Grossteil des Publikums registriert, vor allem deshalb, weil dieser Kasper sich ziemlich rücksichtslos seinen Weg zur Absperrung freischubst und boxt. Neben diesem 'Benehmen' sieht dieser Typ auch schon wie Ärger aus, was sich dann innerhalb weniger Minuten auch bestätigt. An der Absperrung erschubst er sich einen Platz neben einem jungen Typen, der schon ordentlich getankt hat und nicht mehr wirklich standfest ist, aber recht friedlich vor sich hinbangt. Das passt dem Russen/Osteuropäer mit kurzgeschorenen Haaren, Army-Klamotten und den sprichwörtlichen Rasierklingen unter den Armen aber nicht, da er - aus Versehen - ab und an mal wehende Haare abbekommt, worauf hin er den Kleenen an selbigen zieht und ihn zur Seite schubst. Einer der Ordner ermahnt den Typen, etwa eine Minute ist Ruhe, dann wieder Haare ziehen. Erneut wird er ermahnt, aber sonst passiert nichts. Erst als der Kleene dann schon fast die Faust des andern im Gesicht hat, während der ziemlich brutal seinen Kopf an den Haaren nach unten zieht, greifen die Ordner ein und ziehen den Typen endlich raus.
Dafür, dass Einlassordner Leute wieder nach Hause schicken wollten, weil die ein T-Shirt mit einer zerschmetterten(!) schwarzen Sonne bei hatten (ein Motiv, das sich auch auf einem der offiziellen Party.San Shirts findet), finde ich das etwas seltsam, insbesondere dann, wenn man Leute, die schon von weitem aussehen wie Nazi, dann frei herumlaufen lässt - mit eben diesem Ergebnis. Dazu später im Fazit mehr, denn hier gibt es mehr zu bemängeln als nur das langsame Reagieren der Ordner. (velvet)
 MAROON
hingegen hat es etwas schwerer, da auf dem PSOA keine wirklich Metalcore-ler anzutreffen sind. Doch als astreinen Metalcore würde ich den Sound auch nicht bezeichnen. Es ist einfach Metal! Und schon allein Shouter Andres Ansagen sind allein das Verbleiben vor der Bühne wert. Kaum zu glauben, dass Veganer einen solchen Humor besitzen! Die Jungs nehmen sich zum Glück nicht selbst allzu ernst, was auch an der Verhohnepiepelung eines Solos durch Andre zu beschmunzeln ist. Die recht thrashige Mucke kann über die Spieldauer jedenfalls ein paar Mäuler stopfen und so haben die Deutschen sicher den einen oder anderen Fan hinzugewonnen. (trabi)
Die nächste Band ist
IMPALED NAZARENE,
auf die ich doch einigermaßen neugierig bin. Allerdings finde ich diesen Auftritt eher enttäuschend, um nicht zu sagen, langweilig. Obwohl der Shouter sich die Seele aus dem Leib geifert in Hass und Verachtung, zünden die Songs null. Das beste an der Show sind da noch die herrlich platten Klischee-Pur - Aggro Ansagen gegen das Christentum, die Kirche und den ganzen Rotz, womit er bei dem anwesenden Folk natürlich offene Türen einrennt, die meisten Gesichter ziert ein zustimmendes Schmunzeln dazu, aber es gibt auch die Variante mit leichtem Kopfschütteln, die mehr als tausend Worte 'was für ein Spinner' sagt. Trotzdem, aus der Nähe muss ich das nicht unbedingt haben, auch deshalb, weil hier das Aggressionspotential eines erfreulicherweise recht geringen Anteils der Besucher unnötig hoch ist. (velvet)
Weiter geht es mit
LEGION OF THE DAMNED,
wo der Platz vor der Bühne doch ziemlich eng wird. Zwei zusätzliche große Seitenbanner zieren das Stagedesign und der Mensch an den Lichtern darf nun auch mal gelobt werden; mit viel Nebel und grünem Licht unterstreicht er die Performance wirklich ansprechend. Für Photos machen ist das natürlich alles andere als optimal, aber was soll's, die Band unterhält eine Stunde hervorragend und darauf kommt es schließlich an. (velvet)
Wirklich gute Fotos konnte ich auch nicht schießen, da ich in eine Gruppe kam, die nicht einmal einen ganzen Song zur Verfügung hatte. Es war halt wieder einmal nur ein wildes Knipsen und Rumschubsen bzw. Drängeln im Fotograben. Zum Glück spielten die Holländer eine überzeugende Show, die kaum Wünsche offen ließ. Allerdings hätte ich mir etwas mehr erhofft. Sei es nun vom Publikum oder den Songs selbst. Es wirkte alles etwas zu routiniert. Na ja, ein großer Fan der Ex-OCCULT-Mannen werde ich wohl nie. Oder ich sehe mir nie die richtige Show an. (trabi)
Auch auf
BEHEMOTH
hab ich mich im Vorfeld ziemlich gefreut. Die hab ich vor einigen Jahren mal gesehen, wo der Auftritt trotz durch einen Sturm zerstörter Bühne und halb lädierter PA doch ziemlich geil war.

Aber BEHEMOTH übertreiben es hier eindeutig. Jede andere Band hat in der angesetzten viertel Stunde ihren Soundcheck hinbekommen, nur die Herren Stars aus Polen brauchen weit mehr als eine halbe Stunde und lassen den zu allem Überfluss auch noch von Roadies machen. Als sich die Band dann endlich auf der Bühne einfindet, besitzen sie auch noch die Dreistigkeit, das inzwischen völlig durchgefrorene Publikum anzumachen, warum keine Stimmung aufkommt. Jungs, das hättet ihr euch halt vorher überlegen müssen, es ist wirklich schweinekalt geworden und nicht nur ich zittere wirklich erbärmlich vor mich hin. Was ich so um mich rum mitbekomme, finden das doch einige ziemlich unangemessen. Hat sich der überlange Soundcheck wenigstens gelohnt? Nein, hat es nicht, wobei das weniger am Sound liegt sondern wohl eher am mangelnden Zusammenspiel, die Saitenfraktion kommt doch etwas breiig rüber, der Drummer ist ebenfalls wenig überzeugend und von den Vocals bekomme ich kaum etwas mit. Da mir inzwischen sämtliche Knochen meines Körpers wehtun, verziehe ich mich nach dem dritten Song, auch weil ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass sich BEHEMOTH nur wenig Mühe geben. Das habe ich anders in Erinnerung, deutlich besser und mit mehr Biss. Aus meiner Sicht ist BEHEMOTH damit die Enttäuschung des Festivals - eine, mit der ich eher nicht gerechnet habe. (velvet)
Nun kommen wir wieder einmal zum Thema ‚Unterschiedliche Meinungen, aufgrund unterschiedlicher Positionen’. Freilich haben die Herren Nergal und Co. Die Soundcheck ewig gestreckt, doch ehrlich gesagt, hatten sie auch den besten Sound am ganzen Wochenende. Ich stand recht mittig und bekam eine volle Breitseite des satanisch geprägten Death Metals. Zudem sah man deutliche die Erfahrung der Mannschaft, die das letzte Jahr sich den Arsch abtourte. Dass man nach all den unzähligen Gigs seine Roadies den Soundcheck machen lässt, ist eine Selbstverständlichkeit. Wozu sind sonst noch Roadies da? Eben. BEHEMOTH spielen mittlerweile in einer anderen Liga. Zwar wirkt das nach außen hin etwas arogant, doch anscheinend wollen sie sich so ihre Ambition bewahren. Schade ist aber, dass sie keine Autogramme geben. Ihre Fans hätten zumindest das auch noch verdient. Jedenfalls die Songs kamen wie aus den Kanonen geschossen und wärmten die erkalteten Gemüter binnen weniger Sekunden wieder auf. Außer die derjenigen, die sich weggezittert hatten. Doch das war eine Minderheit, denn auf dem Platz herrschte nach wie vor enges Gedränge und die schüttelnden Matten und erstaunten Gesichter waren kaum noch zu zählen. Gegen Ende hin durfte ein Roadie auch noch einmal glänzen, indem er Nergals Gitarre fing. Alles einstudiert und dennoch cool! Polnische Rockstars zum Anstarren. Eine bessere Show BEHEMOTHs hatte ich jedenfalls noch nie gesehen und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass man das noch mal toppen wird können. Super!
OBITUARY konnten danach eigentlich nur verlieren. Oder eben bei den richtigen Obi-Maniacs punkten. Weitaus bodenständiger und sympathischer sind die Floridianer Deather allemals und zum Ausklang des Festivals genau richtig. Man groovt sich so schön langsam wieder runter und schunkelt im Rhythmus gen Partyzelt um links und rechts an den Futterständen sich noch eine gute Unterlage aufzubauen.
Ein Grossteil sammelt sich im denn auch im Partyzelt und bemosht Klassiker und irgndwann auch wieder ABBA. ABBA in der Nacht, ABBA auch zum Aufstehen, denn die große ABBA-Nacht gibt es eben auch nur auf dem Party.San und manch einer musste wohl egnau darauf gewartet haben, denn selbst in den Morgenstunden tanzte immer noch eine kleine Meute auf der DJ-Bühne zu den schwedischen Pop-Klängen auf und ab. Es gibt sicher bessere Musik zum Aufwachen, aber ABBA ist eben einzigartig und schier unverwüstlich. Wie ihre Fans.
FAZIT
Das Billing des 2008er Party.San Open Air war meines Erachtens das beste, das man jemals zusammengestellt hatte. Zwar war der Black Metal dieses Jahr nicht so stark vertreten, aber die Besucherzahl von mehr als 10.000 spricht für sich. Die soll kein Angriff auf die Schwarzheimerfraktion sein, aber auf einem Open Air kommt Death und Thrash Metal nun einmal besser rüber. Da will man Spaß haben und hört eben auch ABBA bis in den Morgen. Mängel gab es allerdings beim Verhalten der Ordner. Sei es nun aufgrund der Kontrollen oder eben auch das seltsame Eingreifen bzw nicht Eingreifen bei eindeutigen Idioten. Dass man nicht perfekt sein muss, behauptet keiner. Doch sie bekommen für ihren Job auch genügend Geld und von daher kann ich eine höhere Leistung erwarten. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig.
Freilich wird es keinen Leser oder Besucher interessieren, dass man sich als Fotograf bereits beim letzten Song der ausspielenden Band an der Schlange in den Fotograben anstellen muss, weil anscheinend zuviel Fotopässe ausgeteilt wurden, aber so wird nur Stress auf- und nicht abgebaut. Weder bei den eh schon gestressten Fotografen noch bei der Security.
Zumindest hatte ich am ganzen Wochenende kaum Faschos erblicken können. Auch eine Schlägerei kam mir nicht zu Augen. Eventuell hatte ich auch gar keine Zeit, weil ich wie schon erwähnt mit den Fotos schon mehr als beschäftigt war. Das Gros der Besucher war dieses wie auch in all den Jahren zuvor mehr als angenehm und spaßig drauf. Und sauberer war es, denn erstens blieb der große Matsch aus und die PSOA-Crew hatte endlich mal Duschcontainer auf dem Campinggelände aufgestellt. Zudem gab es dort auch einen Imbiss, bei dem man sogar frühstücken konnte. Zu was für einem Preis allerdings, entzieht sich meines Wissens.
Es lässt sich also auch im nächsten Jahr wieder etwas verbessern, doch die PSOA-Mannschaft wird das sicher gern in Angriff nehmen, denn nicht umsonst haben sich BOLT THROWER 10.000 Besucher für Bad Berka entschieden. Und nächstes Jahr wird der Großteil wieder für ein paar Tage nach Thüringen fahren, denn es gibt in Deutschland keine bessere Alternative, wenn man sich gern extremen Metal reinzieht, auf erschwingliche Preise und eine immer noch gemütliche Atmosphäre steht. (trabi)
Lob & Kritik
Lob geht eindeutig an die Organisatoren, die ein ziemlich reibungsloses Festival hinbekommen haben, ohne zeitliche Verzögerungen oder andere Unannehmlichkeiten. Lob geht ebenfalls an die Soundleute, die für einen hervorragenden Sound gesorgt haben. Obwohl ich mehrfach direkt vor den Seitenboxen stand habe ich keinen Tinitus erlitten, da nix dröhnte, nix übersteuerte oder andere fiese Geräusche produzierte. Grossartig!
Auch die Futter und Getränkeversorgung war gut organisiert, und soweit ich das beurteilen kann, war auch für ausreichende Hygienemassnahmen gesorgt, es gab nicht nur Dixies, sondern auch reichlich richtige Toilettenwagen und Duschen.
Kritik
Das wird nun weniger eine Kritik an das Party.San, sondern eine allgemeine Kritik, wie derzeit mit der notwendigen Bekämpfung des braunen Sumpfes umgegangen wird. Da aber das Party.San dabei keine Ausnahme darstellt, und die Vorbereitung der Ordner da auch Mängel in den Details aufgetan hat, nutze ich diese Gelegenheit, um auch mal meinen persönlichen Frust darüber loszuwerden.
Wie schon im Beitrag zu VREID angeklungen, wurden einerseits Leute, die Heiden sind, als Nazis abgestempelt, weil die ein Shirt mit einer zerschlagenen schwarzen Sonne beihatten (was ein recht eindeutiges Statement GEGEN Nazis ist). Wie gesagt, was einem die Leute so alles erzählen, nur weil man ein Pressebändchen umhat. Mehrere Leute, mit denen ich ins Gespräch kam, haben mir davon berichtet, dass sie beim Einlass über die Maßen gründlich gefilzt wurden. Eines hatten alle gemein: sie trugen recht offensichtlich Symbole ihres heidnischen Glaubens am Körper. Einer von denen hat sein Shirt mit der zerschlagenen schwarzen Sonne zerrissen, um überhaupt aufs Gelände gelassen zu werden, nachdem das gesamte Gepäck dann auf Nazi-Anzeichen gefilzt wurde.
Andererseits werden Leute reingelassen, die schon rein optisch wie Nazi aussehen (der Russe aus dem VREID Bericht), herumpöbeln, Leute mit voller Absicht anrempeln und offensichtlich auf Randale aus sind. Die Logik dahinter erschliesst sich mir nicht.
Ebensowenig, warum Leute mit in Runen geschriebenen 'Germania' auf dem Shirt, denen man ebenfalls ihre rechte Gesinnung mit ein wenig Übung hätte ansehen können, unbehelligt ihrer Wege gehen konnten, während andere mit Runenschmuck oder Thorshammer als Kette grundsätzlich misstrauisch beäugt wurden.
Natürlich sehe ich ein, dass man nicht jeden Ordner gründlich darauf vorbereiten kann, dafür ist dieses Thema zu komplex und zu weitläufig, aber es reicht eben auch nicht aus, den Einlassleuten eine Liste mit verdächtigen Symbolen zu geben, da die meisten Ordner, mit denen ich gesprochen habe, mit Metal nichts am Hut haben und unsere Problematik nicht kennen. Das Ergebnis ist dann ein völlig undifferenzierter Umgang, wo Heiden mit ein paar Runen als Nazis abgestempelt werden, während wirklich rechtes Pack frei herumlaufen konnte, auch wenn (soweit ich es mitbekommen habe) nur einer davon Ärger gemacht hat. Oder eben auch der übereifrige Umgang mit der zerschlagenen schwarzen Sonne, das als eben solches Motiv auf einem der offiziellen Party.San Shirts zu finden ist, wegen dem sich an anderer Stelle Leute verteidigen müssen.
Es ist schön und gut, wenn Festivals darauf achten, nicht selbst zur Plattform für braunen Sumpf zu werden, darauf achten, welche Bands geholt werden etc. Es kann aber nicht sein, dass heidnische Bands geholt werden, aber deren Fans dann als Nazis abgestempelt werden, weil sie auch Heide sind und daraus auch keinen Hehl machen. Es muss einfach mal wieder der Verstand eingeschaltet werden und eine Differenzierung stattfinden. Unsere Heidnischen Symbole wurden durch die Nazis missbraucht, und sie werden nach wie vor missbraucht durch die gefährlich aus dem Ruder gelaufene Hexenjagd, die derzeit nicht nur gegen NS(BM) veranstaltet wird, sondern auch gegen heidnische Bands, die vollkommen undifferenziert im grossen Topf der Nazi-Symbole mit Waffen-SS, Eisernem Kreuz etc landen.
Das geht zu weit!
Und letztlich schadet es dem Kampf gegen Rechts mehr als dass es ihm nützt. Wir Heiden sind die stärkste Waffe im Kampf gegen den braunen Sumpf, aber im Moment sind wir mehr damit beschäftigt, uns gegen ungerechtfertigte Angriffe der übereifrigen Antifa und der losgetretenen Lawine zu wehren, die das nach sich zieht. Im Dritten Reich haben die Nazis jedes Anzeichen von Juden aus der Öffentlichkeit getilgt, und die Antifa betreibt ihre Hexenjagd auf uns mit den selben, faschistoiden Mitteln und Methoden: Rufmord und Gerüchte, Unterstellungen und systematische Verbreitung von Lügen, und in Bezug auf die Musikszene auch Sabotage und Canceln von Konzerten, wo dann auch mal zu Erpressung gegriffen wird, um die Veranstalter davon zu überzeugen. Entweder wird das Konzert gecancelt oder der Veranstalter wird öffentlich als Nazi-Unterstützer angeprangert.
Lasst es euch gesagt sein, die schwachsinnige Parole 'der Feind meines Feindes ist mein Freund' besitzt in der Welt der Heiden keine Gültigkeit. Die Antifa ist genauso Feind wie der braune Nazi-Sumpf, nur ist die Antifa das größere Problem. (velvet)

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Verfasser:
Trabi
Datum:
15.09.2008
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