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Letzte Aktualisierung am 01.12.2008
INTO THE WILD
INTO THE WILD
INTO THE WILD nennt sich der 150 Minuten lange Film, mit dem Sean Penn sein Debüt auf den Kinoleinwänden feiert und der ein für alle mal eines beweist: nur, weil es kein Hollywood-Blockbuster mit Tom Cruise ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht trotzdem großes Kino sein kann. Und großes Kino ist es in der Tat!
 
Christopher McCandless, hat seinen Collegeabschluss summa cum laude in der Tasche und mit seinen 22 Jahren eine glänzende Zukunft vor sich. Seine Eltern freuen sich über seinen Entschluss, nach Harvard zu gehen und Jura zu studieren, gehen mit ihm und seiner Schwester zur Feier des Tages schick essen und wollen ihm ein neues Auto kaufen… eine heile, glückliche amerikanische Familie, in der keiner ahnt, was wirklich in Christopher vorgeht. Denn er setzt sich mit gepacktem Rucksack in seinen alten, klapprigen Datsun und statt nach Harvard zu fahren, fährt er einfach los. (N)irgendwohin, bloß weg. Die spießige Vorstadt-Idylle seines Elternhauses ist ihm zu eng, die Familiengeheimnisse aufgeflogen, die scheinheilige Fassade für ihn nicht länger aufrecht zu erhalten. Er spendet seine gesamten Ersparnisse einem wohltätigen Zweck bis auf 500 Dollar und setzt sich dann hinters Steuer. Er muss hinaus, muss weg.
 
Ein Roadtrip der klassischen Art beginnt, zunächst mit dem Auto, später zu Fuß, im Güterwaggon oder als Anhalter. Alexander Supertramp nennt er sich fortan, verbrennt sein restliches Geld, lebt ohne einen Pence in der Tasche in den Tag hinein, ohne Ziel, ohne Richtung und tut alles, um nicht gefunden zu werden, um frei wählen zu können, wie er seine Tage lebt. Im Gepäck stets dabei: seine Lieblingsautoren wie Jack London oder Thoreau. Er arbeitet, wenn er muss, schläft unter freiem Himmel, wenn er kann und begegnet den unterschiedlichsten Charakteren. Er sieht Elend und Armut und Brutalität, erfährt jedoch auch wie sich echte menschliche Nähe, Wärme und Freundschaft anfühlt. Viele Freunde trifft er auf seiner Reise und doch zieht es ihn immer weiter. Vom verdienten Geld kauft er sich ein Kajak und fährt den Colorado River bis zum kalifornischen Golf hinunter, von dort weiter und weiter bis hinein nach Mexiko. Dort erkennt er: es muss ein größeres Abenteuer sein. Alexander Supertramp beschließt, nach Alaska zu gehen. Das große Alaska-Abenteuer. Und er schafft es. Dort, mitten in der menschenleeren Wildnis, steht er dann: der Magic Bus. Ein alter, liegen gebliebener Stadtbus, halb überwuchert, doch mit einem kleinen Ofen und einem Bett ausgestattet. Sein neues Heim. Dort führt er Tagebuch, lebt sein Abenteuer und blickt doch immer wieder zurück, erzählt sein Leben, seine Geschichte in Kapiteln, von der Kindheit bis zum Erwachsenwerden hin zum Magic Bus. Und er erkennt schließlich: happiness is nothing unless shared.
 
Ob Abenteurer, Rebell, Aussteiger oder einfach nur naiver Suchender, was Christopher McCandless wirklich war muss jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache allerdings ist, dass es ihn wirklich gegeben hat und INTO THE WILD auf seiner Biographie, geschrieben von Jon Krakauer, basiert. Das allein bereits sorgt für eine etwas andere Sichtweise auf den Film. Hinzu kommt das wirklich ausgezeichnete Spiel des jungen Emile Hirsch, der dem echten Christopher McCandless nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern sich derart gut in die Rolle einfühlt, dass es einfach nur wunderbar ist ihm zuzuschauen. Daneben sorgen noch wunderschöne Landschaftsaufnahmen vom Grand Canyon bis hin zu den Weiten Alaskas und ein sehr toller Soundtrack für Gänsehaut und all das zusammen macht INTO THE WILD zu einem echten Filmerlebnis, wie man es heutzutage zwischen all den künstlichen, computeranimierten Blockbustern selten findet. Großes Kino eben.


Weitere Infos:
www.intothewild.com

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Verfasser:
Brösel

Datum:
20.02.2008


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